Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste unterstützt weitere Museen und Einrichtungen, die die Herkunft ihrer Bestände aus der Kolonialzeit erforschen wollen. Es gehe um Kulturgüter aus Skandinavien, Ostafrika und China, sowie um menschliche Überreste aus einstigen Kolonialgebieten. In der ersten Antragsrunde 2022 seien nun 1,6 Millionen Euro für neun Forschungsanträge bewilligt worden. Sieben Projekte seien neu beantragt worden, zwei laufende würden verlängert. Unterstützt werde etwa die bedeutendste sámische Sammlung außerhalb Nordeuropas im Museum Europäischer Kulturen (MEK) in Berlin-Dahlem. Dort solle die Herkunft von rund 1000 Objekten und Fotografien erforscht werden. Die Sámen in den nördlichen Regionen Norwegens, Finnlands, Schwedens und auf der Kola-Halbinsel der Russischen Föderation hätten während der Unterdrückung durch die Nationalstaaten die meisten materiellen Zeugnisse ihrer Kultur verloren. In einem Projekt der Universität Köln gehe es um koloniales Sammlungsgut in Kunstmuseen und Künstlernachlässen. Dabei sollten Artefakte aus den Sammlungen der «Brücke»-Künstler Karl Schmidt-Rottluff, Emil Nolde, Erich Heckel und Max Pechstein genauer untersucht werden. «So soll ein Bewusstsein dafür entstehen, dass nicht nur in ethnologischen Museen, sondern auch in Kunstsammlungen tausende von Objekten aus kolonialen Kontexten lagern, deren Herkunft ungeklärt - und oft auch unterhinterfragt ist», so das Zentrum Kulturgutverluste weiter. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste war zum 1. Januar 2015 von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden in Magdeburg gegründet worden. Es ist zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßig entzogenen Kulturguts. Das Hauptaugenmerk galt der Zeit des Nationalsozialismus. Im Januar 2019 ist das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste um einen Fachbereich für koloniale Kontexte erweitert worden. Seitdem wurden den Angaben zufolge rund sechs Millionen Euro für 50 Projekte in diesem Bereich bewilligt.Herkunft von Objekte oft «unterhinterfragt»
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Museen wollen Objekte aus Kolonialzeit erforschen
Die Liste der Objekte aus der Kolonialzeit in den Museen und Sammlungen, deren Herkunft ungeklärt ist, ist lang. Eine Stiftung bewilligte nun die Förderung mehrerer Projektanträge, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen.
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