9. Juni 2021 / News aus der Welt

Nach Europol-Razzia: Verdächtige in Untersuchungshaft

Polizei und Staatsanwaltschaft ist weltweit ein Coup gegen die Organisierte Kriminalität gelungen. Jetzt fangen die Untersuchungen erst richtig an - und bringen vielleicht auch alte Steine ins Rollen.

Einsatzkräfte bei einem großangelegten Einsatz gegen die Rauschgiftkriminalität vor einem Bürogebäude in Essen.
Veröffentlicht am 9. Juni 2021 um 15:28 Uhr von dpa

Nach den Razzien gegen die Organisierte Kriminalität sind mehrere Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

«Die Gerichte sind uns in allen Anträgen gefolgt», sagte Oberstaatsanwalt Benjamin Krause von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Der Schwerpunkt der Aktionen in Deutschland lag in Hessen.

Mit der Untersuchungshaft soll vor allem verhindert werden, dass die Tatverdächtigen flüchten und untertauchen, erklärte der Ermittler. Teilweise hätten sich die Verdächtigen zu den Taten geäußert. Die Beweismittel würden aber noch weiter ausgewertet. Dabei gehe es sowohl um Betäubungsmittel als auch um sichergestellte IT-Geräte.

«Das ist nicht eine Sache von Wochen, sondern von Monaten», sagte der Oberstaatsanwalt. Krause schloss nicht aus, dass mit diesen Erkenntnissen sowie den Daten der internationalen Ermittler ältere Fälle aufgeklärt werden und noch neue Ermittlungsverfahren hinzukommen können.

Bundesweit waren bei den Razzien am Montag mehr als 70 Personen festgenommen worden, darunter über 60 in Hessen. Die weltweite Zahl der Festnahmen bei dem internationalen Schlag gegen die Organisierte Kriminalität liegt bei mehr als 800. Es waren Tonnen an Drogen beschlagnahmt und große Mengen an Bargeld, Juwelen und Waffen sichergestellt worden.

Ermittler in den USA waren den Kriminellen auf die Spur gekommen, weil sie in einer monatelangen Operation verschlüsselte Netzwerke und Handys auswerten konnten. Bei der ZIT habe es in den vergangenen Monaten auch einen weiteren Ermittlungskomplex mit diesen sogenannten Kryptohandys gegeben, berichtete Oberstaatsanwalt Krause. Die Strukturen der Organisierten Kriminalität hätten sich in nahezu allen Bereichen stark auf Onlineplattformen wie das Darknet verlagert.

Für die Täter sei es leichter, einen Onlineshop für den Handel mit Drogen zu betreiben, als Revierkämpfe vor Ort auf der Straße in der analogen Welt zu haben - so umschrieb der Ermittler einen möglichen Grund für die Entwicklung. Das gleiche Prinzip gelte für die Kunden der Kriminellen.

Die Ermittlungsbehörden hätten jedoch im Kampf gegen die zunehmende Kriminalität im Internet in den vergangenen Jahren stark aufgeholt. Das liege daran, dass zunehmend internationale Allianzen gebildet würden, erklärte Krause. Gerade bei Kriminalität im Internet hörten die Straftaten ja nicht an Landesgrenzen auf. Außerdem holten sich die Polizeien sowie Staatsanwaltschaften immer mehr Experten in ihren Teams und arbeiteten vermehrt mit Cyberanalysten, Forensikern und IT-Spezialisten zusammen.


Bildnachweis: © Stephan Witte/KDF-TV & Picture/dpa
Copyright 2021, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Goldener Kamm in Gütersloh
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Kapitän nach Fährunglück vor Zypern festgenommen - Acht Tote
News aus der Welt

Wie konnte es zu dem Fährunglück mit mehreren Toten kommen? Auf Zypern wird der Kapitän des Schiffes festgenommen - viele Menschen werden noch vermisst.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Nicht nur «Good Vibes»: Alphaville-Streit geht weiter
News aus der Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt prägen politische Diskussionen auch den zweiten Tag des Glücksgefühle-Festivals. Was Künstler und Veranstalter dazu sagen.

weiterlesen...
Familienwanderung: Frau aus Hessen stirbt bei 60-Meter-Sturz
News aus der Welt

Bei einer Wanderung in Tirol verliert die Frau den Halt. Ihre Familie leistet Erste Hilfe, ein Notarzt trifft rasch ein. Dennoch kann das Leben der 75-Jährigen nicht gerettet werden.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Nicht nur «Good Vibes»: Alphaville-Streit geht weiter
News aus der Welt

Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt prägen politische Diskussionen auch den zweiten Tag des Glücksgefühle-Festivals. Was Künstler und Veranstalter dazu sagen.

weiterlesen...
Familienwanderung: Frau aus Hessen stirbt bei 60-Meter-Sturz
News aus der Welt

Bei einer Wanderung in Tirol verliert die Frau den Halt. Ihre Familie leistet Erste Hilfe, ein Notarzt trifft rasch ein. Dennoch kann das Leben der 75-Jährigen nicht gerettet werden.

weiterlesen...