15. August 2026 / News aus der Welt

«Danke für Euren Einsatz» - Der Kampf gegen den Waldbrand

Mehr als 1.400 Einsatzkräfte kämpfen im Hürtgenwald gegen den größten Waldbrand in Nordrhein-Westfalen. Wie Wetter, Munition und Ehrenamt den Einsatz prägen.

Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt an einem Schild mit der Aufschrift "Danke für Euren Einsatz" beim Waldbrand im Hürtgenwald vorbei.
Veröffentlicht am 15. August 2026 um 21:25 Uhr von den dpa-Korrespondenten und den dpa-Fotografen

Über der Einsatzleitung fliegen ständig Hubschrauber zum Wasserholen, Feuerwehrleute sammeln sich, Polizisten starten mit dem Wasserwerfer und im Gras haben Bergepanzer Spuren hinterlassen. Von Bundeswehr über DRK bis THW sind 1.400 Einsatzkräfte aufgeboten. 

Mit aller Macht wird von der Gemeinde Hürtgenwald aus der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Hürtgenwald in der Eifel bekämpft. Noch während des Großeinsatzes hier taucht am Horizont bereits der Rauch des nächsten großen Waldbrandes im Hohen Venn auf der belgischen Seite auf. 

Es kommt Hoffnung auf

«Es besteht jetzt erste Hoffnung, dass der Brand unter Kontrolle gebracht werden kann», fasst Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) nach einer Besprechung die Lage im Hürtgenwald zusammen. «Bisher ist kein Haus verloren gegangen.» Es sei auch verhindert worden, dass Menschen zu Schaden kamen. 

Etwas Nieselregen setzt gerade ein, mehr aber auch nicht. «Jetzt kommen ein paar Tropfen Wasser, damit könnte dann ein bisschen auffrischender Wind verbunden sein. Also wir sind weiter abhängig davon, dass es nicht zu windig wird», verdeutlicht Wüst die Wetterfaktoren bei dem Großeinsatz. 

Eine Fläche so groß wie 420 Fußballfelder, verdeutlichte Einsatzleiter Patrick Harzheim zuvor in seiner Präsentation die Ausmaße des Großbrandes im Hürtgenwald. Auf dem Gelände verborgene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg und wechselnde Winde in Höhenlagen erschwerten den Einsatz. Das angefachte Feuer sei teilweise in unterschiedliche Richtungen gelaufen.

Große Hilfsbereitschaft

«Die Hilfsbereitschaft ist so groß, dass wir sie ein Stück weit steuern müssen», verdeutlicht Landrat Ralf Nolten (CDU). Ohne Ende fahren Landwirte mit Traktoren und Tanks Wasser zum Löschen heran. 

Alle zwölf Stunden kommen 500 neue Feuerwehrleute an, um ihre Kollegen bei dem körperlich zehrenden Großeinsatz im Hürtgenwald abzulösen. Elf Hubschrauber helfen aus der Luft mit dem eng abgestimmten Abwurf von Löschwasser. «Danke für Euren Einsatz» haben Anwohner verbunden mit einem Herzchen auf ein Schild am Straßenrand geschrieben. Auch Wüst hebt hervor, dass «viele Menschen mit einem großen Herz große Taten vollbringen. Das ist typisch für unser Land, diese Art von Solidarität und Nächstenliebe dann eben auch in praktisches Tun umzusetzen.» 

Viele der Einsatzkräfte seien Ehrenamtler bei der freiwilligen Feuerwehr oder Hilfsorganisationen, verdeutlicht der Landrat Nolten. Er rief die Menschen auf, sich ebenfalls einzubringen, zu engagieren. 

Wohl keine weiteren Evakuierungen

Auch unter den Betroffen ist der Zusammenhalt groß. Rund 2.000 Bewohner des Ortsteils Gey mussten die Häuser verlassen. Viele sind bei Verwandten und Freunden untergekommen, nur etwa 20 halten sich nach Angaben der Kommunalbehörden in der Notunterkunft, einer Schule, auf. 

Aber es gab gute Nachrichten: Alle Bewohner durften am Samstagabend zurück in ihre Häuser. Das gab Landrat Ralf Nolten am Abend bekannt. Für den Ortsteil gelten für einige Straßen weiterhin Parkverbote, damit schwere Rettungsgeräte in den nächsten Tagen ohne Probleme den Ort passieren können. 

Eindringlicher Appell: Nicht die Wälder betreten

Mit drastischen Worten appelliert NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU), die Wälder angesichts der Waldbrandgefahr nicht zu betreten. «Irgendein Idiot hat das Feuer verursacht. Und darüber muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen», sagt er bei seinem Besuch Stunden zuvor.


Bildnachweis: © Federico Gambarini/dpa
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