23. März 2017 / Allgemeines

Darf ein Junge rosa lieben?

EqualPayDay in Rheda-Wiedenbrück

Darf ein Junge rosa lieben?

Auf dem Foto: Lisa-Andrea Fischer öffnet »Schubladen im Kopf«.

Richtig gut gefüllt waren die Räume der Stadtbibliothek im Stadthaus beim Little Red Snack. Gleichstellungsbeauftragte Susanne Fischer hatte zum vierten Mal zur beliebten Veranstaltung von Gleichstellungsstelle und ASF zum EqualPayDay eingeladen und war mit dem Zuspruch mehr als zufrieden. Ein kleiner Wermutstropfen: »Es hätten ruhig mehr Männer dabei sein können«, findet Susanne Fischer, denn »die Veränderung der Gesellschaft voranzutreiben, kann nur gemeinsam gelingen«.

Deshalb, so die Gleichstellungsbeauftragte, waren Frauen und Männer eingeladen, sich mit der ungleichen Bezahlung von Frauen- und Männer-Berufen auseinander zusetzen.

Referentin Lisa-Andrea Fischer aus Oldenburg fand mit dem Vortrag »Frühjahrsputz im Kopf« ein interessiertes und diskussionsfreudiges Publikum. Die Referentin nahm die Besucherinnen in ihrem humorvollen Vortrag mit auf eine Reise durch die eigenen Schubladen im Kopf. Sie zeigte am praktischen Beispiel »Was hat jede Frau in ihrer Handtasche?«, dass dieses Schubladen-Denken täglich unbewusst praktiziert wird. Jeder Mensch braucht es, um überhaupt im eigenen Alltag zu bestehen. Aber hin- und wieder zu sich selbst auf Distanz zu gehen und sich zu fragen, warum denke und handle ich gerade so, kann hilfreich sein, so Fischer.

Sie hinterfragte kritisch, wann eigentlich die geschlechterspezifische Erziehung anfängt, ob es überhaupt möglich ist, geschlechtsneutral zu erziehen. Ihr klares »Nein« verbindet die Referentin aber mit der Hoffnung, dass Mädchen und Jungen so leben können, wie sie es sich wünschen. »Dass Frauen Hosen tragen, ist längst normal. Aber wie wäre es, wenn es auch normal wäre, dass Männer Röcke tragen? Und wäre es nicht richtig, wenn Jungen in der Grundschule auch die Farbe rosa lieben könnten, ohne dass sie dafür in eine Schublade gesteckt würden?«, fragt Fischer provokant.

Mit Blick auf die Arbeitswelt zog Fischer Parallelen zur Tierwelt. Während bei den Menschen vor allen Dingen die Frauen in Schönheit investieren, sei es in der Tierwelt umgekehrt. Die Männchen putzen sich heraus, um die Weibchen zu beeindrucken und die Weibchen wählten dann denjenigen, der für die eigenen Bedürfnisse am geeignetsten erscheine. Die humorvolle Forderung, dass sich in der Arbeitswelt auch die Arbeitsplätze den Frauen anbieten wird ergänzt mit der nachdrücklichen Forderung, dass den typisch weiblichen Berufen, die vor allen Dingen im sozialen Bereich liegen, »endlich auch die gesellschaftliche Anerkennung zu kommt, die sie verdienen und dass sich das auch im Entgelt ausdrückt«.

Am Buffet mit süßen und deftigen und vor allem roten Köstlichkeiten, konnten die Gäste am Abend des 17. März im lockeren Rahmen miteinander ins Gespräch kommen und die Anregungen diskutieren.

 

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