8. Juli 2021 / News aus der Welt

Unfallforscher: Experten diskutieren über Tempolimits

Wechselndes Tempolimits oder starre Grenze bei 130 Stundenkilometern? Darüber beraten laut eines Unfallforschers Experten.

Was bringt eine starre Grenze von 130 km/h?
Veröffentlicht am 8. Juli 2021 um 00:32 Uhr von dpa

Experten diskutieren nach Angaben eines Unfallforschers eher über wechselnde Tempolimits als eine starre Grenze bei 130 Stundenkilometern.

Mit Wechselverkehrszeichen «könnte eine Verkehrszentrale den Verkehr gezielt steuern, indem sie beispielsweise das erlaubte Höchsttempo senkt, wenn es nötig ist. Und zwar bei Bedarf auch runter auf deutlich weniger als Tempo 130», sagte Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), dem Internetportal t-online. «Davon könnten wir am Ende mehr Nutzen haben als von einer starren Grenze von 130 km/h. Man könnte ein Tempolimit also auch positiv gestalten. Man muss aber auch bereit sein, das nötige Geld dafür auszugeben.»

Wie genau sich Tempo 130 auf die Verkehrssicherheit auswirken würde, sei nicht erforscht; es gebe wenig sichere Daten. «Wissenschaftlich betrachtet gibt es niemanden, der sagen kann, was es konkret bringt. Tempo 130 ist deshalb eher eine beliebige Geschwindigkeitsgrenze als eine irgendwie wissenschaftlich argumentierbare», so Brockmann. «Aus der Wissenschaft wissen wir leider nur sicher: Wenn langsamer gefahren wird, dann sind die Anhaltewege kürzer und die Crashenergie wird kleiner.»

Derzeit diskutieren Politik und Wirtschaft abermals über die Einführung eines allgemeinen Tempolimits von 130 Stundenkilometern auf Autobahnen. Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter etwa hatte am Mittwoch dem «Handelsblatt» gesagt, das «Sicherheitstempo 130» erhöhe aus seiner Sicht die Sicherheit auf Autobahnen, es senke Lärm, Schadstoffe und Kohlendioxidausstoß. CDU-Chef und Unionskanzlerkandidat Armin Laschet hatte sich dagegen gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegen ein Tempolimit von 130 ausgesprochen: «Warum soll ein Elektro-Fahrzeug, das keine CO2-Emissionen verursacht, nicht schneller als 130 fahren dürfen? Das ist unlogisch.»


Bildnachweis: © Patrick Seeger/dpa
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