24. Mai 2023 / News aus der Welt

Alpenverein warnt vor Skigebiet-Ausbau auf Gletschern

Immer höher, immer mehr? Die Maxime eines weiteren Ausbaus verfolgen einige Gletscherskigebiete in Tirol. Für den Deutschen Alpenverein ist das in Zeiten der Klimakrise ein Irrweg.

Ende der Skisaison 2022/23 in Garmisch-Partenkirchen - dort lag im März kaum noch Schnee.
von dpa

Der Deutsche Alpenverein warnt im Zusammenhang mit dem Klimawandel vor dem Ausbau von Skigebieten in sensiblen Höhenlagen und bisher unberührten Gletschergebieten. Es rolle eine neue Erschließungswelle, erläuterte der Bergsport- und Umweltverband am Dienstagabend in München. Allein in den Ötztaler Alpen seien drei Großprojekte geplant - zwei für Skigebiete und eines für Wasserkraft.

Dass diese Erschließungen eine Folge der weltweit steigenden Temperaturen seien, zeige sich erst auf den zweiten Blick. Als Konsequenz aus Schneemangel und - wie im vergangenen Winter - teils zu milden Temperaturen für künstliche Beschneiung werden den Angaben zufolge Skigebiete in höhere Gletscherlagen verlagert.

Dem EU-Klimawandeldienst Copernicus zufolge schmolz in den europäischen Alpen 2022 so viel Gletschereis wie nie zuvor. Die Gletscher der Alpen verloren demnach mehr als fünf Kubikkilometer Eis. Würde man diese Eismasse in Würfelform pressen, wären die Kanten des Würfels rund fünfeinhalbmal so hoch wie der Eiffelturm.

Skisport statt Zukunftsperspektiven

«Bei beiden Vorhaben, im Kaunertaler und im Pitztaler Skigebiet, sollen Gletscherflächen erschlossen werden, die bislang vollkommen naturbelassen und für den naturnahen Bergsport von größter Bedeutung sind», kritisierte der Vereinspräsident Roland Stierle. «Für ein paar weitere Jahre Skisport werden hier Zukunftsperspektiven im sanften Tourismus geopfert.» Denn im planierten und zugebauten Gelände wolle niemand mehr Hochtouren machen oder die Bergwelt erwandern.

Zum geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal, sagte Stierle: Einerseits solle der Ausbau erneuerbarer Energien die CO2-Belastung verringern. Andererseits würden Moorflächen als natürliche CO2-Speicher vernichtet und frei fließende Flüsse zerstört. Dem Ötztal drohe durch den Gletscherrückgang ohnehin Wasserknappheit. Die Wasserableitungen durch das Kraftwerk würden diesen Mangel massiv verschärfen. «Natürlich brauchen wir eine Energiewende, aber dabei dürfen wir die Natur nicht vergessen.»


Bildnachweis: © Angelika Warmuth/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Neu bei uns: Dresselhaus IT-Systeme GmbH & Co. KG aus Rheda-Wiedenbrück!
Partner News

Bei ihnen sind Deine IT-Systeme bestens aufgehoben

weiterlesen...
Ausbildung zum Maler und Lackierer (m/w/d) & Allroundertalent (m/w/d) im Büro
Job der Woche

Starte Deine Karriere bei der Hambrink-Grabke GmbH & Co. KG

weiterlesen...
Erstklassige Lackierarbeiten in Rheda-Wiedenbrück!
Partner News

Qualität, Sorgfalt und Liebe zum Detail bietet Dir die Lackiererei Schlüter

weiterlesen...

Neueste Artikel

Viele junge Erwachsene wohnen noch im Elternhaus
News aus der Welt

Junge Männer in Deutschland bleiben länger bei Mama und Papa. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ziehen junge Erwachsene in Deutschland allerdings eher früher aus.

weiterlesen...
Uni Freiburg entwickelt Sturzflutindex
News aus der Welt

Menschen nicht nur vor Starkregen und Überschwemmungen, sondern auch vor Sturzfluten warnen. Dafür hat ein Forschungsteam nun einen Index entwickelt.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Viele junge Erwachsene wohnen noch im Elternhaus
News aus der Welt

Junge Männer in Deutschland bleiben länger bei Mama und Papa. Im Vergleich zu anderen EU-Staaten ziehen junge Erwachsene in Deutschland allerdings eher früher aus.

weiterlesen...
Uni Freiburg entwickelt Sturzflutindex
News aus der Welt

Menschen nicht nur vor Starkregen und Überschwemmungen, sondern auch vor Sturzfluten warnen. Dafür hat ein Forschungsteam nun einen Index entwickelt.

weiterlesen...