Die Rolle der Natur beim Schutz des Planeten wird nach Überzeugung der Weltnaturschutzunion (IUCN) nicht genügend gewürdigt. «Wir wissen, dass der Planet in kritischem Zustand ist», sagte die IUCN-Generaldirektorin Grethel Aguilar der Deutschen Presse-Agentur. «Was oft übersehen wird, ist, wie eng die Biodiversitätskrise mit der Klimakrise verbunden ist.» Sie ist deshalb bei der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai, die Maßnahmen gegen die Klimakrise beschließen soll. «Entscheidungsträger müssen verstehen, dass der Naturschutz für eine lebenswerte Zukunft Priorität haben muss und dass dafür gerechte, naturbasierte Lösungen für die Minderung des Klimawandels nötig sind», sagte Aguilar. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) betonte bei ihrem Besuch auf der Weltklimakonferenz ebenfalls, man müsse Naturschutz bei der Bekämpfung der Klimakrise mitdenken. Sie warb auch für eine entsprechende Erwähnung im Abschlusstext der Konferenz. Ozeane, Ökosysteme und der globale Wasserkreislauf müssten stabilisiert werden. Mehr als 12.000 Arten seien vom Klimawandel bedroht, sagte Aguilar. Der Verlust von Arten, die sich nicht schnell genug an den Klimawandel anpassen können, destabilisiere die Ökosysteme. Nahrungsketten würden unterbrochen. In geschwächten Ökosystemen breiteten sich leichter gebietsfremde Arten aus, die den Schwund heimischer Arten beschleunigen. «Die Menschen sind auf gesunde Ökosystemen angewiesen», sagte sie. «Aber es gibt Hoffnung», sagte Aguilar. Viele Lösungen lägen oft in der Natur selbst. «Es ist kein Zufall, dass indigene Völker dort leben, wo die größte biologische Vielfalt zu finden ist. Das liegt daran, dass sie diese Gebiete seit Generationen erfolgreich geschützt und gepflegt haben», sagte Aguilar. Naturnahe Lösungen wären die Renaturierung geschädigter Landschaften, etwa Aufforstungen. Bäume könnten klimaschädliches CO2 nicht nur binden, sondern auch für gesunde Böden und damit Raum für biologische Vielfalt sorgen. Die Wiederherstellung von Mangroven - Gehölze, die in den Tropen in Küstengewässern wachsen - schütze Bewohner vor einem steigenden Meeresspiegel und baue Biotope für Fische und andere Tiere auf. Die IUCN unterstütze Wind- und Solarenergie als nachhaltige Lösungen, sagte Aguilar. Solche Anlagen könnten aber für Meeresbewohner und Vogelarten zur Gefahr werden. Solche Effekte müssten durch kluge Standortbestimmungen minimiert werden. Die IUCN in Gland bei Genf ist ein Dachverband staatlicher und nichtstaatlicher Organisationen für Naturschutz. Sie gibt die Rote Liste der bedrohten Arten heraus.Mehr als 12.000 Arten bedroht
Naturnahe Lösungen
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Weltnaturschutzunion fordert mehr Einsatz für Natur
Treibhausgase zum Klimaschutz vermeiden ist überlebenswichtig. Aber bei Verhandlungen wie auf der COP28 wird eines oft übersehen: die Natur. Die Biodiversität ist eng mit der Klimakrise verbunden, sagt der IUCN.
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