8. Juli 2025 / News aus der Welt

Zerstörerische Algenblüte in Südaustralien breitet sich aus

Seit Monaten breitet sich vor der australischen Südküste eine Algenblüte aus. Experten sprechen von einem «Horrorfilm für Fische». Zehntausende Exemplare sind schon verendet.

Die Algenblüte hat bereits Zehntausende Meeresbewohner das Leben gekostet.
Veröffentlicht am 8. Juli 2025 um 13:07 Uhr von dpa

Eine gewaltige toxische Algenblüte, die im Süden von Australien bereits Zehntausende Fische und andere Meeresbewohner getötet hat, breitet sich weiter aus. «Obwohl die Algen für Menschen nicht giftig sind, sind sie giftig für alles, was Kiemen hat und unter Wasser atmet», sagte die Umweltministerin des Bundesstaates South Australia, Susan Close. «Und wir haben gerade erst den Anfang des Ausmaßes der Zerstörung gesehen, die sich unter der Wasseroberfläche abgespielt hat.»

Auch viele Haie und Rochen seien betroffen, heißt es in einer Regierungsmitteilung. Experten sprachen schon vor Wochen von einem «Horrorfilm für Fische». Grünen-Politiker forderten jetzt, einen nationalen Katastrophenfall auszurufen. 

Tausende Quadratkilometer betroffen

Die Blüte der Mikroalge Karenia mikimotoi war im März vor der Fleurieu-Halbinsel südlich von Adelaide im Bundesstaat South Australia entdeckt worden und hat sich in den vergangenen Monaten auf eine Fläche von 4.400 Quadratkilometern ausgedehnt, wie die Nachrichtenagentur AAP berichtete. Das ist eine Fläche, die fast doppelt so groß ist wie das Saarland.

Die Algenblüte habe sich in den vergangenen Wochen aufgespalten, hieß es weiter. Teile seien nach Norden in den Spencer-Golf gelangt, andere nach Süden in die Gewässer rund um die Coorong-Feuchtgebiete. Auch entlang der Strände von Adelaide im Golf von Saint Vincent sei die Algenblüte mittlerweile aufgetaucht, erklärte Ministerin Close. 

Was ist eine Mikroalgenblüte?

Die Algen hätten schon Zehntausende Meerestiere, die fast 400 verschiedenen Arten angehörten, getötet, fügte sie hinzu. Die Behörden befürchten, dass einige Arten in der Region ausgerottet werden könnten. Die örtliche Berufsfischervereinigung teilte mit, dass die Fischer in der Region verzweifelt seien: «Sie finden keine Fische, und es scheint einfach nicht besser zu werden.»

Bei einer Mikroalgenblüte vermehren sich mikroskopisch kleinen Algen in einem Gewässer plötzlich sehr stark. Das führt meist zu einer grünlichen oder manchmal auch braunen Verfärbung des Wassers. Als Auslöser gelten hohe Temperaturen und eine Überdüngung des Wassers. In Südaustralien gehen Experten davon aus, dass unter anderem eine marine Hitzewelle, die im September 2024 begonnen hatte, und ein starkes Hochwasser in der Region, das zusätzliche Nährstoffe ins Meer spülte, verantwortlich sind.


Bildnachweis: © Stefan Andrews/GREAT SOUTHERN REEF FOUNDATION/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Geiselnahme in Berlin: Was wir wissen und was nicht
News aus der Welt

Ein Mann hält eine Frau in einem Supermarkt in Berlin fest. Es folgt ein stundenlanger Nervenkrieg - bis die Polizei den Mann überwältigt. Was bislang bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

weiterlesen...
Mindestens 27 Tote bei Brandkatastrophe in Bangkok
News aus der Welt

Gegen Mitternacht bricht in einem Bierlokal in der Nähe eines beliebten Marktes ein verheerendes Feuer aus. Die Feuerwehr hat es bald unter Kontrolle - für viele aber zu spät.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 20 Tote
News aus der Welt

Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Das Epizentrum liegt im Westen des Landes - in mehreren Städten werden Schäden an Gebäuden und Verletzte gemeldet. Das ist bisher bekannt.

weiterlesen...
Großübung im ICE-Tunnel offenbart Probleme
News aus der Welt

Bei einer Übung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen haben Einsatzkräfte am Samstag den Ernstfall trainiert. Diese legte Schwachstellen offen, heißt es vom dortigen Innenminister.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Erdbeben erschüttert Kolumbien: Mehr als 20 Tote
News aus der Welt

Ein starkes Erdbeben erschüttert Kolumbien. Das Epizentrum liegt im Westen des Landes - in mehreren Städten werden Schäden an Gebäuden und Verletzte gemeldet. Das ist bisher bekannt.

weiterlesen...
Großübung im ICE-Tunnel offenbart Probleme
News aus der Welt

Bei einer Übung in einem Eisenbahntunnel in Thüringen haben Einsatzkräfte am Samstag den Ernstfall trainiert. Diese legte Schwachstellen offen, heißt es vom dortigen Innenminister.

weiterlesen...