8. März 2024 / Kreis Gütersloh

Kindergartenbedarfsplanung 2024/25

Gütersloh. Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen im Kreis Gütersloh steigt. Um den Bedarf in allen zehn...

Veröffentlicht am 8. März 2024 um 08:56 Uhr von Lena Baron

Gütersloh. Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen im Kreis Gütersloh steigt. Um den Bedarf in allen zehn Kommunen, in denen der Kreis Gütersloh die Aufgaben des Jugendamtes übernimmt, zu decken, ist die Eröffnung weiterer Kitas sowie die Ausweitung des Angebotes der Kindertages-pflege geplant. Barbara Grube, Sachgebietsleiterin Kindertagesbetreuung beim Kreis Gütersloh, stellte die aktuelle Kindergartenbedarfsplanung für das Jahr 2024/25 im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag, 7. März, vor. Die Planungen für die derzeit 123 Kindertageseinrichtungen sind in enger Absprache mit den Kommunen und Trägern erfolgt. Die Politikerinnen und Politiker stimmten dem einstimmig zu.

Für die 6.147 Kinder über drei Jahren (Ü3) stehen 6.099 Plätze zur Verfügung. Das entspricht einer Betreuungsquote von 99,22 Prozent und liegt damit um rund 3 Prozent höher als im Vorjahr. Damit kann im Ü3-Bereich im Kreis Gütersloh die angestrebte Bedarfsdeckung von 99 Prozent erreicht werden.

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen von Kleinkindern zwischen zwei Monaten und drei Jahren (U3) ist wie in den vergangenen Jahren weiterhin hoch. In den Kindertageseinrichtungen stehen 1.849 U3-Plätze zur Verfügung. Dazu kommt noch das Angebot der Kindertagespflege. Die Platzvergabe mit dem Kita-online-Portal „Kivan“ ist derzeit noch im Prozess. Derzeit besuchen 582 Kinder eine Tagespflege, davon sind 532 nicht älter als drei Jahre. Aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren rechnet die Abteilung Jugend für das kommende Kita-Jahr mit rund 590 Kindern, die in der Kindertagespflege betreut werden, davon 550 U3-Kinder und 40 Ü3-Kinder. Zudem soll das Angebot für Kinder mit einer Behinderung erweitert werden. Durch entsprechende Qualifikationen der Kindertagespflegepersonen sollen hier 9 Plätze vergeben werden. Kinder ab einem Jahr haben einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Im U3-Bereich wird in den Kitas und Tagespflegen laut Plandaten eine Betreuungsquote von den Kindern mit Rechtsanspruch, also alle 1 bis 3-Jährigen, von 67,27 Prozent erreicht.

Aufgrund der hohen Nachfrage nach U3-Plätzen soll das Angebot der Kindertagespflege weiter ausgebaut werden. Dazu startet der Kreis Gütersloh erstmalig ein Kooperationsprojekt der Großtagespflege mit dem AWO Kreisverband in Werther (Westf.). Voraussichtlich 146 Tagesmütter und -väter werden im kommenden Kita-Jahr aktiv sein – das sind fast 30 weniger als noch im Vorjahr. „Wir brauchen auf dem Gebiet aber dringend Nachwuchs – einmal natürlich wegen der hohen Nachfrage, aber auch wegen dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel. Viele Tagesmütter und -väter sind mittlerweile in den Ruhestand gegangen“, betont Grube. Die Abteilung Jugend strebt die Ausbildung und den Einsatz von mindestens zehn weiteren Tagespflegepersonen an.

Auch geflüchtete Familien, die nun im Kreis Gütersloh leben, haben einen Anspruch auf Kinderbetreuung. Kinder aus Familien, die bereits einer Kommune zugeordnet wurden, wurden auch in der Bedarfsplanung berücksichtigt. Kinder, die mit ihren Eltern unterjährig zuziehen und demnach noch keinen Kita-Platz haben, sollen in sogenannten Brückenprojekten betreut werden. Diese Gruppen sind ein niedrigschwelliges Angebot für Familien, die bisher keine Erfahrung mit außerfamiliären Betreuungsangeboten gemacht haben. Das Angebot umfasst im kommenden Kita-Jahr 8 Betreuungsgruppen und ist damit fast um die Hälfte geschrumpft (2023: 14 Betreuungsgruppen). Dieser Rückgang ist auf den Fachkräftemangel zurückzuführen.

