Die Zahl der gemeldeten Affenpocken-Fälle in bislang nicht betroffenen Ländern ist seit Mai auf mehr als 1000 gestiegen. Das sagte der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Für Deutschland meldete das Robert Koch-Institut (RKI) 113 Ansteckungen. Nach Angaben der WHO ist nicht klar, ob eine Infektion - anders als bei den 1980 ausgerotteten Pocken - lebenslange Immunität gibt. Es seien aus Afrika Fälle bekannt, in denen sich Menschen nach einer Genesung erneut infiziert hätten, sagte die Affenpocken-Expertin Rosamund Lewis. Inzwischen würden einzelne Infektionen bei Frauen gemeldet, die Mehrzahl betreffe aber Männer, die Sex mit Männern haben. Wichtig sei, dass sich Betroffene bei Anzeichen von Symptomen isolieren und auch Kontakt zu Familienmitgliedern meiden. Das Virus wird meist durch Körperkontakt übertragen. Die WHO prüft zur Zeit, wie viel Impfstoff gegen Pocken weltweit vorhanden ist. Länder hätten immer Vorräte gehabt, um sich gegen einen möglichen neuen Ausbruch zu wappnen. Weil es sich um dieselbe Virenfamilie handelt, ist dieser Impfstoff nach WHO-Angaben auch gegen Affenpocken effektiv. Die Organisation geht davon aus, dass genügend Impfstoff vorhanden ist, um die jetzigen Ausbrüche einzudämmen. Mehr Impfstoff sei aber nötig, sollte die Zahl der Fälle stark steigen, sagte WHO-Expertin Sylvie Briand. Die WHO sei mit Impfstoffherstellern im Gespräch über Kapazitäten. Affenpocken gelten als weniger schwere Erkrankung als Pocken. WHO-Chef Tedros erinnerte daran, dass der erste Fall von Affenpocken bei einem Menschen bereits 1970 in Afrika nachgewiesen wurde und die Erreger dort schon lange zirkulieren. Auf dem Kontinent hätten sich seit Anfang des Jahres mehr als 1400 Menschen infiziert und 66 seien gestorben. «Es ist bedauerliches Spiegelbild der Welt, in der wir leben, dass die internationale Gemeinschaft den Affenpocken erst jetzt Aufmerksamkeit schenkt, weil sie in Ländern mit hohem Einkommen aufgetreten sind», sagte Tedros.Mehrzahl der Betroffenen sind Männer
WHO geht von genügend Impfstoff aus
Bildnachweis: © -/Institute of Tropical Medicine, Antwerp/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Viele Affenpockenfälle in früher nicht betroffenen Ländern
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus spricht von einem "bedauerlichen Spiegelbild der Welt", da die Aufmerksamkeit für die Affenpocken erst augekommen ist, als sie in reichen Ländern auftauchten.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 21. August 2026
Auto rast durch Fußgängerzone - Minister spricht von Unfall
Umgestürzte Stühle, Kinderspielzeug auf der Straße: Eine Spur der Verwüstung hat ein Autofahrer im nordhessischen Hofgeismar hinterlassen. Es gibt mehrere Verletzte. Was bislang bekannt ist.
- 21. August 2026
Katze entwischt - Familie verbringt Urlaub an Raststätte
Eigentlich wollen sie in die Berge fahren, doch als bei einer Pause ihre geliebte Katze davonläuft, schmeißt eine Familie ihre Pläne über den Haufen. Nun heißt es Autobahn statt Gipfelkreuz.
Neueste Artikel
- 12. September 2026
66,5 Millionen Jahre alte Spur eines T. rex entdeckt
Gigantisch muss der Tyrannosaurus gewesen sein, der einst durch Nordamerika stapfte - und bis heute Spuren hinterließ.
- 12. September 2026
Polizei: Mann erschießt Bruder in Seniorenheim
Schock in einem Seniorenheim in Südniedersachsen: Zwei Brüder sterben durch Schüsse. Die Polizei geht von einem «innerfamiliären» Hintergrund aus. Was bislang bekannt ist.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 12. September 2026
66,5 Millionen Jahre alte Spur eines T. rex entdeckt
Gigantisch muss der Tyrannosaurus gewesen sein, der einst durch Nordamerika stapfte - und bis heute Spuren hinterließ.
- 12. September 2026
Polizei: Mann erschießt Bruder in Seniorenheim
Schock in einem Seniorenheim in Südniedersachsen: Zwei Brüder sterben durch Schüsse. Die Polizei geht von einem «innerfamiliären» Hintergrund aus. Was bislang bekannt ist.

