24. März 2023 / Sport in Rheda-Wiedenbrück

Well, that escalated lately

Verrücktes 3:2 gegen den SV Straelen

Spielbericht des SC Wiedenbrück:

Der SC Wiedenbrück gewinnt dank einer der verrücktesten Schlussphasen der jüngeren westeuropäischen Fußballgeschichte gegen den SV Straelen mit 3:2 (2:0). Saban Kaptan (32.) und Leon Tia (47.) hatten einen starken SCW verdient in Führung geschossen. Mit zwei Treffern in zwei Minuten kurz vor dem Ende glichen die Gäste zunächst wie aus dem Nichts aus und versetzten ganz Wiedenbrück in eine Schockstarre. Als Manfredas Ruzgis zwei Minuten später das 3:2 erzielte flippte ganz Wiedenbrück mal komplett kollektiv aus und feierte den achten Saisonsieg extatisch.

Als Detlef Duden 1873 in Traben Trabach im flackernden Licht einer Pferdehaardochtlampe das Wort „Befreiungsschlag“ erfand, wird er exakt so einen Nachmittag vor Augen gehabt haben, wie ihn heute der SC Wiedenbrück erlebt hat.
 
Denn eine neu formierte (Luca Beermann, Oliver Zech, Saban Kaptan, Stanislav Fehler und Mafredas Ruzgis rotierten in die Startaufstellung) Wiedenbrücker Mannschaft gab in einer stabilen 3:5:2 Grundordnung über lange Zeit eine starke Mannschaftsleistung ab. Gut sortiert im Spiel gegen den Ball ließen sie die Gäste dank eines gut temperierten Pressings nie wirklich am Spiel teilnehmen und initiierten ihrerseits immer wieder flotte Offensivaktionen.
 
Nachdem Niklas Szeleschus, Manfredas Ruzgis und gleich zwei Mal Saban Kaptan mit ihren Schüssen nur knapp das Gästetor verfehlten, besorgte Saban Kaptan im Anschluss an einen wuchtigen Ruzgis – Kopfball die mittlerweile hochverdiente Halbzeitführung (32.).
 
Als direkt nach Wiederanpfiff Leon Tia zunächst das 2:0 erzielte, anschließend zu einem dreieinhalbfachen Auerbachsalto in den Wiedenbrücker Frühlingshimmel abhob und dann gemeinsam mit seinen Kumpels feierte, schien der Fußballnachmittag bereits sein letztes Kapitel geschrieben zu haben.
 

Da es unsere Elf aber versäumte eine der zahlreichen Kontersituationen zum vorentscheidenden 3:0 ins Ziel zu bringen, atmete das Spiel noch bis in die Schlussphase, ehe der Tag dann den verrücktest möglichen Verlauf nahm.
 
Die Schlusskonferenz:
 
86. Min.: Der SV Straelen kombiniert sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder bis in den Wiedenbrücker Strafraum. Emre Aydinel hat genug gesehen und beendet den Angriff mit einem beherzten, aber nicht zwingend notwendigen Tritt vor das Schienenbein von eines Gästestürmers. Schiedsrichter Ivan Mrkalj zeigt auf den Punkt: Elfmeter für die Gäste.
 
87. Min.:  Tyron Ken James Mata jagt die Kugel zum 1:2 ins Netz
 
88. Min: Anstoß Wiedenbrück. Unsere Elf spielt die Kugel gegen anlaufende Straelener drei Mal zurück, ehe der letzte Pass hoppelnd auf Luca Beermann zurollt. Unser Fänger trifft die den Ball nicht optimal, Said Harouz fängt den Schuss ab, schaltet schnell und gleicht mit einem Flachschuss zum 2:2 aus. Blankes Entsetzen auf unter den über 400 Zuschauern.
 
89. Min: Anstoß Wiedenbrück. Wenige Sekunden später steht der SV Straelen schon wieder blank vor dem Wiedenbrücker Tor. Luca Beermann verhindert mit einer Teufelsparade das 2:3. Aus dem abgewehrten Ball entwickelt sich ein letzter Konter: Niklas Szeleschus schnappt sich die Kugel, dribbelt im Vollsprint die linke Außenbahn entlang und verheddert sich dort zunächst in einem Zweikampf mit Dacian Baraza. Nach einer 32 sekündigen Ringereinlage ertönt wieder ein Pfiff: Dieses Mal Freistoß für den SC Wiedenbrück in der Nähe der Eckfahne.
 
90. Min: Der folgende Freistoß segelt durch den Strafraum in Richtung zweitem Pfosten. Dort schraubt sich Manfredas Ruzgis hoch, köpft den Ball gegen die Laufrichtung von Fänger Julius Paris. Der leicht abgefälschte Ball trudelt in Richtung Torlinie. Dort steht Dacian Baraza und versucht den Ball von der Linie zu klären. Dann: Platzfehler, der Ball springt minimal hoch, Baraza schlägt am Ball vorbei, von seinem Standbein prallt die Kugel ab und trullert hinter die Linie. 3:2 für den SC Wiedenbrück: Eine Szene für das Fußballmusem.
 
91. Minute: Komplette Eskalation im Jahnstadion.
 
92. Minute: Im Rahmen der Feierlichkeiten klemmt Nils Kaiser seinen Trainer Daniel Brinkmann unter seine unrasierte Achsel ein. Disziplinarische Maßnahmen bleiben aber aus.
 
94. Abpfiff. Drei Punkte im Sack. Wieder Eskalation.
 
Da nahezu alle Mannschaften im unteren Drittel ohne Punkte blieben, bedeutet dieser hochemotionale 3:2 Sieg nicht nur jede Menge moralischen Schub für die kommenden Wochen, sondern zudem auch vier Punkte Vorsprung auf den 15. Tabellenplatz, der im unglücklisten Fall zum Abstieg berechtigt.
 
Nicht weniger brisant geht es am kommenden Freitag weiter, wenn unsere Mannschaft ab 19:00 Uhr bei RW Ahlen aufläuft und dann die Möglichkeit in diesem Nachholspiel weitere Punkte für den Klassenerhalt einzusammeln.

Quelle: ©SC Wiedenbrück
Bilder: ©Marina Brüning

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