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Zahlreiche Manipulationen an polnischem LKW

Blaulicht

In der vergangenen Woche erhielt der Verkehrsdienst der Polizei Gütersloh einen Anruf von einer Lkw-Werkstatt aus Rheda-Wiedenbrück. Es wurde mitgeteilt, dass bei einem polnischen Lkw Manipulationen am digitalen Kontrollgerät festgestellt wurden.

Durch Beamte des Verkehrsdienstes Rheda-Wiedenbrück konnten mit Hilfe des Werkstattmeisters mehrere Manipulationen festgestellt werden.

Zwischen dem Getriebesensor und dem digitalen Kontrollgerät war ein im Armaturenbrett versteckter Schalter eingebaut. Durch seine Inbetriebnahme wurde dem Kontrollgerät vorgetäuscht, dass das Fahrzeug steht, Ruhezeit aufzeichnet und der Kilometerzähler ebenfalls steht, obwohl der Lkw gefahren wird. Zusätzlich war eine weitere Manipulation durch eine sogenannte »Speed Box« eingebaut. Hiermit wurden die an der Hinterachse angebrachten Signale der Radsensoren in dieser Box manipuliert und die gefälschten Daten in das elektronische Bremssystem eingespeist. Auch hier wurde der Fahrzeugelektronik ein Reifenstillstand vorgetäuscht, obwohl die Sattelzugmaschine fährt.

Somit wurden zwei unabhängige Sicherheitssysteme am Lkw manipuliert. In diesem Zustand werden alle elektronischen Brems -und Fahrsysteme auf Stillstand gesetzt, obwohl sich das Fahrzeug im Fahrzustand befindet. Die Sattelzugmaschine mit Auflieger war mit einer Ladung von 25 Tonnen Salz auf dem Weg von Polen nach Belgien. Der Fahrer hatte nach einer Ruhepause auf der Autobahn A 2 mehrere unerklärliche Fehlermeldungen in seiner Instrumententafel.

Daraufhin fuhr er zu einer Werkstatt, um die Fehlermeldungen löschen zu lassen. Vermutlich hatte ein Defekt an dem laienhaft angeschlossenen Manipulationsschalter die Meldungen ausgelöst.

Das Verbauen bzw. Bereithalten einer Einrichtung zur Fälschung, Unterdrückung oder Vernichtung von Aufzeichnungen und Speicherinhalten stellt für den Unternehmer eine Ordnungswidrigkeit nach dem Fahrpersonalgesetz dar und wird mit einem Bußgeld von 15 750 Euro geahndet.

Das Bußgeld wurde durch den polnischen Unternehmer als Sicherheitsleistung innerhalb von drei Tagen beglichen.

Für diese Zeit musste der Fahrer im Hotel übernachten und durfte erst mit seinem Lkw weiterfahren, als die Manipulationen entfernt, der Lkw wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht wurde und ein Sachverständiger dieses bestätigt hatte.

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