Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Deutschland und andere Länder aufgerufen, bei Corona-Impfstofflieferungen zugunsten bedürftigerer Staaten zurückzustehen. «Die Pandemie wird enden, wenn die Welt sich entscheidet, sie zu beenden», sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Abend bei der Gesundheits-Konferenz «World Health Summit» in Berlin. Man wisse von fast 50.000 registrierten Todesfällen pro Woche - damit sei die Pandemie noch lange nicht vorbei. Er erinnerte an das WHO-Ziel, wonach bis Jahresende mindestens 40 Prozent der Menschen in jedem Land geimpft sein sollen. «Dieses Ziel ist erreichbar», betonte Tedros. Er dankte Deutschland für seine Großzügigkeit, mehr sei aber nötig. Länder, die bereits eine Impfquote von wenigstens 40 Prozent erreicht hätten - darunter alle G20-Staaten - sollten dem UN-Impfprogramm Covax oder der afrikanischen Initiative Avat bei Impfstofflieferungen den Vortritt lassen. «Kein Land kann die Pandemie isoliert vom Rest der Welt beenden», mahnte Tedros. In Deutschland sind nach jüngsten Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums mittlerweile 66,2 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. 69,1 Prozent haben demnach mindestens eine Impfdosis erhalten. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist Deutschland zweitgrößter Geber innerhalb der Anti-Pandemie-Kooperation ACT-A, zu der auch Covax gehört. Bislang habe die Bundesrepublik 2,2 Milliarden Euro beigesteuert, bis zum Jahresende werde man zudem mehr als 100 Millionen Dosen Impfstoff gespendet haben. Der «World Health Summit» findet in Berlin und digital statt. Die Veranstaltung begann am Sonntag und dauert noch bis Dienstag. Sie befasst sich etwa mit Lehren aus der Corona-Pandemie und steht unter anderem unter der Schirmherrschaft von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Präsident ist der Dekan der Charité, Axel Pries.
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WHO-Ziel: 40 Prozent Impfrate in jedem Land bis Jahresende
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betont die Wichtigkeit einer internationalen Zusammenarbeit, um die Pandemie zu beenden. Vor allem die G20-Staaten sieht er in der Pflicht.
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