Einen Tag nach der Entgleisung eines Güterzugs mit krebserregendem Benzol in Tschechien hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. «In der Nacht haben wir die Brandstelle bewacht und kleine Ausbrüche beseitigt», sagte der Sprecher der Feuerwehr dem Portal Noviny.cz. Die Feuerwehr kontrolliere die Umwelt rund um die Unglücksstelle. Bisher seien keine kritischen Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft oder in den nahe gelegenen Wasserläufen gemessen worden, hieß es. Später begannen die Feuerwehrleute damit, die Chemikalien aus den beschädigten Waggons in bereitstehende Tankwagen zu pumpen. Den Angaben zufolge sollen sich mehr als tausend Tonnen des giftigen Benzols in den Kesselwaggons befinden. Die Polizei ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der fahrlässigen Gefährdung, wie eine Sprecherin der Nachrichtenagentur CTK sagte. Der Güterzug hatte den Angaben zufolge am Freitag gegen 11.30 Uhr den Ort Hustopece nad Becvou im Osten des Landes passiert. «Beim Passieren eines Signals und einer Weiche in der Nähe des Bahnhofsgebäudes (...) wurde die Lokomotive aus noch unbekannten Gründen vom Rest des aus 17 Wagen bestehenden Zuges abgekoppelt», sagte die Polizeisprecherin. Mehrere Kesselwagen seien daraufhin entgleist, ein Teil der transportierten Chemikalien habe aus noch ungeklärten Gründen Feuer gefangen. «Mindestens 14 Waggons des Zugs waren von dem Feuer betroffen», sagte die Polizeisprecherin. Die Feuerwehr hatte zuvor von 15 Waggons gesprochen. Das Feuer erfasste laut Polizei auch die Betriebsanlagen der Bahnstrecke und das angrenzende Gelände. Die Lokomotive geriet demnach nicht in Brand und konnte mit eigener Kraft in den Bahnhof von Hustopece nad Becvou fahren. Nach Angaben der Polizeisprecherin wurde der entstandene Schaden auf 4,8 Millionen Euro geschätzt, die Feuerwehr ging von einem etwas höheren Wert von fünf Millionen Euro aus. Bei dem Großbrand wurde niemand verletzt. Benzol ist eine flüchtige organische Verbindung, die beim Menschen krebserregend wirken kann. Er kann zudem akute Gesundheitsschäden verursachen. Benzol ist ein wichtiger Ausgangsstoff in der chemischen Industrie und wird unter anderem bei der Herstellung von Farbstoffen, Kunststoffen, Kunstharzen und Lösemitteln verwendet. Hustopece nad Becvou liegt rund 250 Kilometer östlich von Prag und hat knapp 1800 Euro Einwohner. Es ist nicht der erste Unfall dieser Art in Tschechien. Im Januar 2017 war in Studenka Benzol aus einem beschädigten Kesselwagen eines Güterzugs ausgetreten. Allerdings hatte sich der Stoff damals nicht entzündet.Entgleiste Kesselwagen fangen Feuer
Gefährliche Chemie
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Tschechien: Brand von Güterzug mit Benzol unter Kontrolle
Beim Transport giftiger Chemikalien wird die Lokomotive aus ungeklärten Gründen von den Waggons abgekoppelt. Die Kesselwagen entgleisen und fangen Feuer. Die Polizei ermittelt wegen Fahrlässigkeit.
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