24. August 2024 / News aus der Welt

US-Immunologe Fauci an West-Nil-Fieber erkrankt

Der wohl bekannteste Virologe der USA kämpft aktuell selbst gegen eine Viruserkrankung. Das West-Nil-Fieber wird durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Fauci wurde in einer Klinik behandelt.

Fauci wurde wegen seiner Erkrankung mehrere Tage im Krankenhaus behandelt. (Archivbild)
Veröffentlicht am 24. August 2024 um 15:06 Uhr von dpa

Der international bekannte US-Immunologe Anthony Fauci hat sich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Der 83-Jährige sei sechs Tage lang im Krankenhaus behandelt worden und erhole sich nun zu Hause, zitierten der Sender CNN und die «New York Times» einen Sprecher Faucis. «Eine vollständige Genesung wird erwartet», hieß es.

Jahrzehntelange Expertise in der Infektionsforschung

Fauci trat vor knapp zwei Jahren als medizinischer Chefberater des US-Präsidenten und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten ab. Zuvor war er in den USA zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Der renommierte Wissenschaftler leitete das Nationale Institut für Infektionskrankheiten fast vier Jahrzehnte lang und arbeitete unter insgesamt sieben US-Präsidenten. 

Er gilt als einer der herausragenden Experten für Infektionskrankheiten in den USA. Bekannt ist er weit über die Zirkel der Wissenschaft und die amerikanischen Grenzen hinaus. In der politisch sehr aufgeladenen Debatte über die Corona-Pandemie war Fauci regelmäßig Ziel von Kritik und Anfeindungen.

Viruserkrankung verläuft meist harmlos

Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika und wird durch Stechmücken übertragen. Die meisten Infektionen verlaufen laut Robert Koch-Institut (RKI) symptomlos, etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung von wenigen Tagen, etwa jeder Hundertste bekommt eine Hirn- oder Hirnhautentzündung. Eine schützende Impfung für Menschen gibt es bisher nicht.

In Deutschland war das Virus 2018 erstmals nachgewiesen worden, 2019 erstmals bei einem Menschen. Besonders im Osten Deutschlands gibt es regelmäßig Nachweise, Experten rechnen im Zuge des Klimawandels mit einer weiteren Ausbreitung. In süd- und südosteuropäischen Ländern gibt es schon seit Jahren größere Ausbrüche.


Bildnachweis: © Patrick Semansky/AP/dpa
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