Nur ein sehr geringer Anteil der Waldbrände in Deutschland hat Versicherungsexperten zufolge natürliche Ursachen. Soweit ermittelt werden könne, sei sehr häufig menschlicher Leichtsinn oder böser Wille die Ursache, sagt Alexander Lührig, Leiter der Allianz Agrarversicherung, unter Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. In nur rund drei Prozent aller Fälle hat demnach ein Feuer im Wald natürliche Ursachen. Der größte deutsche Versicherer sieht wegen der Trockenheit ein deutlich erhöhtes Risiko großer Waldbrände. «Der Klimawandel zündet keine Wälder an, er legt das Brennmaterial bereit», sagt Lührig. «Und dann brennt es schneller und heißer.» Die amtlichen Zahlen für das Jahr 2025: Drei Prozent der Waldbrände hatten eine natürliche Ursache, meist Blitzschlag. In fast der Hälfte der Fälle (46 Prozent) konnten die Ursachen nicht geklärt werden. In 27 Prozent aller Fälle war Fahrlässigkeit die Ursache, in 19 Prozent Vorsatz. Zieht man nur die aufgeklärten Fälle in Betracht, haben 95 Prozent der Waldbrände menschliche Ursachen, wie Lührig erläutert. «Wo sie geklärt wird, ist es fast immer der Mensch: Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer, Brandstiftung.» Die Feuer dieses Sommers sind nach Einschätzung des Allianz-Managers Folge einer Verkettung von Krisen über mehrere Jahre hinweg. «Trockenheit schafft ideale Bedingungen für den Borkenkäfer», sagt Lührig - die Insekten hatten in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts hohe Schäden angerichtet und in mehreren Bundesländern große Fichtenbestände zum Absterben gebracht. «Die geschädigten Bäume hinterlassen Totholz, während Hitzestress Gräser, Nadeln und andere Feinmaterialien absterben lässt», sagt Lührig. Damit sammelt sich leicht entzündlicher Brennstoff auf dem Waldboden. «Wenn dann die nächste Dürre- und Hitzeperiode kommt, trifft sie auf einen bereits vorgeschädigten Wald mit deutlich mehr brennbarem Material.» Die Umweltorganisation WWF plädiert dafür, die Wälder «weniger brennbar» zu machen. Die Wälder seien über Jahrhunderte entwässert und trockengelegt worden, sagte WWF-Waldfachmann Johannes Zahnen. Das müsse rückgängig gemacht werden. «Wasser im Wald zu halten kühlt, stärkt die Bäume, senkt die Brandgefahr und bildet obendrein neues Grundwasser.»Zigaretten, Grillen, Lagerfeuer - und Brandstiftung
Feuer dieses Sommers Folge einer mehrjährigen Entwicklung
Bildnachweis: © Lorena Sopêna/EUROPA PRESS/dpa
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Waldbrände haben nur in Ausnahmefällen natürliche Ursachen
Der Sommer ist so trocken, dass in Deutschland gleich mehrere Waldbrände ausbrachen. Soweit ermittelt werden kann, haben die Feuer allzu oft menschliche Ursachen.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 30. August 2026
Kapitän nach Fährunglück vor Zypern festgenommen - Acht Tote
Wie konnte es zu dem Fährunglück mit mehreren Toten kommen? Auf Zypern wird der Kapitän des Schiffes festgenommen - viele Menschen werden noch vermisst.
Neueste Artikel
- 4. September 2026
Prozess um Tod dreier Kinder in den USA endet ohne Urteil
Eine Mutter räumt ein, ihre Kinder getötet zu haben und wäre laut Berichten trotzdem fast freigesprochen worden. Ein einzelner Geschworener soll ein einstimmiges Urteil verhindert haben.
- 4. September 2026
45,7 Grad: Spaniens heißester Tag seit Jahresbeginn
Mit 45,7 Grad meldet Spanien die Einstellung eines Hitzerekords für September. Der Wert wurde in Andalusien gemessen. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen ungewöhnlich hoch bleiben.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 4. September 2026
Prozess um Tod dreier Kinder in den USA endet ohne Urteil
Eine Mutter räumt ein, ihre Kinder getötet zu haben und wäre laut Berichten trotzdem fast freigesprochen worden. Ein einzelner Geschworener soll ein einstimmiges Urteil verhindert haben.
- 4. September 2026
45,7 Grad: Spaniens heißester Tag seit Jahresbeginn
Mit 45,7 Grad meldet Spanien die Einstellung eines Hitzerekords für September. Der Wert wurde in Andalusien gemessen. Auch in den kommenden Tagen sollen die Temperaturen ungewöhnlich hoch bleiben.

