Der SC Wiedenbrück hat es in einem verrückten Spiel verpasst, die historisch beste Punktausbeute in seiner Regionalligazugehörigkeit zu erreichen. Gegen den Wuppertaler SV gab es ein torreiches 3:5. Dei Zuschauer wären auf ihre Kosten gekommen. Alle hoffen auf Zuschauer in der neuen Saison.
Drei Spiele bleiben dem SCW noch, um die Rekordmarke zu erreichen.
Spielbericht SC Wiedenbrück:
In einem verrückten Spiel unterliegt der SC Wiedenbrück dem Wuppertaler SV mit 3:5 (0:1) und verpasst damit vorerst den Punkterekord in der Regionalliga. Niklas Szeleschus drehte mit einem Doppelpack kurz nach der Pause einen Rückstand in eine 2:1 Führung, ehe Wuppertal auf 4:2 davonzog und in einer turbulenten Schlussphase beide Teams jeweils noch ein Mal trafen.
Top eingestellt erschien unsere Elf pünktlich um 14 Uhr auf dem Rasen des Jahnstadions und bot dem WSV gleich mal ein paar zackige Kombinationen über den auffallend starken Leon Tia an, der über die rechte Schiene mit seiner ganzen Wucht immer wieder Lücken riss und in der ersten halben Stunde so gut wie nicht einzufangen war. In der besten Aktion tunnelte er seinen Gegenspieler und feuerte eine knüppelharte Hereingabe durch den Fünfmeterraum, die allerdings an Mann und Maus vorbeirauschte.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Lukas Demming Wuppertals Fänger Sebastian „Patze“ Patzler bereits auf Betriebstemperatur gebracht, als er ihn mit einem 20 Meter Strahl zu einer ersten Parade zwang.
Rollte der SCW-Express also eine gute halbe Stunde in maximalem Tempo Richtung Wuppertaler Tor, endete die wilde Fahrt nach 27 Minuten abrupt, als Marco Königs mit dem überraschenden 0:1 unvermittelt die Notbremse zog und unsere Mannschaft bis zur Pause noch Glück hatte, als Königs erneut den Pfosten traf.
Zur Halbzeit hatte Daniel Brinkmann den Fahrplan seiner Mannschaft neu sortiert und durfte sich anschließend freuen, dass seine Jungs im ICE – Tempo aus der Kabine kamen und das Spiel binnen fünf Minuten drehten. Zunächst köpfte Niklas Szeleschus eine Ecke aus gut 14 (49.) Meter ins Tor, ehe er eine Ablage von Ufu Osawe volley zum 2:1 ins Netz drosch (54.) und sich anschließend (leicht angeschlagen) direkt auswechseln ließ. Besser konnte es nicht mehr werden.
Wurde es auch nicht, denn nur zwei Minuten später glichen die Gäste denkbar kurios aus, als ein abgefälschter Ball an den Pfosten flog, von da dem abtauchenden Marcel Hölscher an den Rücken prallte und Semir Saric gar keine Mühe hatte die verwiasten Kugel zum 2:2 abzustauben (56.).
Jetzt war der WSV wieder präsent und nachdem Marcel Hölscher drei Minuten später noch einen Rückstand gegen Semir Saric verhindern konnte, klingelte es dann doch wieder im Gebälk, als Marco Königs mit seinem zweiten Kopfballtreffer an diesem Nachmittag auf 3:2 für die Gäste stellte (63.).
Daniel Brinkmann brachte jetzt mit Viktor Maier, Xhuljo Tabaku und Phil Beckhoff die zweite Sturmreihe auf’s Eis und sah rund um die 80. Spielminute die spielentscheidenden Szenen, als Fabian Brosowski zunächst aus Nahdistanz volley abzog, sein Schuss aber kurz vor der Linie geblockt wurde und im Gegenzug der eingewechselte Mateo Aramburu aus halblinker Position trocken das 2:4 erzielte (80.).
Hätte dies der Schlusspunkt in einer bis hierhin schon mitreißenden Begegnung sein können, machte Xhuljo Tabaku mit seinem Treffer zum 3:4 in der 90. Minute das Spiel nochmal verrückt. Aber als Saban Kaptan einen Schuss aus 16 Metern knapp neben das Tor setzte und im Gegenzug Daniel Grebe einen Freistoß schnell ausführte und Beyhan Ametov die von der Latte zurückprallende Kugel zum 3:5 in Tor schob, war die Entscheidung dann doch endgültig zugunsten der Wuppertaler gefallen.
„Die Analyse des Spiel wird sehr anstrengend werden“, war Daniel Brinkmann nach dem Spiel mit der hohen Anzahl an Gegentoren alles andere als zufrieden: „Es ist extrem bitter, wenn man nach dem Rückstand nochmal zurückkommt und sich das Spiel dann nochmal dreht. Letztlich hat den Unterschied ausgemacht, dass Wuppertal seine Chancen genutzt hat und wir nicht“.
Die Gelegenheit es besser zu machen hat unsere Elf bereits am kommenden Samstag bei einem Auswärtsspiel gegen Alemannia Aachen. Anstoß auf dem Tivoli ist dann wieder um 14 Uhr.
Fotos: SC Wiedenbrück

