13. Februar 2021 / Wusstest du das?

Vogelfütterung im Winter

Tipps der städtischen Umweltberatung

Vogelfütterung im Winter

Geschlossene Schneedecken und Dauerfrost erschweren den Vögeln aktuell die Nahrungssuche. Besonders bei diesen niedrigen Temperaturen benötigen die Vögel aber eine erhöhte Fett- und Energiezufuhr, den sie aus ihrer Nahrung gewinnen. Es ist also sinnvoll, den Tieren bei der aktuellen Witterungslage die Nahrungssuche im Garten zu erleichtern. Doch Vorsicht ist geboten: Falsches Füttern kann ihnen mehr schaden als nutzen. Der Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh hat ein paar Tipps zum richtigen Füttern zusammengestellt. 

Die Nahrungsvielfalt, die Vögel normalerweise in der Natur vorfinden, können Futtermischungen aus dem Handel kaum bieten. In Notzeiten wie aktuell mit viel Schnee und Frost nehmen die Vögel sie jedoch gut an. Diese käuflichen Mischungen enthalten Samen, Nüsse, Fett sowie getrocknetes Obst. Besonders Samen und Fettfutter mit ihrem höheren Fett- und Energiegehalt eignen sich zum Anbieten in den Futterstellen. Nicht ausgelegt werden sollten salzhaltige Nahrung wie Wurst oder Schinken, Käse oder gesalzene Erdnüsse oder gekochte Kartoffeln. Auch Margarine oder Butter sollte nicht als reines Fett zur Fütterung genutzt werden. 

Auf die richtige Mischung kommt es an

Für die richtige Futtermischung hat die städtische Umweltberatung einen Tipp: Eine Mischung für Körnerfresser wie Finken, Ammern, Sperlinge, Meisen und Kleiber (im Handel als Meisenfutter zu finden) sollte zu 90 Prozent aus Sonnenblumenkernen, zu fünf Prozent aus Hanfkörnern und zu weiteren fünf Prozent aus Erdnusskernen bestehen. Eine Futtermischung für Weichfresser wie Amseln, Drosseln, Rotkehlchen und Heckenbraunellen, im Handel als Fettfutter bezeichnet, sollte aus 90 Prozent in Fett getränkten Haferflocken, zu fünf Prozent aus Rosinen und zu weiteren fünf Prozent aus Erdnusskernen bestehen.

Für Vogelarten, die Feinsämereien bevorzugen, gibt es im Handel eine Waldvogelfuttermischung, die auch von Vogelzüchtern verwendet wird. Diese drei Mischungen sollten zu einer Universalfuttermischung zusammengefügt werden, wobei die Anteile je nach Besucher der Futterstelle variieren können. So kann der Anteil des Waldvogelfutters geringer sein. Als weitere Beigabe eignen sich aufgetaute oder getrocknete Beeren. Je reichhaltiger das Futtergemisch ist, desto besser entspricht es den unterschiedlichen Geschmacksrichtungen der einzelnen Vogelarten.

Der richtige Ort zum Füttern

Besonders gut eignen sich Futtersäulen, denn hier können die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es verschmutzen. Aber auch Futterhäuschen können genutzt werden, diese sollten so konstruiert sein, dass das Futter nicht nass wird. Außerdem müssen die Häuschen regelmäßig gereinigt werden, damit das Futter nicht mit Kot beschmutzt wird und sich Krankheitserreger nicht verbreiten können. Wird Knödelfutter (oft bekannt als Meisenknödel) als Futterquelle eingesetzt, sollte auf eine gute Qualität der Produkte geachtet werden. In günstigeren Angeboten aus dem Handel sind oftmals minderwertige Fette verarbeitet. Ein angenehmer Geruch des Knödelfutters deutet auf eine gute Verarbeitung hin. 

Die Futterstellen sollten so aufgestellt werden, dass sich die Vögel gut beobachten lassen. Wichtig ist, dass sie vor Katzen oder Hunden sicher sind. Am besten also an einen Ast hängen oder in ausreichender Höhe platzieren. Wenn Streufutter auf der Erde oder auf dem Schnee ausgebracht wird, sollte nur so viel ausgestreut werden, wie die Tiere an einem Tag wegfressen können. So lässt sich vermeiden, dass Ratten nachts angelockt werden. 

Die Winterfütterung ist nicht nur bei Dauerfrost und Schnee sinnvoll, sondern den ganzen Winter von November bis Ende März. Trinkhilfen benötigen Vögel im Winter nur wenig. Wasser erhalten sie ausreichend aus Schnee, Tau und Raureif sowie aus der Nahrung. Die Suche danach kann ihnen in der schneefreien Zeit aber durch eine Tränke erleichtert werden, diese sollten regelmäßig gereinigt werden. 

Andere Gartenbewohner halten Winterschlaf und Winterruhe 

Andere Tiere, die sich in den Gärten aufhalten können, benötigen aktuell kaum Unterstützung, da sich viele der Säugetiere im Winterschlaf oder der Winterruhe befinden. So hält auch das Eichhörnchen jetzt normalerweise Winterruhe. Bei sehr starker Kälte kann es aber aufwachen, um Energie zu „tanken“. Dann beginnt es nach Nahrung wie Kiefernzapfen, Hasel- oder Walnüssen zu suchen, die es im Herbst in Verstecken gehortet hat. Besonders bei Schnee (aber auch ganzjährig) können zur Unterstützung der Eichhörnchen spezielle Eichhörnchen-Futterstationen aufgestellt werden. Auch Nüsse oder spezielles Eichhörnchen-Futter aus dem Fachhandel können den Tieren angeboten werden.

Weitere Informationen zum Thema Vogelfütterung sowie ein Rezept zur eigenen Vogelfutterherstellung hat der Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh unter www.natur.guetersloh.de zusammengestellt. Für Rückfragen stehen Beate Gahlmann und Gisela Kuhlmann von der Umweltberatung unter 05241/82-2088 zur Verfügung.

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