28. Mai 2024 / News aus der Welt

WHO-Chef hofft weiter auf Pandemie-Abkommen

Eigentlich sollte bei dem WHO-Jahrestreffen gefeiert werden, aber das geplante Pandemie-Abkommen ist vorerst gescheitert. Trotzdem gibt es jede Menge Arbeit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.
Veröffentlicht am 28. Mai 2024 um 06:14 Uhr von dpa

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat das vorläufige Scheitern des geplanten Pandemie-Abkommens bedauert, aber die Hoffnung nicht aufgegeben. Die Länder hätten ihren Willen zur Einigung dokumentiert, sagte er am Montag in Genf zum Auftakt der 77. WHO-Jahresversammlung. «Niemand hat gesagt, dass Multilateralismus einfach ist, aber es ist der einzige Weg», sagte Tedros. Er sei zuversichtlich, dass die 194 Mitgliedsländer sich noch auf ein Abkommen einigen werden. Die Unterzeichnung wäre der Höhepunkt des Treffens gewesen. 

Umstritten blieb aber bis zuletzt, wie in Zeiten von Pandemien knappe Güter wie Schutzmaterial, Medikamente und Impfstoffe weltweit fair verteilt werden können. Die Versammlung soll nun entscheiden, wie es weitergehen soll mit den Verhandlungen. An dem Treffen nahm auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teil. 

«Alles für Gesundheit - Gesundheit für alle»

Die Versammlung steht unter dem Motto «Alles für Gesundheit - Gesundheit für alle». Die Mitgliedsländer möchten unter anderem Richtlinien für die WHO-Prioritäten in den nächsten vier Jahren festlegen. Die Versammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Organisation. Tedros erinnerte daran, dass immer noch 4,5 Milliarden Menschen weltweit keinen gesicherten Zugang zu Gesundheitsdiensten haben. Er will erreichen, dass weltweit alle Kranken, Verletzten und Schwangeren sich zeitnah und in der Nähe ihres Wohnortes ärztlich behandeln lassen können, wenn es nötig ist. 

Malaria und Antibiotika-Resistenz

Bei der Konferenz soll es zudem um den Kampf gegen Malaria und den alarmierenden Anstieg von antibiotikaresistenten Organismen gehen, die für viele Patientinnen und Patienten lebensbedrohlich sind. 

Reform soll Gefahren besser bannen

Dennoch sollen Lehren aus der Corona-Pandemie gezogen werden. Eine Reform der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) war auf gutem Weg und sollte während der Versammlung verabschiedet werden. Dabei handelt es sich um verbindliche Regeln und Pflichten der Mitgliedsländer im Fall von Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit. Sie sollen helfen, die Ausbreitung von Krankheiten über Landesgrenzen hinweg zu verhindern oder zu bekämpfen. Dazu gehört unter anderem die Pflicht, Krankheiten zu überwachen und ungewöhnliche Vorkommnissen umgehend an die WHO zu melden. 

Mehr Klarheit bei Gesundheitskrisen 

Die Corona-Pandemie hat aber Schwächen aufgezeigt. Die WHO kann bislang bei Gefahr als höchste Warnstufe eine «gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite» deklarieren. Ein sperriger Begriff, und das Wort Pandemie kommt in den Gesundheitsvorschriften bislang nicht vor. Das soll sich ändern. Ebenfalls soll regelmäßig geprüft werden, wie Länder ihre Pflichten umsetzen, um im Krisenfall wirklich vorbereitet zu sein. 


Bildnachweis: © Lian Yi/Xinhua/dpa
Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Herbstkirmes 2026 in Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk und Krammarkt
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Vom 2. bis 5. Oktober lockt die Herbstkirmes nach Wiedenbrück: Fahrgeschäfte, Feuerwerk, verkaufsoffener Sonntag und Krammarkt.

weiterlesen...
Klingelbrink wird zur Partymeile: Soleil Society bringt Wiedenbrück zum Pulsieren
Lokalnachrichten Rheda-Wiedenbrück

Summer Closing am Klingelbrink: volle Straße, mehr als 250.000 Videoaufrufe und eine Debatte über Innenstadtleben. Unser Rückblick mit Bildergalerie.

weiterlesen...
70 Jahre Uhrmeister: Jubiläumsabend am 9. Oktober in Wiedenbrück
Veranstaltungstipp

Discokugeln am Klingelbrink: Unser Video zeigt den Aufbau für 70 Jahre Uhrmeister. Am 9. Oktober ab 17:00 Uhr wird in Wiedenbrück gefeiert.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Alarm zu Flugzeug-Entführung lässt Kampfjets aufsteigen
News aus der Welt

Ein Linienflug von Korfu nach Nürnberg sendet den Notfallcode «7500», Kampfjets steigen auf, der Flughafen wird gesperrt. Ermittler vermuten ein defektes Funkgerät. Wie konnte es so weit kommen?

weiterlesen...
König Haakon vermisst Gespräche mit seinem Papa Harald
News aus der Welt

Nach dem Tod von König Harald V. Ende August findet sich die norwegische Königsfamilie mit den neuen Umständen zurecht. Doch die Trauer hält an, wie der neue Monarch berichtet.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Alarm zu Flugzeug-Entführung lässt Kampfjets aufsteigen
News aus der Welt

Ein Linienflug von Korfu nach Nürnberg sendet den Notfallcode «7500», Kampfjets steigen auf, der Flughafen wird gesperrt. Ermittler vermuten ein defektes Funkgerät. Wie konnte es so weit kommen?

weiterlesen...
König Haakon vermisst Gespräche mit seinem Papa Harald
News aus der Welt

Nach dem Tod von König Harald V. Ende August findet sich die norwegische Königsfamilie mit den neuen Umständen zurecht. Doch die Trauer hält an, wie der neue Monarch berichtet.

weiterlesen...