8. April 2022 / News aus der Welt

Mehr Feldhasen in Deutschland

Auf Deutschlands Feldern tummeln sich immer mehr Feldhasen. Ein milder Winter sorgte im Frühjahr 2021 für viel Nachwuchs bei der gefährdeten Tierart.

Es gibt wieder mehr Feldhasen in Deutschland.
Veröffentlicht am 8. April 2022 um 10:01 Uhr von dpa

Ein milder Winter hat den bedrohten Feldhasen im vergangenen Jahr beim Nachwuchs auf die Sprünge geholfen. Auf den Feldern und Wiesen in Deutschland hoppelten im Frühjahr 2021 im Schnitt 16 Tiere pro Quadratkilometer, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) am Freitag in Berlin mitteilte.

Das sind zwei Feldhasen mehr als noch bei der letzten Zählung 2020 und einer der höchsten Werte seit Beginn der bundesweiten Erhebung vor rund 20 Jahren. Damit setze sich eine positive Entwicklung der vergangenen Jahre fort, sagte DJV-Sprecher Torsten Reinwald der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Hasen steige seit einem Tiefstand 2017 kontinuierlich an. Der Feldhase steht in Deutschland auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten.

Dass sich der Aufwärtstrend auch 2022 fortsetze, sei durchaus möglich, sagte Reinwald. Im März, wenn die ersten Junghasen geboren werden, sei es diesmal relativ trocken gewesen. «Die Kombination von nass und kalt, wenn die länger anhält, dann ist das schlecht für die Feldhasen.» Denn bei feucht-kalter Witterung bestehe die Gefahr, dass die neugeborenen Hasen auskühlen und sterben. Eine schützende Höhle wie etwa Kaninchen haben Feldhasen nicht.

2021 hatten die Feldhasen, die eigentlich in Steppengebieten zuhause sind, auch noch von den passenden Witterungsbedingungen im Herbst 2020 profitiert: Laut Deutschem Wetterdienst war es der viertwärmste Herbst seit 1881 - mit viel Sonnenschein und trockenem Wetter bis in den November. Darauf folgte der milde Winter. «Das heißt, ganz viele Hasen haben den Sprung ins Jahr 2021 geschafft», sagte Reinwald.

In 460 ausgewählten Gebieten zählen Jägerinnen und Jäger beim Wildtier-Monitoring des DJV im Frühjahr und Herbst, wie viele Tiere im Licht eines Scheinwerfers zu entdecken sind. Dabei gibt es regionale Unterschiede. 2021 registrierten die Jägerinnen und Jäger in vier von sechs Großlandschaften Zuwächse oder eine Stagnation.

Besonders dicht war der Bestand demnach im Nordwestdeutschen Tiefland, einem Gebiet, das von der dänischen Grenze bis ins nördliche Rheinland reicht. 25 Langohren pro Quadratkilometer wurden dort durchschnittlich gezählt. Mit gerade mal sechs Feldhasen pro Quadratkilometer fand sich die geringste Dichte im Nordostdeutschen Tiefland. Die Deutsche Wildtierstiftung schätzt, dass in Deutschland mehr als zwei Millionen Feldhasen (Lepus europaeus) leben.

Nach dem guten Start ins Jahr 2021 war es für die Hasen im Verlauf des Jahres schwieriger weitergegangen: Nach der ersten Zählung im März kam laut Jagdverband der kälteste April seit 40 Jahren, im Juli und August folgten regional viel Dauer- und Starkregen.

Zwar registrierten die Jägerinnen und Jäger bei der zweiten Zählung im Herbst bundesweit im Vergleich zur ersten Zählung im Frühjahr im Schnitt noch 10 Prozent mehr Feldhasen pro Fläche - diese Zuwachsrate, die als Gradmesser für die Gesundheit der Population dient, fiel jedoch geringer aus als zuvor. 2020 lag der Zuwachs über das Jahr noch bei 25 Prozent. Die nächste Zählung im Herbst wird zeigen, was die aktuelle Junghasen-Saison für den Bestand gebracht hat.


Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
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