Sie waren wohl nicht im Urlaub, sondern an ihrem Arbeitsplatz: Zwei Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens haben sich mit Malaria infiziert und sind gestorben. Ursache der Infektion sollen importierte Mücken sein. Was heißt das für Reisende und Beschäftigte von Flughäfen? Im Juli erkrankten nach Angaben des Frankfurter Gesundheitsamtes fünf Flughafen-Beschäftigte an der gefährlichsten Malaria-Variante, Malaria tropica. Einer von ihnen starb, die Malaria-Infektion wurde demnach aber erst nach seinem Tod festgestellt. Den vier weiteren gehe es inzwischen wieder gut. Laut dem Gesundheitsamt kam es dann im August zu einem weiteren Todesfall durch Malaria tropica. Auch in diesem Fall habe es sich um einen Mensch gehandelt, der am Flughafen gearbeitet habe. «Die betroffenen Personen erkrankten zwischen dem 4. und 6. Juli 2026», schrieb das Robert Koch-Institut (RKI) Mitte Juli in seinem «Epidemiologischen Bulletin». zu den ersten vier Fällen. «Es wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch eine mit dem Flugzeug importierte infizierte Anophelesmücke übertragen wurde.» Ein Teil der Infizierten war nach Angaben des Frankfurter Uniklinikums zwischenzeitlich dort behandelt worden. Die laut RKI «sehr seltene» Flughafen-Malaria entstehe, wenn eine infektiöse Mücke im Flugzeug oder Gepäck importiert werde. Die Infektion erfolge dann im Flugzeug, am Flughafen oder in unmittelbarer Umgebung. Auch der Infektiologe Christoph Stephan von der Frankfurter Uniklinik spricht von einem «sehr sehr seltenen Ereignis». Laut RKI wurde der bundesweit letzte Fall einer Flughafen-Malaria im Jahr 2023 am Frankfurter Flughafen dokumentiert. Jeder, der früh mit Malaria diagnostiziert werde, werde eigentlich wieder gesund, sagt Michael Ramharter vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenkrankheiten. Ein mögliches Problem bei der Flughafen-Malaria sei aber, «dass man nicht so schnell daran denkt»: «Je länger es dauert, bis es zur Diagnose kommt, desto gefährlich wird es.» Die Flughafen-Malaria sei «besonders tückisch», sagt auch der Frankfurter Mediziner Stephan. Schließlich seien die Infizierten vorher nicht im Ausland gewesen. Regina Ellwanger Berry, Ärztin beim Gesundheitsamt sagt: «Flughafen-Malaria ist so selten, das zählt nicht zu den üblichen Differentialdiagnosen von Ärzten bei Personen ohne Reiseanamnese.» «Das ist natürlich ein äußerst seltener Übertragungsweg», erklärte ein Fraport-Sprecher zur Flughafen-Malaria. «Das sind ja Mücken, die im Gepäck oder im Frachtraum mitgeflogen sind.» Die Öffnungen zum Frachtraum seien besonders groß, hieß es zur Begründung. Insgesamt sei das Risiko für Flugreisende als gering einzuschätzen. «Wahrscheinlich ist die Mücke schon tot», sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, Peter Tinnemann. «Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das von Mensch zu Mensch ausweitet, ist nicht gegeben.» Das Risiko für die Frankfurter Bevölkerung sei vernachlässigbar. Allerdings betonte Tinnemann auch: «Erhöhte Temperaturen, die wir jetzt wahrgenommen haben, erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Mücken, in Frankfurt längere Zeit zu überleben.» Aber: «Es muss jetzt nicht jeder denken, weil er Kopfschmerzen, Fieber und unspezifische Symptome hat und es am Flughafen einen Fall gab, dass er jetzt mit Malaria infiziert ist.» Ein Fraport-Sprecher teilte auf Anfrage mit: «Wir haben, als wir von den Fällen erfahren haben, über unsere internen Kanäle unsere Mitarbeitenden informiert.» Es sei dafür sensibilisiert worden, bei Krankheitssymptomen zum Arzt zu gehen und auch darauf hinzuweisen, dass man am Flughafen arbeite. Zudem seien auch alle sogenannten Flughafen-Ausweisträger informiert worden - dazu zählen neben den Fraport-Beschäftigten etwa Mitarbeiter von Airlines oder der Polizei. Ferner seien am Flughafen Mückenfallen aufgestellt und auch Mücken gefangen worden, sagte der Sprecher. Diese würden jetzt in einem Labor untersucht. Malaria wird durch parasitäre Einzeller verursacht, die vor allem durch Mücken übertragen werden. Reisende aus Deutschland infizieren sich weit überwiegend in tropischen und subtropischen Ländern. Vor allem die schwerste Form, Malaria tropica, kann bei fehlender oder zu spät erfolgter Behandlung tödlich verlaufen. Ramharter zufolge ist Malaria tropica für über 95 Prozent der Todesfälle durch Malaria weltweit verantwortlich. Todesfälle hierzulande kommen nach RKI-Angaben immer wieder vor, weil nicht an diese Diagnose gedacht werde. Malaria beginne mit uncharakteristischen Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeinem Krankheitsgefühl. «Häufig werden solche Anzeichen daher als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Infektion fehlinterpretiert», schreibt das RKI. In Malaria-Endemiegebieten erkranken laut RKI schätzungsweise 200 Millionen Menschen pro Jahr. Weltweit sterben demnach jährlich etwa 600.000 Menschen an der Krankheit, etwa drei Viertel davon Kinder unter fünf Jahren. «Malaria wird überwiegend in Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas erworben», hieß es. Afrika sei mit etwa 90 Prozent der Fälle am stärksten betroffen. In Deutschland wurden laut RKI 2024 insgesamt 934 Fälle von Malaria gemeldet, darunter vier Todesfälle. Alle Todesopfer - drei Männer und eine Frau - waren an Malaria tropica erkrankt und hatten sich in Afrika infiziert.Was genau ist in Frankfurt passiert?
Was hat es mit der Flughafen-Malaria auf sich?
Müssen sich Reisende oder Anwohner jetzt Sorgen machen?
Wie geht der Flughafen Frankfurt mit den Malaria-Fällen um?
Was ist Malaria eigentlich?
Wie häufig kommt Malaria weltweit vor - und wie oft in Deutschland?
Bildnachweis: © Andreas Arnold/dpa
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Tod durch Malaria am Flughafen: Was heißt das für Reisende?
Importierte Mücken haben mehrere Beschäftigte des Frankfurter Flughafens mit Malaria infiziert. Zwei von ihnen sterben. Was bedeutet das?
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