14. Dezember 2020 / Sport in Rheda-Wiedenbrück

SC Wiedenbrück: 225 km/h

1:1 bei der U23 vom 1. FC Köln

Spielbericht SC Wiedenbrück

Der SC Wiedenbrück holt sich bei Jung-Geißböcken vom 1. FC Köln einen verdienten Auswärtspunkt. Damit sind schon 24 Punkte auf dem Konto des Aufsteigers. Eine Bilanz, die sich wirklich sehen lassen kann.

Spielbericht SC Wiedenbrück

Da war Musik drin! Der SC Wiedenbrück holt mit einem 1:1 (0:1) einen Punkt bei der U23 des 1. FC Köln und schnappt damit seinen 24. Regionalligapunkt. Nachdem unsere Elf zum Ende der ersten Halbzeit durch einen verwandelten Foulelfmeter von Lukas Nottbeck mit 0:1 zurücklag, drehte sie die Partie aufgrund einer brachialen Leistungssteigerung und dank eines Treffers von Oliver Zech noch auf ein 1:1 und wäre in der Schlußphase sogar noch für einen Sieg in Frage gekommen, als Fabian Brosinski und Xhuljo Tabaku den Siegtreffer nur haarscharf verpassten.

Nach den beiden Heimniederlagen gegen Mönchengladbach und Aachen und hatte Daniel Brinkmann seine Elf auf gleich mehreren Positionen personell, als auch taktisch verändert.

In einer flachen 4:4:2 Organisation gab Christian Will sein Startelfdebüt auf der linken defensiven Seite in der Viererkette. Die Doppelsechs bildete Lukas Demming erstmalig zusammen mit Tim Geller und in der Spitze spielten Phil Beckhoff und Saban Kaptan an.

In Summe sollte so eine kompakte Einheit entstehen, die gegen die taktisch gut geschulten und flott kombinierenden Kölner die Räume verdichtet und anschließend dank kerniger Zweikämpfe Umschaltaktionen einleitet. So gut der Plan auch war, so wenig ging davon zunächst auf: Unserer Mannschaft gelang es kaum einmal einen Angriff des jungen FC im Mittelfeld zu stoppen und verteidigte zumeist erst in der letzten Linie. Als Konsequenz daraus musste Marcel Hölscher gleich mehrfach gegen Profilleihgabe Christian Clemens mit verrückten Reaktionen einen Rückstand verhindern, ehe anschließend Lukas Nottbeck und erneut Clemens aus Nahdistanz die Konsistenz des Fangzauns testeten.

Bitter obendrein: Schien es so, als würde sich unsere Mannschaft mit Glück und vielen Adventsgebeten ohne größeren Schaden in die Kabine retten können, da handelte sie sich Sekunden vor der Pause einen Foulelfmeter ein, den Lukas Nottbeck schließlich zur verdienten Pausenführung verwandelte.

Stand das Gute-Laune-Thermostat zur Pause also maximal auf „Geht so“, gelang unserer Elf im zweiten Durchgang eine irre Leistungssteigerung. Willig, giftig, griffig und mit hohem Tempo bäumte sie sich gegen die drohende Niederlage auf und klemmte so die eben noch filigran kombinierenden Kölner immer mehr vom Spielgeschehen ab. Angetrieben von Lukas Demming, dem immer stärker werdenden Tim Geller und dem eingewechselten Fabian Brosowski übernahm Schwarzblau die komplette Spielkontrolle und leitete über die starken Außenbahnen immer wieder pfeilschnelle Angriffe ein.

Nachdem Xhuljo Tabaku und Niklas Szeleschus den Ausgleich jeweils knapp verpassten, sorgte Oliver Zech nach 72 Minuten mit einem fantastischen Treffer für den Ausgleich, als er eine zu kurz abgewehrte Ecke aus gut 22 Metern per Vollspann in das untere rechte Eck jagte und damit das mittlerweile hochverdiente 1:1 erzielte.

In den Schlussminuten dann gleich zwei mega Chancen auf den Siegtreffer: Nach sensationeller Vorarbeit von Fabian Brosowski (legt die Kugel unter Bedrängnis mit der Hacke in den Lauf) trifft Xhuljo Tabaku nur das Außennetz (83.) und fünf Minuten später scheitert der bärenstarke Brosowski am abtauchenden Krahl, der seinen 16-Meter-Schuss aus dem Eck kratzt.

Tja. Und dann war da noch die 90 Spielminute, in der Lukas Demming ebenso ungeschickt, wie eindeutig im Strafraum umgerüpelt wurde, Schiedsrichter Delfs aber leider den eigentlich fälligen Elfmeterpfiff ausließ.

Damit blieb am Ende des Tages ein wertvoller Auswärtspunkt, der den Abstand auf die Abstiegsplätze auf akkurate acht Zähler ausbaut und eine tolle Moral unserer Elf, die sich im zweiten Durchgang mit großem Willen in die Partie biss.

Laut Spielplan geht es nun am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte weiter (14 Uhr / Jahnstadion), ob die Partie aber tatsächlich stattfindet entscheidet sich wohl erst mit den neuen Lockdownbestimmungen.

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Fotos: SC Wiedenbrück