Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Kinderkrippe im Süden Brasiliens sind vier Kinder zwischen vier und sieben Jahren ums Leben gekommen. Dies sagte der Kommissar der zivilen Polizei des Bundesstaates Santa Catarina, Ulisses Gabriel, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte eine Sprecherin der Militärpolizei von Santa Catarina der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass die vier Opfer Kinder unter zwölf Jahren seien. Ein 25-Jähriger war nach Angaben der Militärpolizei am Mittwochmorgen in eine private Kinderkrippe in Blumenau, das von deutschen Einwanderern gegründet und geprägt wurde, eingedrungen und hatte Kinder angegriffen. Dem brasilianischen Nachrichtenportal «G1» zufolge soll er mit einem Beil bewaffnet gewesen sein. Der Angreifer stellte sich nach Angaben der Polizei auf der Wache. Er wurde festgenommen und der Zivilpolizei übergeben. Sein Motiv war zunächst nicht bekannt. Weitere verletzte Kinder waren Polizeikommissar Gabriel zufolge zur Behandlung in Krankenhäuser der Stadt Blumenau gebracht worden und befanden sich in stabilem Zustand. Gabriel betonte, dass es sich um einen Einzelfall handele - zuvor hatte die Nachricht von einer vermeintlichen weiteren Attacke die Runde gemacht. Blumenau rief 30 Tage Trauer aus. «Wir bedauern diese Tragödie zutiefst, die einen traurigen Einschnitt in der Geschichte unserer Stadt setzt. Möge Gott die Herzen aller Familien trösten», hieß es in einer Mitteilung. Der Unterricht im öffentlichen Bildungsnetz am Mittwoch und Donnerstag wurde abgesagt. «Es gibt keinen größeren Schmerz als den einer Familie, die ihre Kinder oder Enkelkinder verliert - erst recht bei einem Gewaltakt gegen unschuldige und wehrlose Kinder», schrieb der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auf Twitter. «Mein Beileid und meine Gebete gelten den Familien der Opfer und der Gemeinde Blumenau angesichts der Ungeheuerlichkeit, die sich in der Kindertagesstätte «Bom Pastor» ereignet hat.» Die Attacke ereignete sich weniger als zehn Tage, nachdem bei einem Messerangriff auf eine Schule in der brasilianischen Metropole São Paulo eine schwer verletzte Lehrerin gestorben war, weitere Opfer wurden verletzt. Ein 13-Jähriger wurde festgenommen. Nach einem Amoklauf in der Stadt Suzano mit zehn Toten im März 2019 waren die Polizeikontrollen an Schulen in São Paulo verstärkt worden. Für Entsetzen sorgte auch die Tat eines jugendlichen Messerangreifers vor rund zwei Jahren, der im Süden Brasiliens in eine Vorschule eindrang und fünf Menschen tötete. Verglichen mit anderen Ländern sind derartige Attacken im größten Staat Lateinamerikas eher selten. Brasilien gehört zwar zu den Ländern mit den meisten Gewaltverbrechen, aber die meisten davon gehen auf organisiertes Verbrechen, Kleinkriminelle und Polizeigewalt zurück.Trauer in Blumenau
Amoktaten sind in Brasilien selten
Bildnachweis: © Marcelo Camargo/Agencia Brazil/dpa
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Brasilien: Vier Kinder bei Angriff auf Kinderkrippe getötet
Ein 25-Jähriger dringt in eine Einrichtung im Süden Brasiliens ein und greift Kinder an - vier sterben. Präsident Lula spricht von einer «Ungeheuerlichkeit», Blumenau ruft 30 Tage Trauer aus.
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