Der Drogenhandel nimmt in Deutschland zu. «Wir sehen in Deutschland eine große Nachfrage nach Rauschgift», sagte die Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes (BKA), Martina Link, am Donnerstag in Wiesbaden. Es gebe viele Tätergruppen, die mit Rauschgift im großen Stil handelten. Das sei ein ernstzunehmendes Problem in Deutschland. Insgesamt sank die Zahl der bundesweiten Rauschgiftdelikte 2021 im Vergleich zum Vorjahr aber um 1,3 Prozent. Drogenhandel und Drogenschmuggel seien die wesentlichen Einnahmequellen der organisierten Kriminalität, sagte Link. Fast die Hälfte dieser Gruppierungen sei im Bereich des international organisierten Rauschgifthandels tätig. Von den rund 361.000 Rauschgiftdelikten, die im Jahr 2021 registriert wurden, entfielen laut BKA rund 56.000 auf den Handel mit Drogen. Das sei eine Zunahme von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, erklärte Link. Fast 48.000 Tatverdächtige seien wegen des illegalen Rauschgifthandels in Deutschland ermittelt worden. Insgesamt ging die Gesamtzahl der Tatverdächtigen im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten - also auch wegen des Besitzes und Erwerbs - mit fast 281.000 Personen im Jahresvergleich leicht zurück. Die größte Zahl der festgestellten Rauschgiftdelikte mit fast 60 Prozent habe es im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit Cannabis gegeben. Bei Amphetamin habe der Anteil bei rund zehn und bei Kokain etwa sechs Prozent gelegen, auf Heroin und Chrystal seien etwa drei Prozent entfallen, erklärte die Ermittlerin bei der Präsentation des «Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2021». Das Rauschgift werde nicht nur auf dem klassischen Weg auf der Straße angeboten und gehandelt, sondern zunehmend auch im Internet. Die Täter nutzten dabei vor allem das Darknet, aber auch Social-Media-Seiten und Messenger-Dienste. Dieser Trend habe sich im zweiten Jahr der Corona-Pandemie weiter verstetigt und mache die Strafverfolgung sehr aufwendig, berichtete die BKA-Vizepräsidentin. Mit dem internationalen Rauschgifthandel erzielten die Täter Milliardengewinne. Diese illegalen Gewinne würden entweder in die Drogengeschäfte reinvestiert. Oder das Geld fließe in die legale Wirtschaft und dabei in Immobilien, die Gastronomie oder Spielotheken, erklärte die Ermittlerin. «Ohne die große Nachfrage nach Rauschgift wäre der illegale Handel nicht so lukrativ, wie er es ist», betonte Link und wies auch auf die hohe Gewaltbereitschaft bei der organisierten Kriminalität hin. 1826 Menschen starben in Deutschland im vergangenen Jahr an den Folgen ihrer Drogensucht. Das entspricht nach Angaben des Bundeskriminalamtes einer Zunahme um 15,5 Prozent im Jahresvergleich. Hauptursachen für den Tod waren demnach der Konsum von Heroin und Opiat-Substitutionsmitteln. «Wir müssen mehr tun, damit Menschen gar nicht erst zu gefährlichen Drogen greifen, oder, wenn sie es doch tun, davon wieder loskommen», mahnte der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert. «Deswegen brauchen wir in Deutschland eine wirklich flächendeckende Suchtprävention, die hält, was sie verspricht.» Die Nachfrage nach Drogen müsse gesenkt werden. Es müsse flächendeckende und ausreichend finanzierte Beratungsangebote geben. Auch im Internet sollte mehr Beratung angeboten werden. Meiste Delikte im Zusammenhang mit Cannabis
1826 Todesfälle wegen Drogensucht
Bildnachweis: © Boris Roessler/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
BKA warnt vor Zunahme des Rauschgifthandels in Deutschland
Rauschgifthändler benutzen für ihre Geschäfte immer mehr das Internet und Social-Media-Kanäle. Die Ermittler des BKA beobachten auch vermehrt große Lieferungen von Drogen in Deutschland.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 25. September 2026
Herbstkirmes 2026 in Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk und Krammarkt
Vom 2. bis 5. Oktober lockt die Herbstkirmes nach Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk, verkaufsoffener Sonntag und Krammarkt.
- 20. September 2026
Klingelbrink wird zur Partymeile: Soleil Society bringt Wiedenbrück zum Pulsieren
Summer Closing am Klingelbrink: volle Straße, mehr als 250.000 Videoaufrufe und eine Debatte über Innenstadtleben. Unser Rückblick mit Bildergalerie.
- 3. Oktober 2026
Ähnelte KZ-Kleidung: Zara zieht Kostüm zurück
Zara nimmt ein Halloween-Kostüm aus dem Sortiment. Die Modekette reagiert auf Kritik, das Design erinnere an KZ-Häftlingskleidung aus der NS-Zeit.
Neueste Artikel
- 9. Oktober 2026
Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache
Herzinfarkte und Schlaganfälle bleiben die tödlichsten Erkrankungen. Die Fallzahlen sinken seit dem Jahr 2022 aber deutlich.
- 9. Oktober 2026
Tote bei Waffenkontrolle: Was wissen wir und was nicht
Bei einer Kontrolle im Landkreis Neumarkt werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Ein 60-Jähriger verschanzte sich stundenlang – was geschah bei dem Einsatz?
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 9. Oktober 2026
Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufigste Todesursache
Herzinfarkte und Schlaganfälle bleiben die tödlichsten Erkrankungen. Die Fallzahlen sinken seit dem Jahr 2022 aber deutlich.
- 9. Oktober 2026
Tote bei Waffenkontrolle: Was wissen wir und was nicht
Bei einer Kontrolle im Landkreis Neumarkt werden zwei Behördenmitarbeiter erschossen. Ein 60-Jähriger verschanzte sich stundenlang – was geschah bei dem Einsatz?

