10. Dezember 2023 / News aus der Welt

Schwedischer König überreicht Nobelpreise

Drei Forscherinnen, sechs Wissenschaftler und ein Literat zählen nun zum illustren Kreis der Nobelpreisträger. Besonders zwei hätten sich im Sinne des Preisstifter um die Menschheit verdient gemacht, findet das Nobelkomitee.

Ferenc Krausz (l) bekommt den Nobelpreis für Physik 2023 von Schwedens König Carl XVI. Gustaf in Stockholm.
von dpa

Der in Garching lehrende Physiker Ferenc Krausz hat zusammen mit den anderen Trägern der wissenschaftlichen Nobelpreise in Stockholm seine Auszeichnung entgegengenommen. Der schwedische König Carl XVI. Gustaf überreichte ihm und weiteren drei Frauen und sechs Männern die diesjährigen Nobelpreise für Physik, Chemie, Medizin und Wirtschaftswissenschaften. Den Literaturnobelpreis 2023 erhielt der Norweger Jon Fosse.

Der in Ungarn geborene Krausz arbeitet am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und hat mit Anne L'Huillier und Pierre Agostini einen Weg gefunden, extrem kurze Lichtpulse zu erzeugen, mit denen sich selbst die rasend schnelle Bewegung von Elektronen messen lässt. Mit Hilfe dieser Lichtimpulse werde es möglich, die Welt der Elektronen sichtbar zu machen, was Physiknobelpreisträger Werner Heisenberg (1901 bis 1976) vor knapp 100 Jahren noch für unmöglich gehalten habe, sagte Akademiemitglied Eva Olsson in ihrer Laudatio.

Mit dem Nobelpreis für Krausz setzt die Max-Planck-Gesellschaft eine Serie der besonderen Art fort. Seit 2020 hat jedes Jahr mindestens ein Mitglied der Gesellschaft den Nobelpreis bekommen. Insgesamt waren es sechs. Der Reigen startete mit der Französin Emmanuelle Charpentier, die in Berlin forscht.

Die in Frankreich geborene L'Huillier ist erst die fünfte Frau, die mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet wird. Sie sollte beim Bankett neben dem König Platz nehmen.

Nobelpreiskomitee: Beitrag zum größten Nutzen der Menschheit

Der Nobelpreis für Chemie ging an die in den USA tätigen Forscher Moungi Bawendi, Louis Brus und Alexei Ekimov, die für die Entdeckung und Entwicklung von sogenannten Quantenpunkten ausgezeichnet wurden. Quantenpunkte kommen unter anderem in modernen QLED-Fernsehern zum Einsatz und spielen bei Quantencomputern, der Effizienzsteigerung von Solarzellen und in der Krebsmedizin eine Rolle. Sie könnten aber auch helfen, leistungsfähigere Solarzellen zu entwickeln.

Den Medizin-Nobelpreis nahmen Katalin Karikó und Drew Weissman entgegen. Ihre Arbeiten an der mRNA-Technologie haben unter anderem die Entwicklung der Corona-Impfstoffe ermöglicht. Sie hätten dazu beigetragen, in beispiellosem Tempo Impfstoffe zu entwickeln, eine verheerende Pandemie einzudämmen und Millionen von Menschenleben zu retten, sagte die Vorsitzende des Nobelpreiskomitees für Medizin, Gunilla Karlsson Hedestam. Karikó und Weissman hätten damit ganz im Sinne des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) einen Beitrag zum größten Nutzen der Menschheit geleistet.

Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften erhielt die US-Ökonomin Claudia Goldin für ihre Forschung zur Rolle von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.

Der Literaturnobelpreis ging an den norwegischen Schriftsteller Fosse. Der 64-Jährige schenkte dem Nobelmuseum nach dessen Angaben vier Notizbücher, die ein unveröffentlichtes Buch enthalten.

Preisgeld von knapp einer Million Euro

Die Nobelpreise hat der Chemiker, Unternehmer und Erfinder Alfred Nobel gestiftet. Sie werden traditionell an seinem Todestag, dem 10. Dezember überreicht - der Friedensnobelpreis als einziger in Oslo, alle anderen in Stockholm. Die Auszeichnung ist in diesem Jahr in jeder Kategorie mit einem Preisgeld von 11 Millionen schwedischen Kronen (rund 975.000 Euro) dotiert.

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht als einziger nicht auf Nobels Testament zurück, sondern wurde Ende der 60er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet. Er zählt daher streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen, wird aber zusammen mit ihnen überreicht.


Bildnachweis: © Claudio Bresciani/TT News Agency/AP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Schließungswelle trifft Kinderläden in Rheda-Wiedenbrück: Ein Stadtteil verliert seine Handelshelden
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Die Zukunft der Innenstädte in Rheda-Wiedenbrück: Herausforderungen und Chancen

weiterlesen...
Tönnies Gruppe deckt 20% des gesamten Strombedarfs mit Wasserkraft vom Chiemsee
Wissenswertes

Nachhaltigskeits-Meilenstein für den Lebensmittelproduzent aus Rheda-Wiedenbrück

weiterlesen...
Die Johannes Lübbering GmbH ist auf der Suche nach Dir!
Job der Woche

Starte Deine Karriere in Herzebrock Clarholz

weiterlesen...

Neueste Artikel

Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2023 gestiegen
News aus der Welt

Mehr Unfälle, mehr Verletzte, mehr Getötete: Die Verkehrsstatistik zeigt in zentralen Punkten einen negativen Trend.

weiterlesen...
Volksbühnen-Intendant René Pollesch gestorben
News aus der Welt

Die Themen, die Pollesch aufgriff, reichten vom vermeintlich Banalen zum angeblich Großen. Vor drei Jahren übernahm er die Intendanz der Berliner Volksbühne. Nun ist er mit nur 61 Jahren gestorben.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2023 gestiegen
News aus der Welt

Mehr Unfälle, mehr Verletzte, mehr Getötete: Die Verkehrsstatistik zeigt in zentralen Punkten einen negativen Trend.

weiterlesen...
Volksbühnen-Intendant René Pollesch gestorben
News aus der Welt

Die Themen, die Pollesch aufgriff, reichten vom vermeintlich Banalen zum angeblich Großen. Vor drei Jahren übernahm er die Intendanz der Berliner Volksbühne. Nun ist er mit nur 61 Jahren gestorben.

weiterlesen...