Eineinhalb Jahre nach einer tödlich verlaufenen Ausfahrt zweier junger Männer mit manipulierten Motorrädern und überhöhter Geschwindigkeit hat das Landgericht Bielefeld ein Urteil gesprochen: Der heute 24-jährige Angeklagte, der in Hiddenhausen einen Anwohner angefahren und getötet hatte, erhält zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung. Der 24-Jährige wurde bei dem Unfall selbst schwer verletzt und ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen, was das Gericht als mildernden Umstand ansah. Der heute 20 Jahre alte zweite Fahrer, der an dem Unfall nicht direkt beteiligt war, wurde nach Jugendstrafrecht verurteilt. Er muss einen Verkehrserziehungskurs absolvieren und 3600 Euro in Raten an die Verkehrswacht zahlen. Die Motorradtour der beiden Männer am 8. März 2022 sei von «erschreckender Rücksichtslosigkeit» geprägt gewesen, erklärte das Gericht in der Urteilsbegründung. Ein verabredetes Rennen zwischen den beiden Männern habe sich aber nicht feststellen lassen, sagte die Vorsitzende Richterin Verena Willeke. «Ihr Ziel war Fahrspaß.» Es sei auch unklar geblieben, wieso der 58-jährige Anwohner plötzlich auf die Straße gelaufen ist, so das Gericht. Möglicherweise gebe es eine «gewisse Mitschuld» des Mannes. Der 24-jährige Motorradfahrer sei gerade dabei gewesen zu überholen, als der Mann vor ihm auftauchte. Er habe ihn zu spät gesehen. Mit hoher Geschwindigkeit fuhr der 24-jährige den Fußgänger an: Laut Gutachten betrug die Aufprallgeschwindigkeit 72 Stundenkilometer. Überdies hatte der 24-Jährige keinen Führerschein, was ebenfalls Einfluss auf das Strafmaß hatte. Andererseits ist er seit dem Unfall dauerhaft auf Pflege angewiesen. Im Prozess konnte deshalb immer nur zwei Stunden am Stück verhandelt werden.«Erschreckende Rücksichtlosigkeit»
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Tödliche «Spaßfahrt» - Bewährungsstrafe für Motorradfahrer
Zwei junge Motorradfahrer fahren mit hoher Geschwindigkeit und frisierten Motorrädern. Ein Anwohner wird angefahren und stirbt. Auch einer der jungen Männer ist seitdem auf den Rollstuhl angewiesen.
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