19. April 2024 / Kreis Gütersloh

„Ich habe meine Leidenschaft für den Beruf wiederentdeckt“

Herzebrock-Clarholz. „Unser Tag beginnt um acht Uhr morgens mit einem gemeinsamen Frühstück“, erzählt Simone...

Veröffentlicht am 19. April 2024 um 09:08 Uhr von Saskia Henning

Herzebrock-Clarholz. „Unser Tag beginnt um acht Uhr morgens mit einem gemeinsamen Frühstück“, erzählt Simone Heitmann aus Herzebrock-Clarholz. Die 52-Jährige ist seit 12 Jahren Kindertagespflegeperson und betreut derzeit fünf Kinder im Alter von eineinhalb bis drei Jahren. Auch der weitere Tagesablauf in ihrer Kindertagespflege folgt einem festen Zeitplan. Nach dem Frühstück gibt es Gelegenheit zum freien Spielen: „Wir sind hier im Garten oder gehen in den Wald in der Nähe. Dort haben wir für die Kinder zwei Tipis aufgestellt“, so Heitmann. Bewegung in den Alltag der Kinder einzubauen, ist ihr sehr wichtig. Um 11 Uhr ist Zeit für das Mittagessen, das Heitmann täglich frisch kocht. Von 12 bis 14 Uhr machen die Kinder einen Mittagsschlaf, bevor am Nachmittag voller Energie weiter gespielt wird.

Nach der Geburt ihrer Tochter hat Heitmann die Kindertagespflege bei sich Zuhause mitten im Grünen eröffnet. Ihre Tochter war sozusagen das erste Kind in ihrer Kindertagespflege. Schnell sprach sich das Angebot in der Nachbarschaft herum und schon nach kurzer Zeit war Heitmanns Kindertagespflege mit fünf Kindern ausgebucht.

Nach der Schule hatte Heitmann schon eine Ausbildung zur Erzieherin angefangen, sich dann beruflich jedoch anderweitig orientiert. „Mit meiner eigenen Kindertagespflege habe ich meine Leidenschaft für den Beruf wiederentdeckt“, berichtet Heitmann. In den vergangenen zwölf Jahren hat sie die Ausstattung ihrer Kindertagespflege stetig weiterentwickelt. Mit ihrem Mann hat sie beispielsweise eine Aussichtsplattform im Garten gebaut, von der die Kinder ihre Eltern verabschieden und auch mal den ein oder anderen Trecker beobachten können. 
„Aktuell haben wir in Herzebrock-Clarholz neun Personen, die aktiv in der Kindertagespflege arbeiten“, so Suriye Gün von der Vermittlungsstelle der Kindertagespflege beim Caritasverband für den Kreis Gütersloh. Der Bedarf nach mehr Unterstützung sei weiter zu erwarten, eine Kindertagespflegeperson gehe demnächst in den Ruhestand.

Heitmann kann ihren Beruf auf jeden Fall weiterempfehlen: „Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß und ist kreativ.“ Aber auch das selbstständige Arbeitsmodell gefällt ihr: „Ich finde es klasse, mein eigener Chef sein zu können“, so Heitmann. Die Betreuungsstunden teilt sie selbst ein, immer in flexibler Abstimmung mit dem Bedarf der Eltern. Allgemein ist der Kindertagespflegeperson der Austausch und die bewusste Einbindung der Eltern wichtig. Regelmäßig lädt Heitmann sie zu Elterncafés ein. In der Adventszeit basteln die Eltern auch gemeinsam mit ihren Kindern.

Die benötigte Erlaubnis für die Kindertagespflege wird vom zuständigen Jugendamt ausgestellt. Dafür werden die Eignung der Interessierten und der Betreuungsräume geprüft. Interessierte Personen nehmen unter anderem an einem Qualifizierungskurs und einem Erste-Hilfe-Kurs am Kind teil.

Die laufenden Geldleistungen erhalten die Kindertagespflegepersonen von der Abteilung Jugend des Kreises Gütersloh.

Die Fachstelle Kindertagespflege führt Erst- und Informationsgespräche, begleitet interessierte Personen bei der Eignungsfeststellung und arbeitet mit den örtlichen Vermittlungsstellen für Kindertagespflege zusammen.
Personen, die Interesse daran haben, Kindertagespflegeperson zu werden, können sich an die Abteilung Jugend des Kreises Gütersloh wenden, telefonisch unter 05241/85 2482 oder per E-Mail an I.Gresshoener@kreis-guetersloh.de Mehr Informationen finden sich hier.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)


Bildnachweis/Bildinformationen: Suriye Gün (l.) von der Vermittlungsstelle der Kindertagespflege beim Caritasverband für den Kreis Gütersloh und Tagesmutter Simone Heitmann (r.) werben für den Beruf der Kindertagespflegeperson. In Herzebrock-Clarholz besteht in diesem Bereich noch Bedarf. Foto: Kreis Gütersloh

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