20. Juli 2021 / News aus der Welt

Waldbrände in Russland - Nur Regen kann helfen

Die Waldbrände im Osten Russlands wüten weiter - eine Besserung der Lage ist nicht Sicht. Greenpeace geht davon aus, dass die Lage landesweit viel schlimmer ist als von den Behörden angegeben.

In weiten Teilen Russlands kommt es aufgrund von ungewöhnlich hohen Temperaturen und der Vernachlässigung von Brandschutzvorschriften zu Waldbränden.
von dpa

Die schweren Waldbrände im Osten Russlands können nach Einschätzung von Umweltschützern nicht so schnell gelöscht werden.

«Große Gebiete in Jakutien sind bereits von Bränden erfasst. Hier hilft nur Regen», sagte der Brandschutz-Experte Grigori Kuksin von der Umweltorganisation Greenpeace in Russland der Agentur Interfax. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Lage in der besonders betroffenen sibirischen Region Jakutien (Republik Sacha) vor Mitte August verbessere. Dort wüten derzeit die meisten Waldbrände im flächenmäßig größten Land der Erde.

Nach Angaben der regionalen Behörden zählt die Feuerwehr in Jakutien 205 Brände. Nach Daten der Fortschutzbehörde ist die Brandfläche, auf der gelöscht wird, mit rund 680.000 Hektar etwas kleiner geworden als am Vortag. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche Schleswig-Holsteins. 2100 Feuerwehrleute seien im Einsatz. Sie wollen ein Übergreifen der Flammen auf Dörfer verhindern.

Greenpeace geht davon aus, dass die Lage landesweit viel schlimmer ist als von den Behörden angegeben. Aus Satellitendaten gehe hervor, dass derzeit in Russland insgesamt eine Fläche von drei Millionen Hektar brenne. In der Statistik der Forstschutzbehörde ist dagegen von rund zwei Millionen die Rede.

Viele Siedlungen und Städte in Russland haben Greenpeace zufolge mit Rauch von den Feuern zu kämpfen. In der Region Jakutien sei die Konzentration gefährlicher Stoffe in der Luft deutlich höher als erlaubt, sagte Kuksin. Viele Waldbrände seien durch Fahrlässigkeit ausgelöst worden, weil etwa Lagerfeuer außer Kontrolle geraten oder Zigaretten achtlos weggeworfen worden seien.


Bildnachweis: © Alexey Vasilyev/AP/dpa
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