18. Juni 2021 / News aus der Welt

Nach Schüssen in Espelkamp: 52-Jähriger in U-Haft

Nach den Schüssen in Espelkamp im Nordosten von NRW laufen die Ermittlungen weiter. Für das Motiv gibt es eine vorsichtige Beschreibung: Es liegt in der Familie. Und es wird ein Haftbefehl erlassen.

Die Polizei am Tatort in Espelkamp.
Veröffentlicht am 18. Juni 2021 um 17:39 Uhr von dpa

Unter dem Verdacht des zweifachen Totschlags im ostwestfälischen Espelkamp sitzt ein 52-jähriger Mann aus Diepenau in Niedersachsen seit Freitag in Untersuchungshaft.

Das Amtsgericht Bielefeld erließ gegen den dringend Tatverdächtigen Haftbefehl, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Bielefeld mitteilten.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand der Mordkommission liegt das Motiv für den Tod eines 48-jährigen Mannes und einer 51-jährigen Frau am Donnerstag in Espelkamp im familiären Bereich. Ein Obduktionsergebnis lag am Freitagnachmittag noch nicht vor. Die Opfer waren in einer Reihenhaussiedlung in dem Ort in Ostwestfalen gefunden worden.

Offen ist, ob sich der Tatverdächtige aus Diepenau, rund 13 Kilometer von Espelkamp entfernt, zu der Tat geäußert hat. Angaben zur Nationalität von Tätern und Opfern machte die Polizei am Freitag nicht. Auch in welchem Familienverhältnis die beiden Opfer zueinander und zum Täter standen, wollte die Polizei noch nicht sagen.

Die 51-jährige Frau und der 48-jähriger Mann waren am Donnerstag gegen 11.15 Uhr in Espelkamp in einer Reihenhaussiedlung gefunden worden. Die Körper lagen knapp 100 Meter voneinander entfernt. Der Mann war schon tot, die Frau starb nach Wiederbelebungsversuchen der Rettungskräfte vor Ort. Anwohner hatten vier Schüsse gehört.

Der Tatverdächtige wurde am Abend gegen 17.30 Uhr in Niedersachsen von Spezialkräften der Polizei in seinem Wohnort an einem kleinen See im Stadteil Lavelsloh gefasst. Dabei war er nach Angaben der Polizei gestürzt und hatte sich Schürfwunden zugezogen.

Zuerst war in Medienberichten von einer Amoktat die Rede gewesen - dies dementierte die Polizei aber umgehend. Das mutmaßliche Motiv liegt «im familiären Bereich», wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitagnachmittag mitteilten. Am Morgen war die Polizei in diesem Punkt aus ermittlungstaktischen Gründen noch zurückhaltend gewesen.


Bildnachweis: © Moritz Frankenberg/dpa
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