23. April 2022 / News aus der Welt

Längste Infektion: Corona-Patient 505 Tage lang positiv

Die bisher längste bekannte Covid-Infektion dauerte 335 Tage. Ein britischer Patient mit Immunschwäche hat diesen Rekord jetzt gebrochen - er war mehr als 500 Tage lang positiv.

Im Rahmen einer Studie wurden immungeschwächte Covid-19-Patienten beobachtet.
Veröffentlicht am 23. April 2022 um 06:24 Uhr von dpa

Ein britischer Corona-Patient hat mit 505 Tagen bis zu seinem Tod die bislang längste bekannte Corona-Infektion durchgemacht. Das teilten Forscher des King's College London und des Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust mit. Bislang dauerte die längste bekannte Infektion 335 Tage.

Die betreffende Person habe unter einer Immunschwäche gelitten und nahm an einer Studie teil, die Aufschluss darüber geben sollte, wie sich das Virus bei langfristig Erkrankten verändert. Die Wissenschaftler fanden dabei Hinweise darauf, dass in immungeschwächten Patienten neue Virusvarianten entstehen können, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Die Ergebnisse sollen bei einem internationalen Kongress in Lissabon an diesem Wochenende vorgestellt werden.

Gewöhnliche Infektion dauert zwei Wochen

In Menschen mit funktionierendem Immunsystem dauert eine Coronavirus-Infektion nach Angaben der Forscher in der Regel ein bis zwei Wochen. Auch wenn das Virus noch bis zu 90 Tage per PCR-Test nachgewiesen werden kann, ist es nicht mehr in der Lage, sich zu replizieren. Bei stark immungeschwächten Personen ist das anders, hier können aktive Infektionen lange andauern.

Im Rahmen der Studie wurden neun Covid-19-Patienten beobachtet, die aufgrund von anderen Erkrankungen oder Therapien ein geschwächtes Immunsystem hatten. Im Schnitt waren sie 73 Tage lang infiziert. Bei zwei Patienten dauerte die Infektion länger als ein Jahr an.

Neue Varianten entstehen in immungeschwächten Patienten

«Regelmäßige Proben und genetische Analysen des Virus zeigten, dass fünf der neun Patienten mindestens eine Mutation entwickelten, die in als besorgniserregend eingestuften Varianten vorkamen», hieß es in der Mitteilung weiter. Bei einem Patienten seien zehn Mutationen festgestellt worden, die einzeln in besorgniserregenden Varianten wie Alpha, Gamma oder Omikron auftreten.

«Das erbringt den Beweis, dass Mutationen, die in besorgniserregenden Varianten vorkommen, in immungeschwächten Patienten vorkommen und stützt die Vorstellung, dass neue Varianten der Viren in immungeschwächten Personen entstehen könnten», sagte Luke Blagdon Snell vom Guy's and St Thomas' NHS Foundation Trust.

Es sei aber wichtig zu betonen, dass keiner der in der Studie beobachteten Patienten eine Virus-Variante entwickelt habe, die zu einer der weit verbreiteten besorgniserregenden Varianten geworden sei, so Snell weiter. Unklar sei auch, ob die Varianten Alpha, Delta und Omikron auf diese Weise entstanden seien.


Bildnachweis: © Joe Giddens/PA Wire/dpa
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