25. August 2020 / Sport in Rheda-Wiedenbrück

WAHNSINN: Der SC Wiedenbrück ist in der 1. Runde des DFB-Pokals

SC Wiedenbrück 4, SV Rödinghausen 0

von TW

Der SC Wiedenbrück gewinnt mit sage und schreibe 4:0 im Entscheidungsspiel für die 1. Runde im DFB-Pokal den Meister der Regionalliga West - SV Rödinghausen.

Torschützen:
1:0   Phil Beckhoff (10. Min.)
2:0   Hendrik Lohmar (70. Min.)
3:0   Hendrik Lohmar (81. Min.)
4:0   Xhuljo Tabaku (87. Min.)

In der 1. Hauprunde geht es nun gegen Greuther Fürth oder gegen unseren ostwestfälischen Nachbarn SC Paderborn.

Spielbericht SC Wiedenbrück:
Was für ein Abend: Nach sieben Jahren schafft der SC Wiedenbrück erstmals wieder den Sprung in die Hauptrunde des DFB – Pokals! Schoss seinerzeit Volkan Okumak den SCW gegen Preußen Münster mit einem Teufelsdribbling in der Nachspielzeit in die erste Runde, gelang Schwarzblau heute Abend dank einer unfassbar starken Mannschaftsleistung ein brachialer 4:0 (1:0) Sieg gegen den SV Rödinghausen.

Im ersten Pflichtspiel seit der Pandemiepause schickte Daniel Brinkmann die Elf auf den Platz, die sich in den vergangenen Testspielen nach und nach herausgeschält hatte: Vor Marcel Hölscher verriegelten Robin Twydry und Oliver Zech in der Innenverteidigung den Strafraum. Auf den Außenbahnen liefen defensiv Leon Tia und Daniel Latkowski auf, offensiv starteten Phil Beckhoff und Niklas Szeleschus und im Mittelfeld bildeten Hendrik Lohmar, Lukas Demming und Saban Kaptan die zentrale Achse, in der Sturmspitze spielte Viktor Maier an.

Auf dem Hauptplatz des Sportcentrums Kaiserau benötigten beide Mannschaften nicht viel Zeit um ins Spiel zu finden: Rödinghausen setzte vom Start weg zu einem Vollsprintpressing an und versuchte unsere Elf so unter maximalen Druck zu setzen. Nachdem der SCW zu Beginn ein, zwei kleine Wackler unbeschadet überstanden und die Defensive sich an das Tempo akklimatisiert hatte, gelang es unseren Jungs von Minute zu Minute besser sich spielerisch aus der Umklammerung zu lösen.

Das beste Mittel gegen den Druck des amtierenden Regionalligameisters hatte dann aber nach gut zehn Minuten Phil Beckhoff zur Hand, als er einen schnellen Konter chirurgisch Präzise abschloss und die Kugel millimetergenau zwischen Jan Schönwälder und dem rechten Pfosten zum 1:0 ins Tor sezierte.

In der Folgezeit organisierte sich der SC Wiedenbrück clever in der eigenen Hälfte und lauerte stets hellwach auf Konter. Während dabei aber nicht mehr als eine Ablage von Phil Beckhoff heraussprang, die Niklas Szeleschus knapp verpasste, dauerte es auf der Gegenseite bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte, ehe Enzo Wirtz mit einem Kopfball das erste Mal echte Torgefahr für den SVR generierte.

War die größte Frage vor dem zweiten Durchgang, ob unsere Mannschaft weitere 45 Minuten dem Rödinghausener Tempo standhalten kann, so gab sie nach Wiederanpfiff mit jeder Aktion eine klarere Antwort.

Denn mit jedem Zweikampf, mit jedem gewonnen Kopfballduell wuchs unsere Elf weiter über sich hinaus und schirmte das eigene Tor ab wie ein Rudel hungriger Löwen, die einzige Antilope in der staubtrockenen Savanne.

Den vielleicht vorentscheidenden Stich ins Herz setzte Hendrik Lohmar nach 70 Minuten, als er einen Freistoß von der Mittellinie in den Strafraum schickte, wo Fynn Arkenberg die Kugel über Jan Schönwelder hinweg ins Tor zum 0:2 verlängerte: Eine komplett verrückte Szene, die sich unsere Jungs zuvor mit viel Leidenschaft und Willen verdient hatte.

Während Marcel Hölscher jetzt noch zwei, drei Mal kräftig zupacken musste, klafften in der Rödinghausener Abwehr nun großflächige Lücken, die unsere Elf zu zahlreichen Kontern nutzte.

Daraus resultierte zehn Minuten vor dem Ende nach einem Foulspiel von Julian Wolff an Xhuljo Tabaku ein Elfmeter, den Hendrik Lohmar zum 3:0 verwandelte und im weiteren Verlauf der Schlusspunkt, den Tabaku persönlich setzte, als er mit dem 4:0 das Gürkchen auf dem Kartoffelsalat garnierte.

Das der Sieg in Summe vielleicht ein halbes Tor zu hoch ausfiel, ging im anschließenden Jubel unter. Denn zu groß war die Freude über den Sprung auf die DFB-Pokal-Bühne.

Dort wartet in Runde eins entweder der SC Paderborn zum B64 Derby oder die SpVgg Greuther Fürth, ausgelost wird morgen früh in der Otto – Fleck – Schneise.

Ganz egal wie es kommt: Freuen wir uns auf den DFB-Pokal und vor allem darauf, dass heute an einem regnerischen Abend in Kaiserau vielleicht eine ganz besondere Mannschaft geboren wurde, die das neue Gesicht des SC Wiedenbrück werden kann.
 
 Fotos: SC Wiedenbrück