21. Oktober 2022 / News aus der Welt

Unglück mit Fähre vor Terschelling: Vermutlich vier Tote

Drama im Wattenmeer: Ein Wassertaxi prallt auf eine Fähre. Zwei Menschen sterben, zwei weitere werden vermisst. Hoffnung auf Rettung gibt es kaum.

Rettungsdienste suchen nach einer Kollision zwischen eines Wassertaxis mit einer Fähre vor der niederländischen Küste nach vermissten Personen.
Veröffentlicht am 21. Oktober 2022 um 13:39 Uhr von dpa

Der Zusammenstoß eines Wassertaxis mit einer Fähre vor der niederländischen Küste hat mindestens zwei Menschen das Leben gekostet. Zwei weitere Personen, darunter ein Kind, werden noch vermisst, wie die Küstenwache am Freitag in Harlingen mitteilte. Doch die Einsatzkräfte haben keine Hoffnung, dass die beiden Vermissten lebend geborgen werden. Die Suche nach ihnen wurde zunächst ergebnislos abgebrochen.

Zunächst war die Küstenwache nur von einem Vermissten ausgegangen, einem zwölf Jahre alten Jungen. Später teilte der Kapitän des Wassertaxis mit, dass noch eine weitere Person vermisst wird. Vier Personen wurden in Krankenhäuser eingeliefert - einige davon schwer verletzt.

Am Morgen, gegen 7.15 Uhr, war das Wassertaxi «Stormloper» mit acht Menschen an Bord vor der Wattenmeer-Insel Terschelling auf die Schnell-Fähre «Tiger» geprallt. Der Unfall geschah ein paar hundert Meter vor der Insel in einer Fahrrinne im untiefen Wasser. Was genau die Ursache war, ist noch unklar. Es herrschte weder Sturm noch Nebel. Zeugen berichteten aber im Radio, dass beide Schiffe sehr schnell gefahren waren.

Seenotretter im Einsatz

Das Wassertaxi wurde nach Informationen der Küstenwache schwer beschädigt und sank. Die Seenotretter waren mit mehreren Booten im Einsatz und konnten sechs Menschen bergen, darunter den Kapitän. Man habe noch zwei Menschen reanimiert - doch vergeblich, hieß es. Sie erlagen ihren Verletzungen, wie die Küstenwache mitteilte.

Die Schnell-Fähre «Tiger» war mit etwa 27 Menschen an Bord auf dem Weg nach Harlingen am Festland im Norden des Landes. Sie wurde zwar durch den Aufprall schwer beschädigt, konnte aber selbstständig bis nach Harlingen weiterfahren. Alle Menschen konnten dort nach Angaben der Einsatzkräfte die Fähre unverletzt verlassen. Das Wassertaxi konnte inzwischen geborgen und an Land geschleppt werden. Experten untersuchen nun die Schiffe.

Die niederländische Seenotrettung war mit mehreren Booten schnell zur Stelle, um Menschen zu retten und die Vermissten zu suchen. Doch gegen 12 Uhr war die Suche unterbrochen worden. Nach Angaben der Küstenwache ist in dem Gebiet die Strömung so stark, dass Menschen sehr schnell abgetrieben werden.


Bildnachweis: © Jaring Rispens/ANP/dpa
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