1. April 2022 / News aus der Welt

Hohe Schadstoffwerte für Großteil der EU-Stadtbewohner

Stickstoffdioxid und Feinstaub - Für den überwiegenden Teil von Städtern in der EU bleibt das Realität.

Autos, Lkw, Lieferfahrzeuge und verstopfte Straßen: Wer in der Stadt lebt, kann meist keine saubere Luft atmen.
Veröffentlicht am 1. April 2022 um 12:24 Uhr von dpa

Trotz Verbesserungen bei der Luftqualität ist der Großteil der Menschen in Europas Bevölkerungszentren weiterhin einer gesundheitsschädlichen Luftverschmutzung ausgesetzt.

96 Prozent der städtischen Bevölkerung in der EU lebten im Jahr 2020 mit Feinstaubwerten, die die Richtwerte der Weltgesundheitsorganisation WHO überstiegen, wie die EU-Umweltagentur EEA mitteilte. 89 Prozent waren Stickstoffdioxidwerten oberhalb der WHO-Richtwerte ausgesetzt. Deutschland lag beim Feinstaub (PM2.5) im Mittelfeld, wies beim Stickstoffdioxid (NO2) dagegen die höchste durchschnittliche Konzentration aller EU-Staaten auf.

Die Corona-Pandemie hat sich demnach positiv auf die Luftqualität ausgewirkt: Lockdown-Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus hätten 2020 zu einer vorübergehend verringerten Aktivität im Straßen-, Luft- und internationalen Schiffsverkehr geführt, was wiederum für einen Rückgang des Ausstoßes von Luftschadstoffen gesorgt habe, schrieb die in Kopenhagen ansässige EEA.

Strengere Grenzwerte

In Großstädten in Frankreich, Italien und Spanien seien die Stickstoffdioxidwerte um bis zu einem Viertel gesunken. Trotz eines spürbaren Rückgangs der Luftverschmutzung aus dem Straßenverkehr seien Überschreitungen der europäischen Luftqualitätsnormen in der gesamten EU aber weiterhin üblich.

Die WHO hatte ihre empfohlenen Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft im September vergangenen Jahres deutlich strenger gefasst. Was die Organisation für gesundheitlich vertretbar hält, liegt nun noch deutlicher unter den EU-Richtwerten, die derzeit auch in Deutschland gelten. Die EEA sieht eine große Diskrepanz zwischen den derzeitigen EU-Vorgaben und den wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber, wann gesundheitliche Auswirkungen auftreten.


Bildnachweis: © Michael Kappeler/dpa
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