In konventionell bewirtschafteten Bananenplantagen Nektar fressende Fledermäuse haben eine verringerte Vielfalt an Darmmikroben. Das berichtet ein Forscherteam der Universität Ulm nach Untersuchungen im zentralamerikanischen Costa Rica in der Fachzeitschrift «Frontiers in Ecology and Evolution». Inwiefern die veränderte Darmflora Folgen für die Gesundheit der Tiere hat, ist demnach noch unklar. Erforscht werden müsse auch, ob Pestizide die Ursache für die Veränderungen seien. Der Befund könne auf eine sogenannte Darmdysbiose, ein ungesundes Ungleichgewicht der mikrobiellen Symbionten, hindeuten, erklärte Erstautorin Priscilla Alpízar. Sie werde mit schlechterer Gesundheit wie einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten in Verbindung gebracht. Bei Menschen kann den Forschenden zufolge eine Ernährung mit viel Fast Food eine Dysbiose verursachen, indem sie die Vielfalt der Bakterien im Darm verringert. Die vorliegende Studie sei nun eine der ersten, die einen ähnlichen Effekt bei Wildtieren zeige. Generell seien die Plantagen-Fledermäuse im Mittel größer und schwerer gewesen, schreiben die Forschenden auch. Sowohl ökologische als auch konventionelle Bananen-Monokulturen stellten für bestimmte nektarfressende Fledermausarten eine sehr zuverlässige Nahrungsquelle dar.
Die Wissenschaftler hatten über Kotproben die Darmflora von Blütenfledermäusen (Glossophaga soricina) untersucht, die entweder in konventionell bewirtschafteten Bananen-Monokulturen, in Bio-Bananen-Plantagen oder im Wald nach Nektar suchten. Eine reduzierte Darmflora fand sich demnach nur bei den Tieren in den industriell geführten Monokulturen. Fledermäuse, die in den Bio-Plantagen auf Nahrungssuche waren, hatten eine vielfältige Darmflora ähnlich der bei im Wald umherstreifenden Blütenfledermäusen.
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Konventionelle Landwirtschaft schadet Fledermäusen
Nektar aus konventionell angebauten Bananen schädigt offenbar die Darmflora von Fledermäusen. Einen ähnlichen Effekt hat etwa auch zu viel Fast Food bei Menschen.
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