15. Mai 2023 / News aus der Welt

Schüsse in Mercedes-Werk - Mitarbeiter gedenken der Opfer

Mehrere Tage liegen die tödlichen Schüsse im Sindelfinger Werk von Mercedes-Benz bereits zurück. Nun haben Tausende Beschäftigte der zwei Opfer gedacht. Einer der Toten wurde unterdessen beerdigt.

Auf dem Mercedes-Benz-Werksgelände in Sindelfingen findet eine Schweigeminute für die Opfer statt.
Veröffentlicht am 15. Mai 2023 um 19:13 Uhr von dpa

Vier Tage nach den tödlichen Schüssen im Sindelfinger Werk von Mercedes-Benz haben die Beschäftigten der zwei Opfer gedacht. In dem Werk gab es am frühen Montagnachmittag eine Schweigeminute. Das teilte ein Unternehmenssprecher im Anschluss mit. Auch an anderen Standorten des Autobauers waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu eingeladen, zu diesem Zeitpunkt innezuhalten.

Der Sprecher ging davon aus, dass sich nahezu die gesamte Belegschaft des Werks an der Schweigeminute beteiligte. Auch die Bänder standen weitgehend still. An dem Gedenken nahmen auch Vorstandsvorsitzender Ola Källenius und Vertreter der Logistikfirma Rhenus teil. Für die Beschäftigten in der von der Tat betroffenen Halle gab es darüber hinaus jeweils vor Produktionsbeginn eine gesonderte Gedenk- und Informationsveranstaltung. Das Unternehmen hatte die Produktion dort nach der Tat am Donnerstag bis einschließlich Sonntag gestoppt.

Ein Opfer in der Türkei beigesetzt

Unterdessen wurde nach Angaben der örtlichen Ditib-Gemeinde eines der Opfer beigesetzt. Der Sarg mit dem Leichnam sei bereits am Samstag zusammen mit der Familie in die Türkei geflogen worden, sagte ein Moschee-Sprecher. Die Beerdigung habe am Sonntagnachmittag stattgefunden. Die Leiche des zweiten Opfers sollte demnach am Montag in die Türkei überführt werden, die Beisetzung finde voraussichtlich am Dienstag statt. Bereits am Samstag hatten sich rund 1000 Menschen an der Moschee zu einem Trauergebet für die Opfer versammelt.

Die beiden 44-Jährigen waren am Donnerstagmorgen in einer Werkshalle von Mercedes-Benz von Schüssen getroffen und tödlich verletzt worden. Einer starb noch vor Ort, der andere wenig später im Krankenhaus. Der Tat verdächtigt wird ein 53 Jahre alter Türke. Der Werksschutz hatte ihn kurze Zeit nach den Schüssen überwältigt. Polizisten nahmen ihn im Anschluss widerstandslos fest. Der mutmaßliche Todesschütze sitzt wegen des Verdachts des zweifachen Totschlags in Untersuchungshaft. Der Fall hatte erhebliches Aufsehen erregt, auch in der Türkei.

Täter und Opfer kannten sich

Täter und Opfer waren den Ermittlern zufolge bei Rhenus tätig und kannten sich. Wie eng das Verhältnis zwischen den Männern war, ist noch offen. Angaben zur Nationalität der Opfer machte die Polizei weiterhin nicht. Die Tatwaffe - eine Pistole - hatte der 53-Jährige wohl illegal besessen. Einen Waffenschein hatte er demnach nicht.

Die Hintergründe der Tat waren auch zu Wochenbeginn weiter unklar. Es gebe keine neuen Erkenntnisse, sagte ein Polizeisprecher. Der Verdächtige hatte sich bislang nicht geäußert. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Klärung des Motivs noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Das lasse sich erst zuverlässig beurteilen, wenn alle Beweise gesichtet seien, sagte er. Ausgeschlossen werden könne aus diesem Grund noch nichts, auch kein politischer Hintergrund. An der Aufklärung der Tat arbeitet aktuell eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen «Halle».

Das Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen bei Stuttgart ist mit seiner mehr als hundertjährigen Geschichte der traditionsreichste Fertigungsstandort des Autobauers. Dort arbeiten etwa 35.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der Mercedes-E-Klasse rollen in Sindelfingen auch die S-Klasse sowie deren elektrisches Pendant EQS vom Band.


Bildnachweis: © Mercedes-Benz AG/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Großbrand in Sprendlingen gelöscht - Evakuierung aufgehoben
News aus der Welt

Stundenlang ist die Feuerwehr in Rheinhessen mit einem Großaufgebot im Einsatz und kann Schlimmeres verhindern: Bewohner dürfen zurück, die Bahnstrecke ist wieder frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

LeseSnacks im Kloster Wiedenbrück: Fallobst im Fokus
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Am 17.09.2026 ab 19:30 Uhr präsentieren die LeseSnacks Geschichten über Fallobst im Kloster Wiedenbrück.

weiterlesen...
Mutter wollte Söhne anzünden - Entlassung aus Klinik
News aus der Welt

Spiritus, Feuerzeuge und plötzlich Panik im Supermarkt: Eine Mutter hat versucht, ihre beiden Söhne zu ermorden. Daran hat das Gericht keine Zweifel - und entscheidet doch zugunsten der Angeklagten.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mutter wollte Söhne anzünden - Entlassung aus Klinik
News aus der Welt

Spiritus, Feuerzeuge und plötzlich Panik im Supermarkt: Eine Mutter hat versucht, ihre beiden Söhne zu ermorden. Daran hat das Gericht keine Zweifel - und entscheidet doch zugunsten der Angeklagten.

weiterlesen...
Meta sperrt in Australien mehr als 750.000 Jugend-Accounts
News aus der Welt

Seit Dezember dürfen unter 16-Jährige in Australien keine Konten bei vielen sozialen Netzwerken mehr haben. Meta zieht nun Bilanz: 750.000 Konten wurden gesperrt – doch die Umsetzung bleibt schwierig.

weiterlesen...