Das sanierte Marineschulschiff «Gorch Fock» ist nach einer vorzeitig beendeten Probefahrt in Wilhelmshaven angekommen. Zwei Schlepper begleiteten den Großsegler in den Hafen der Jadestadt. Die «Gorch Fock» hatte am Mittwochvormittag die Bremer Lürssen-Werft verlassen und war nach fast sechs Jahren erstmals aus eigener Kraft wieder auf Fahrt gegangen. Allerdings wurde die Probefahrt wegen eines technischen Defekts vorzeitig beendet. Kurz nach der Abfahrt musste die «Gorch Fock» von Schleppern in Schlepp genommen werden. Die Besatzung hatte ein defektes Regelventil entdeckt, das für die Frischwasserversorgung des Antriebsdieselmotors sorgt. Um das Ventil während der Probefahrt zu wechseln, wurde die Maschine vorerst gestoppt und die begleitenden Schlepper übernahmen. «Für genau solche Vorgänge werden im Schiffbau Werftprobefahrten durchgeführt», teilte ein Werftsprecher mit. Zunächst war geplant, die Fahrt nach der Reparatur aus eigener Kraft fortzusetzen. Noch am Mittwochabend stellte sich aber heraus, dass das Ventil nicht während der Fahrt ausgetauscht werden konnte. Die «Gorch Fock» sollte daher im Lauf der Abendstunden, abhängig vom Tidenhub in Wilhelmshaven, einlaufen. Dort werde das defekte Bauteil dann im Rahmen der ohnehin geplanten Endausrüstung ausgetauscht werden, teilte der Werftsprecher mit. Am 30. September soll die Bundeswehr den Dreimaster offiziell zurückerhalten. Zuvor war die Freude bei den Beteiligten groß: «Wir sind unglaublich stolz darauf, dieses besondere Schiff nun auf die Zielgerade gebracht zu haben und in wenigen Wochen unserem Kunden zu übergeben», sagte Lürssen-Geschäftsführer Tim Wagner. Am Ufer der Weser verfolgten Schaulustige die erste Fahrt des 63 Jahre alten Schiffs. «Wir freuen uns auf die erste Seefahrt im Rahmen der Werftprobefahrt und die ersten richtigen Eindrücke auf dem "neuen" Schiff», sagte Kapitän Nils Brandt. Die Lürssen-Werft hatte seit Herbst 2019 als zweite Werft an der «Gorch Fock» gebaut. Der vorherige Auftragnehmer, die Elsflether Werft, hatte Insolvenz anmelden müssen. In ihre Regie fielen die enormen Kostensprünge, die den Preis für die Generalüberholung von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro hochgetrieben haben. Die Marine bildet auf der «Gorch Fock» ihren Offiziersnachwuchs in seemännischem Handwerk aus. Die Sanierung hatte im Dezember 2015 begonnen. Nach fast sechs Jahren soll das Schiff am 4. Oktober in seinen Heimathafen Kiel zurückkehren.Erste Probefahrt dauert nicht lange
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«Gorch Fock» in Wilhelmshaven angekommen
Sechs Jahre hat es gedauert, nun geht die «Gorch Fock» wieder auf Fahrt. Das Marineschulschiff ist umfangreich generalüberholt worden. Reibungslos gelingt die erste Probefahrt aber nicht.
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