Im Prozess gegen um die mutmaßliche Entführung zweier Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block hat das Landgericht Hamburg auch die Zulassung der Tochter als Nebenklägerin zunächst aufgehoben. Wie schon bei ihrem elfjährigen Bruder müsse zunächst geklärt werden, ob die 14-Jährige - die als Minderjährige rechtlich von ihrem Vater vertreten wird - als Nebenklägerin zugelassen werden könne oder ob ein Interessenkonflikt bestehe, sagte eine Gerichtssprecherin. Der Interessenkonflikt könnte demnach darin bestehen, dass der Vater zum einen selbst als Geschädigter und Nebenkläger in dem Prozess gegen seine Ex-Frau und Mutter der Kinder auftritt. Zum anderen ist in dem seit Jahren andauernden Sorgerechtsstreit auch gegen ihn ein Verfahren anhängig. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Vater in einem gesonderten Verfahren die Entziehung Minderjähriger vor, weil er die Kinder im Sommer 2021 nach einem Besuch bei ihm in Dänemark nicht zur Mutter zurückgebracht hatte. Die Frage, ob die Kinder als Nebenkläger zugelassen werden können, müsse auch mit der dänischen Seite geklärt werden, sagte die Gerichtssprecherin. Da sie bei ihrem Vater in Dänemark lebten, müsse gegebenenfalls auch das dortige Familienrecht berücksichtigt werden. Im Falle des Sohnes hatte unter anderem die Verteidigung der Mutter Beschwerde gegen dessen Zulassung als Nebenkläger eingelegt. Da das Landgericht ihr nicht entsprochen hatte, war sie vor das Oberlandesgericht gegangen, das die Zulassung in einer Eilentscheidung aufgehoben hatte. Im Falle der Tochter kam das Landgericht mit seiner Entscheidung vom Mittwochabend einer in der Verhandlung am Dienstag erhobenen Beschwerde nach. Für die Klärung der rechtlichen Fragen hatte die Vorsitzende Richterin bereits am letzten Verhandlungstag die ursprünglich geplanten Verhandlungstermine am Freitag und kommenden Dienstag aufgehoben. Der Prozess soll nach den bisherigen Planungen des Gerichts am Freitag kommender Woche fortgesetzt werden. In der Verhandlung am vergangenen Dienstag hatten mehrere Verteidiger zudem die Aussetzung des Verfahrens beantragt. Die Entscheidung darüber dürfte am kommenden Freitag verkündet werden. Christina Block ist angeklagt, die Entführung der beiden Kinder aus der Obhut ihres Vaters in Auftrag gegeben zu haben. Sie waren laut Anklage in der Silvesternacht 2023/24 von mehreren Männern gewaltsam ihrem Vater entrissen und von Dänemark nach Deutschland gebracht worden. Block weist die Anschuldigung zurück - ebenso ihr der Beihilfe angeklagter Lebensgefährte, der frühere Sportmoderator Gerhard Delling, sowie die übrigen fünf Beschuldigten in dem Verfahren. Wegen der unklaren Zulassung des Sohnes als Nebenkläger hatte die Vorsitzende Richterin am Dienstag die nächsten Verhandlungstermine aufgehoben. Der Prozess soll nun am 25. Juni weitergehen.Auch dänisches Recht könnte greifen
Gericht will am Freitag nächster Woche weiterverhandeln
Block weist Anschuldigungen zurück
Bildnachweis: © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Zulassung der Block-Tochter als Nebenklägerin aufgehoben
Der Sorgerechtsstreit in der Hamburger Unternehmerfamilie Block ist der Hintergrund für den Strafprozess um Kindesentführung. Die Rolle der Kinder als Nebenkläger ist strittig.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 21. August 2026
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.
- 21. August 2026
Katze entwischt - Familie verbringt Urlaub an Raststätte
Eigentlich wollen sie in die Berge fahren, doch als bei einer Pause ihre geliebte Katze davonläuft, schmeißt eine Familie ihre Pläne über den Haufen. Nun heißt es Autobahn statt Gipfelkreuz.
Neueste Artikel
- 15. September 2026
Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.
- 15. September 2026
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Tausende von Bahnreisenden erleben in den Niederlanden eine böse Morgenüberraschung. Etliche Züge fallen aus. Unbekannte haben Rohre über Gleise gelegt. Der Regierungschef: Das war «lebensgefährlich».
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 15. September 2026
Zwei Anwohner des Frankfurter Flughafens an Malaria erkrankt
Erneut erkranken Menschen in Frankfurt an Malaria. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass dies mit einer Mücke vom Flughafen zusammen hängt. Erst vor wenigen Wochen hatte es dort Fälle gegeben.
- 15. September 2026
Sabotage legt Bahnverkehr in Teilen der Niederlande lahm
Tausende von Bahnreisenden erleben in den Niederlanden eine böse Morgenüberraschung. Etliche Züge fallen aus. Unbekannte haben Rohre über Gleise gelegt. Der Regierungschef: Das war «lebensgefährlich».

