5. April 2023 / News aus der Welt

Europol: Drogenbanden unterwandern Europas Häfen

Kriminelle verstecken Kokain in Containern zwischen Bananen und Autoteilen. Korrupte Beamten sind die Helfershelfer in den Häfen. Inzwischen setzen die Banden aber auch auf neue Methoden.

Eine Zollbeamtin im Hafen von Rotterdam.
Veröffentlicht am 5. April 2023 um 10:39 Uhr von dpa

Das organisierte Verbrechen infiltriert nach einem Bericht von Europol zunehmend die großen Häfen Europas. «Europas drei größte Häfen, nämlich die von Antwerpen, Rotterdam und Hamburg, gehören zu den Hauptzielen von krimineller Unterwanderung», geht aus einer von Europol in Den Haag veröffentlichten Analyse hervor.

Die Banden würden Hafenbeamte oder Mitarbeiter von Firmen bestechen, Komplizen einschleusen und zunehmend auch die digitalen Sicherheitscodes von Containern knacken. Erstmals hatten Sicherheitsexperten die Risiken der großen Seehäfen von Antwerpen, Rotterdam sowie Hamburg und Bremerhaven analysiert.

Die internationalen Banden nutzen Europol zufolge vor allem den Containerverkehr, um Kokain in die EU zu schleusen. Die Drogen würden zwischen legalen Waren wie Autoteile oder Bananen versteckt und dann in den Häfen wieder herausgeholt. Haupteinfuhrhäfen sind Antwerpen und Rotterdam.

Rekordmenge an Drogen sichergestellt

Allein im vergangenen Jahr hatten Zollfahnder dort die Rekordmenge von insgesamt rund 200 Tonnen Kokain sichergestellt. Nach den Analysen der Ermittler ist dies nur ein Bruchteil der tatsächlich geschmuggelten Drogen.

In den Seehäfen der EU kommen nach Angaben der Behörde jährlich rund 90 Millionen Container an. Doch nur ein kleiner Teil kann auch auf illegale Waren kontrolliert werden.

Die Verbrecher-Netzwerke setzen dem Bericht zufolge vor allem auf Korruption von Hafenmitarbeitern. Doch die Bestechung von vielen Einzelpersonen und damit Mitwisser stelle für sie auch große Risiken dar. Daher würden die Banden auf neue Methoden setzen.

Sie zielten der Analyse der Experten zufolge zunehmend auf die digitalen Sicherheitscodes für See-Container. Mit diesen Codes könnten sie Container öffnen, aber diese auch problemlos aus den Sicherheitsbereichen der Häfen schaffen. Um an die Codes zu kommen, müssten nur weniger Mitarbeiter bestochen werden oder Computersysteme gehackt werden.

Banden schleusten auch selbst professionelle Teams ein, um die Waren aus den Containern zu holen. Dabei nutzten sie die «Methode Trojanisches Pferd», wie die Experten darstellten. Professionelle «Rausholer-Teams» würden auf das Hafengelände eingeschleust und bekommen nach Schätzungen von Europol zwischen sieben und 15 Prozent des Wertes der illegalen Ladung - oft hunderttausende Euros.


Bildnachweis: © Kristof Van Accom/BELGA/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Herbstkirmes 2026 in Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk und Krammarkt
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Vom 2. bis 5. Oktober lockt die Herbstkirmes nach Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk, verkaufsoffener Sonntag und Krammarkt.

weiterlesen...
Klingelbrink wird zur Partymeile: Soleil Society bringt Wiedenbrück zum Pulsieren
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Summer Closing am Klingelbrink: volle Straße, mehr als 250.000 Videoaufrufe und eine Debatte über Innenstadtleben. Unser Rückblick mit Bildergalerie.

weiterlesen...
70 Jahre Uhrmeister: Jubiläumsabend am 9. Oktober in Wiedenbrück
Veranstaltungstipp

Discokugeln am Klingelbrink: Unser Video zeigt den Aufbau für 70 Jahre Uhrmeister. Am 9. Oktober ab 17:00 Uhr wird in Wiedenbrück gefeiert.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Messerangriff im Seniorenheim: Verdächtiger saß im Rollstuhl
News aus der Welt

Ein 72-jähriger Bewohner soll in einem Seniorenheim im Münsterland mehrere Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Eine starb. Die Ermittler versuchen, Antworten zu finden.

weiterlesen...
Berichte: 17 Tote bei Massenpanik in Indien
News aus der Welt

Während des Hindu-Fests Durga Puja strömen viele Menschen zu einem Pavillon in Kolkata. Am Ausgang kommt es zum tödlichen Gedränge.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Messerangriff im Seniorenheim: Verdächtiger saß im Rollstuhl
News aus der Welt

Ein 72-jähriger Bewohner soll in einem Seniorenheim im Münsterland mehrere Frauen mit einem Messer angegriffen haben. Eine starb. Die Ermittler versuchen, Antworten zu finden.

weiterlesen...
Berichte: 17 Tote bei Massenpanik in Indien
News aus der Welt

Während des Hindu-Fests Durga Puja strömen viele Menschen zu einem Pavillon in Kolkata. Am Ausgang kommt es zum tödlichen Gedränge.

weiterlesen...