Ein junger Tiger in der Villa eines bekannten Clans in Berlin-Neukölln hat einen Polizeieinsatz und Ordnungsamts-Ermittlungen ausgelöst. Es müsse geklärt werden, wo das Tier herstammt und ob Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorlägen, sagte eine Sprecherin des Bezirks Neukölln. Unterdessen hieß es vom Circus Berolina aus dem brandenburgischen Schönefeld, er habe ein Tigerbaby für einen Auftritt auf einer Feier verliehen. «Es geht ihm gut», sagte eine Sprecherin der Zirkusfamilie. Nach der Berliner Verordnung zur Haltung von «gefährlichen Tieren wildlebender Arten» dürfe ein Tiger privat nicht gehalten werden, so die Behördensprecherin. Vor diesem Hintergrund sei es zur Durchsuchung mit Unterstützung der Polizei am Dienstagabend in der Villa gekommen. Auslöser waren den Angaben zufolge Fotos in sozialen Medien, auf denen ein Tiger in der Villa zu sehen war. Es habe Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestanden, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Tier vom Grundstück entkommt, hieß es vom Bezirk. Zudem habe die Gefahr illegalen Tierhandels bestanden. Zum Zeitpunkt des Einsatzes war der Tiger allerdings nicht mehr in der Villa. Das sieben Monate alte Tigermädchen sei für etwa 10 bis 15 Minuten dort gewesen, hieß es von Circus Berolina. «Wir haben nichts Falsches gemacht», sagte die Sprecherin. Drei Pfleger hätten das Tier begleitet. Der Zirkus wusste nach eigenen Angaben nicht, dass es sich bei dem Termin um eine Feier eines bekannten arabischstämmigen Clans handelte. «Wir werden gebucht und dann fahren wir dahin», sagte die Sprecherin. Mehrere Medien hatten berichtet, dass in der Clan-Villa eine Hochzeit gefeiert wurde. Um die Villa gibt es seit langem Streit. Das Gebäude und das Grundstück gehören zu 77 Immobilien, die die Staatsanwaltschaft 2018 beschlagnahmt hatte. Diese wurden nach Überzeugung der Behörde nicht mit legalem Geld gekauft. Im Fall der Villa ist inzwischen rechtskräftig entschieden, dass das Land Berlin Eigentümer ist. Der Bezirk Neukölln hatte der Familie gekündigt und 2021 eine Frist zum Auszug gesetzt. Da der Clan die Villa nicht räumte, zog der Bezirk vor Gericht.Gefahr für öffentliche Sicherheit
Bildnachweis: © Thomas Frey/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Tigermädchen in Berliner Clan-Villa - Ordnungsamt ermittelt
Fotos in sozialen Netzwerken zeigen einen Tiger in einer Villa in Berlin, doch die private Haltung gefährlicher Tieren wildlebender Arten ist verboten. In Neukölln besteht nun Klärungsbedarf.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 30. August 2026
Kapitän nach Fährunglück vor Zypern festgenommen - Acht Tote
Wie konnte es zu dem Fährunglück mit mehreren Toten kommen? Auf Zypern wird der Kapitän des Schiffes festgenommen - viele Menschen werden noch vermisst.
Neueste Artikel
- 5. September 2026
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.
- 5. September 2026
Mehr als 1.000 Fälle von West-Nil-Virus in Europa
In Europa steigen die Infektionen mit dem West-Nil-Virus: Inzwischen sind 15 Länder betroffen – auch Deutschland gehört dazu.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 5. September 2026
Forscher: Wasserdefizit in Deutschland verschlimmert sich
In Deutschland nehmen die Wasserreserven immer weiter ab. Nun machen Forscher deutlich, dass nicht fehlender Regen, sondern die steigenden Temperaturen dafür maßgeblich sind.
- 5. September 2026
Mehr als 1.000 Fälle von West-Nil-Virus in Europa
In Europa steigen die Infektionen mit dem West-Nil-Virus: Inzwischen sind 15 Länder betroffen – auch Deutschland gehört dazu.

