14. Oktober 2021 / News aus der Welt

Weitere Evakuierungen auf Vulkaninsel La Palma

Der Cumbre Vieja gibt keine Ruhe. Es habe etliche weitere leichte Beben gegeben, eines habe die Stärke 4,5 erreicht. Noch einmal 300 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen.

Einsatzkräfte des Militärs entfernen schwarze Asche vom Vulkan, der hinter der kleinen Kirche auf der Kanareninsel La Palma weiter Lava ausstößt.
Veröffentlicht am 14. Oktober 2021 um 19:21 Uhr von dpa

Wegen näherrückender Lava haben die Behörden auf der Vulkaninsel La Palma die Evakuierung von etwa 300 Menschen angeordnet.

Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich vor den Folgen des Vulkanausbruchs in Sicherheit bringen mussten, auf mehr als 7000, wie der staatliche TV-Sender RTVE am Donnerstag berichtete. Zugleich seien weitere etwa 100 leichte bis mittlere Erdbeben registriert worden. Eines habe die Stärke von 4,5 gehabt und sei damit das heftigste seit dem Ausbruch des Vulkans am 19. September gewesen.

Am Nachmittag gab es spektakuläre Bilder, als der Trichter des Vulkans überlief und große Mengen Lava über dessen Rand flossen. Experten betonten jedoch, dies sei ein von Zeit zu Zeit normaler Vorgang, wie RTVE berichtete. Die Lava werde voraussichtlich auf ihrem bisherigen Weg Richtung Meer strömen ohne neue Zerstörungen anzurichten.

Seit die Nordflanke des Vulkankegels am vergangenen Samstag zusammengebrochen ist, verstärkte sich der Lavafluss durch bewohnte Gebiete Richtung Meer. Auch war die austretende Lava mit rund 1200 Grad heißer als zuvor und damit dünnflüssiger und etwas schneller. Die Auswertung der Daten des europäischen Erdbeobachtungssystems Copernicus wurden bisher 1548 Gebäude von der Lava zerstört und eine Fläche von 680 Hektar von Lava und Asche bedeckt. Das entspricht etwa 950 Fußballfeldern. Zu Schaden kam bisher niemand.

Der Flughafen der Insel war nach Angaben des Betreibers Aena weiter betriebsbereit, wurde aber nur von wenigen Fluggesellschaften wie Binter angeflogen. Der Flugverkehr zu den anderen großen Touristeninseln der Kanaren - Teneriffa, Fuerteventura, Gran Canaria oder Lanzarote - lief normal.


Bildnachweis: © Saul Santos/AP/dpa
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