Spielgruppen stellen ein alternatives Betreuungsangebot an zwei bis fünf Wochentagen dar und werden ebenfalls bedarfsgerecht gefördert. Aktuell gibt es davon 20 im gesamten Kreisgebiet, in denen 86 Kinder betreut werden. Da dieses Angebot jedoch nicht den Rechtsanspruch erfüllt, wirkt es sich nicht auf die Betreuungsquote aus.

Der Finanzbedarf für die 123 Kindertageseinrichtungen sowie die insgesamt 146 Kindertagespflegepersonen beläuft sich auf rund 102,7 Millionen Euro.

Zum Thema: Aktuelle und neue Angebote in den zehn Kommunen

  • Borgholzhausen: Die zusätzliche Gruppenform 1 (Gruppen für 20 Kinder ab 2 Jahren bis zum Schuleintritt) an der Kita Sonnenschein in Borgholzhausen soll voraussichtlich zum 01.08.24 starten.
  • Halle (Westf.): Insgesamt ist die Versorgung in Halle (Westf.) gut. Die Überlegungen zur Erweiterung bestehender Kitas werden im Blick behalten, für dieses Kita-Jahr besteht kein Bedarf.
  • Harsewinkel: Für den Ortsteil Greffen gibt es derzeit eine 1-gruppige Übergangslösung für die geplante 2-gruppige Kita. Träger ist die Step Kids KiTas gGmbH. Der Neubau soll so bald wie möglich in Betrieb genommen werden. Für den Ortsteil Marienfeld werden ebenfalls weitere Plätze benötigt. Hier wird die Kiku Marienblümchen um zwei Gruppen erweitert.
  • Herzebrock-Clarholz: Im Ortsteil Clarholz soll eine weitere Gruppe an der CJD Norbert-Kita zum 1.8.2024 starten. Zusätzlich ist eine neue 5-gruppige Kita geplant, als Träger hat sich die Gemeinde Herzebrock-Clarholz für die “global education gGmbH“ entschieden. Die neue Kita „Villa Lindenbaum“ ist zurzeit in einer Containerlösung 3-gruppig untergebracht.
  • Langenberg: Im Ortsteil Benteler soll die Kita St. Antonius um 2 Gruppen erweitert werden. Der Anbau hat sich erheblich verzögert. Im November 2023 wurde eine Übergangsgruppe im Nachbargebäude eingerichtet. Sie kann solange bestehen bleiben, bis der Anbau fertig ist. Zusätzlich entsteht eine weitere 4-gruppige Kita im Ortsteil Langenberg. Träger ist die spi Kita gGmbH. Die Kita betreibt derzeit 2 Übergangsgruppen. Die neue Kita soll möglichst zum 01.08.2024 fertiggestellt sein.
  • Rietberg: Insgesamt ist die Versorgung in Rietberg sehr gut. Für den Ortsteil Mastholte wird jedoch eine neue 4-gruppige Kita benötigt. Träger wird die spi Kita gGmbH sein.
  • Schloß Holte-Stukenbrock: Aufgrund des hohen Bedarfes sind zwei weitere Kitas in Planung. Die “global education gGmbH“ wurde als Träger ausgewählt. Die Umsetzung soll sobald wie möglich erfolgen. Derzeit ist eine Gruppe als Übergangslösung in der Grundschule Stukenbrock untergebracht.
  • Steinhagen: Die Trägerschaft für eine weitere 3-gruppige Kita in Steinhagen wurde an die spi Kita gGmbH übertragen. Geplant ist diese zum 01.08.24. Eine Übergangslösung muss voraussichtlich geschaffen werden, da der Bedarf bereits für 24/25 hoch ist. Außerdem ist eine Erweiterung der Kita Arche Noah um eine Gruppe geplant.
  • Versmold: Ein Interessenbekundungsverfahren für eine weitere zweigruppige Kita im Ortsteil Peckeloh wurde auf den Weg gebracht. Weiter wird die Kita Peckeloh im Ortsteil Peckeloh um eine Gruppenform 1 erweitert. Die Kita Königsberger Str. im Ortsteil Versmold wird eine Containerlösung schaffen, um dort eine Gruppenform 3 (20 bis 25 Kinder von drei Jahren und älter) unterzubringen (derzeit in Peckeloh).
  • Werther (Westf.): Die Trägerschaft für eine weitere zweigruppige Kita wurde an die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. übertragen. Voraussichtlich wird diese zum 01.08.25 starten. Eine Übergangslösung soll erfolgen, soweit diese benötigt wird. Weitere Gruppen sind in Planungen.

Quelle: Kreis Gütersloh - hier Original öffnen (www.kreis-guetersloh.de)

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