Mit einem Marsch über die vor allem auch bei Wohlhabenden beliebte Nordsee-Insel Sylt haben am Samstag linke Aktivisten für mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. Nach Schätzungen der Polizei beteiligten sich an der Protestaktion etwa 400 zumeist junge Menschen, die mit dem Zug vor allem aus Regionen Norddeutschlands angereist waren. Die Organisatoren selbst sprachen von rund 500 Teilnehmern. Den Angaben zufolge verlief der Marsch von Westerland nach Kampen friedlich. Der Zug der Demonstranten war gegen 14.30 Uhr mit etwa einstündiger Verspätung gestartet. Die Polizei war in sichtbarer Präsenz auf der Insel vertreten. Für den Abend war in Westerland zum Abschluss des Aktionstages noch ein Konzert geplant. Zu der Protestaktion aufgerufen hatte das Bündnis «Wer hat, der gibt», um Forderungen nach einer Umverteilung von Reichtum zu bekräftigen. «Auf Sylt bejubeln sich Reiche für Leistungen, die sie nicht erbracht haben, und vererben Geld, das sie nicht verdient haben», heißt es in dem im Internet veröffentlichten Aufruf. Andernorts sei das Armutsniveau derweil auf einem Rekordhoch, die rapide steigenden Preise trieben immer mehr Menschen in die Existenzangst. «Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten», stand auf einem Banner, das an einem Kleintransporter an der Spitze des Demonstrationszuges befestigt war. Die hohen Kostensteigerungen bei Energie, Kraftstoffen und Lebensmitteln hatten zuletzt die politische Debatte um wachsende Armut und soziale Verantwortung neu belebt. Sylt mit seinen teilweise exklusiven Feriendomizilen gilt für viele als Synonym für Abgehobenheit und Reichtum. Erst Anfang Juli war mit der Hochzeit von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) die Insel wieder ins Rampenlicht geraten. Damals war eine Gruppe von Punks mit dem Ziel angereist, die Feier zu stören. Doch hatten sie sich für ihren lautstarken Protest laut Polizei das falsche Hotel ausgesucht. «Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten»
Das Aktionsbündnis fordert eine einmalige Vermögensabgabe zur Deckung der Kosten der Corona-Krise, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer und die Erhöhung des Spitzensteuersatzes für besonders hohe Einkommen. Internationale Steueroasen sollen abgeschafft, große Erbschaften und Schenkungen höher besteuert werden. Sylt gilt für viele als Synonym für Reichtum
Bildnachweis: © Daniel Bockwoldt/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Demonstranten auf Sylt fordern Umverteilung von Reichtum
Sylt gilt als Insel der Reichen. Nicht zufällig haben linke Aktivisten die langgestreckte Nordsee-Insel als Ziel einer Protestaktion gegen die zunehmende Wohlstandskluft gewählt.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
Kreis Gütersloh: Tempofreigabe zwischen Rheda-Wiedenbrück und Gütersloh
- 12. Januar 2026
Glatteis-Gefahr verlagert sich in den Osten Deutschlands
Was der Westen hinter sich hat, steht dem Osten noch bevor. Vor allem im Nordosten und Südosten kann es spiegelglatt werden. Brandenburg hat die Präsenzpflicht an Schulen für Dienstag aufgehoben.
- 31. Dezember 2025
Weihnachtsfeier, Geburtstag oder ein schöner Tag bei Wiedenbrück on Ice
Ideal für Teamevents und Feierlichkeiten
Neueste Artikel
- 16. Januar 2026
Raub auf Pokémon-Laden in New York: 100.000 US-Dollar Beute
Ein Fan-Event wird überschattet, als mitten in Manhattan Bewaffnete einen Pokémon-Laden überfallen. Die Beute: wertvolle Sammelkarten, Bargeld und ein Telefon.
- 16. Januar 2026
Explosion und Feuer in Utrecht: vier Verletzte
Ein lauter Knall schreckt Anwohner in der niederländischen Stadt Utrecht auf. Dann bricht ein Feuer aus. Der Schaden ist groß.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 16. Januar 2026
Raub auf Pokémon-Laden in New York: 100.000 US-Dollar Beute
Ein Fan-Event wird überschattet, als mitten in Manhattan Bewaffnete einen Pokémon-Laden überfallen. Die Beute: wertvolle Sammelkarten, Bargeld und ein Telefon.
- 16. Januar 2026
Explosion und Feuer in Utrecht: vier Verletzte
Ein lauter Knall schreckt Anwohner in der niederländischen Stadt Utrecht auf. Dann bricht ein Feuer aus. Der Schaden ist groß.

