17. Juni 2022 / News aus der Welt

WMO: Hitzewelle ist «Vorgeschmack auf die Zukunft»

Die Prognose ist düster: Hitzewellen werden laut Expertenmeinung zukünftig früher einsetzen, sie werden häufiger und noch heftiger. Woran liegt das?

Nach dem warmen und trockenen Frühjahr befürchtet der Landesbetrieb HessenForst zunehmende Probleme für die ohnehin durch Dürre, Borkenkäfer und Stürme stark angegriffenen hessischen W...
Veröffentlicht am 17. Juni 2022 um 15:37 Uhr von dpa

Hitzewellen werden laut den Vereinten Nationen künftig häufiger so ungewöhnlich früh und intensiv auftreten wie in dieser Woche in Europa. «Was wir heute erleben ist leider ein Vorgeschmack auf die Zukunft», sagte Clare Nullis, die Sprecherin der Weltwetterorganisation (WMO), am Freitag in Genf und verwies auf den Klimawandel.

Die extrem hohen Temperaturen, die sich von Nordafrika über Südeuropa ausgebreitet haben und an diesem Wochenende in der Schweiz und Deutschland erwartet werden, sind laut der WMO eher typisch für den Juli oder August.

In manchen Teilen Spaniens und Frankreichs sind die Thermometer dieser Tage mehr als zehn Grad über den Mittelwert für diese Jahreszeit geklettert, wie Nullis berichtete. Spanien, Portugal, Ungarn und Serbien seien von Trockenheit betroffen. Außerhalb Europas seien in den Vereinigten Staaten Mitte dieser Woche für fast ein Drittel der Bevölkerung Hitzewarnungen ausgesprochen worden.

«Als Folge des Klimawandels beginnen Hitzewellen früher, und sie werden häufiger und heftiger», sagte Nullis. Schuld daran seien die rekordhohen Konzentrationen von Gasen in der Atmosphäre, die den Treibhauseffekt verursachten.

DWD warnt auch

Der Klima-Vorstand des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Tobias Fuchs, warnte unterdessen, dass es schon in den nächsten Jahren durchschnittlich bis zu einem Grad wärmer werden könnte in Deutschland als in den vergangenen drei Jahrzehnten. Der Klimawandel werde Deutschland auch in den kommenden Jahren deutlich prägen, so Fuchs. Der Trend zu steigenden Durchschnittstemperaturen zeigt sich laut DWD schon in diesem Sommer. Für alle Regionen Deutschlands wird ein Temperaturplus von bis zu einem Grad im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt von 17,6 Grad des Zeitraums 1991 bis 2020 prognostiziert.


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
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