16. März 2022 / News aus der Welt

Tierheime suchen Unterkünfte für ukrainische Haustiere

Manche Menschen flüchten mit ihrem Haustier vor dem Krieg in der Ukraine - doch in deutschen Notunterkünften können sie nicht immer zusammenbleiben. Jetzt wird nach Lösungen gesucht.

Viele Menschen flüchten mit ihren Haustieren aus der Ukraine.
Veröffentlicht am 16. März 2022 um 07:36 Uhr von dpa

Tierheime suchen Unterkünfte für Haustiere, die mit ihren Besitzerinnen und Besitzern aus der Ukraine geflüchtet sind.

Deutschland hat wie andere europäische Länder die Einreisebedingungen für die tierischen Begleiter der Geflüchteten gelockert - in den Notunterkünften werden sie aber allenfalls geduldet. Wenn nicht, müssen sie ins Tierheim umziehen, bis ihre Halterinnen und Halter eine andere Bleibe haben.

Eigentlich keine Tiere in Asylunterkünften erlaubt

Das ist zum Beispiel in München, Karlsruhe oder Heidelberg der Fall, wo schon einzelne Tiere untergebracht werden mussten. Grundsätzlich seien Haustiere in Asylunterkünften nicht erlaubt, erläutert die Regierung von Oberbayern, die unter anderem für das Ankunftszentrum in München zuständig ist. Zurzeit werde aber eine Ausnahme gemacht. «Als dauerhafte Lösung ist diese vorübergehende Duldung jedoch nicht vorgesehen», heißt es.

In Mittelfranken sei es zum Teil möglich, die Tiere mit in die Unterkünfte zu nehmen, sagt ein Sprecher der Bezirksregierung. Es seien aber auch schon welche vorübergehend ins Tierheim gekommen.

In Nürnberg dürften kleine Hunde und Katzen in Transportboxen mit in die Einrichtungen, sagt Sebastian Kahl von der Feuerwehr, die die Notunterkünfte der Stadt betreut. «Eine Trennung wäre in der psychischen Ausnahmesituation, in der sich die Geflüchteten befinden, aktuell weder vermittel- noch umsetzbar.» Größere Hunde seien bisher nicht dabei gewesen. Was mit diesen passieren würde, müsse dann im Einzelfall entschieden werden.

Platzmangel in Tierheimen

Auch der Deutsche Tierschutzbund appelliert an die Behörden, die Unterkünfte so auszustatten, dass Mensch und Tier zusammenbleiben können. Die Tierheime in Deutschland bereiteten sich darauf vor, Haustiere aus der Ukraine aufzunehmen und zu versorgen. Doch viele hätten nicht genügend Platz, weil in der Corona-Zeit unüberlegt Hunde angeschafft und später an Tierheime abgegeben worden seien, sagt Sprecherin Lea Schmitz.

Viele Tierheime suchen deshalb nach Zimmern oder Wohnungen für ukrainische Geflüchtete mit ihren Tieren. Auf einen entsprechenden Aufruf des Nürnberger Tierheims auf Facebook hätten sich überwältigend viele Menschen gemeldet, sagt Leiterin Tanja Schnabel. «Unsere Listen sind mehr als voll.» Die Tierheime in Karlsruhe und Bayreuth suchen wiederum Pflegefamilien, die ukrainische Haustiere bei sich Zuhause aufnehmen. In Hamburg vermitteln die Behörden eigenen Angaben nach zu diesem Zweck Tierpatenschaften auf Zeit.

Die Zeit in den Notunterkünften ist auch für die Haustiere strapaziös. Denn oft müssten diese in Transportboxen bleiben und bekämen keinen Auslauf, sagt Kristina Berchtold vom Münchner Tierschutzverein. Dieser sammelt deshalb Spenden für die Tiere in den Einrichtungen: neben Futter, Katzentoiletten und Streu werden demnach vor allem Freilaufgehege mit Dach benötigt, damit sich Katzen und Kleintiere etwas bewegen können.


Bildnachweis: © Sebastian Gollnow/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Großbrand in Sprendlingen gelöscht - Evakuierung aufgehoben
News aus der Welt

Stundenlang ist die Feuerwehr in Rheinhessen mit einem Großaufgebot im Einsatz und kann Schlimmeres verhindern: Bewohner dürfen zurück, die Bahnstrecke ist wieder frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Hurrikan «Lala» zerstört mehr als 100 Häuser auf Hawaii
News aus der Welt

Sturm «Lala» fegt an Hawaii vorbei und hinterlässt Chaos. Zahlreiche Häuser sind offiziellen Angaben zufolge zerstört, vielerorts fehlt der Strom. Am Montag steht der US-Bundesstaat weitgehend still.

weiterlesen...
Ebola-Ausbruch ist tödlichster in der Geschichte des Kongo
News aus der Welt

Mehr als 2.300 Menschen sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo gestorben – so viele wie nie zuvor in dem zentralafrikanischen Land.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Hurrikan «Lala» zerstört mehr als 100 Häuser auf Hawaii
News aus der Welt

Sturm «Lala» fegt an Hawaii vorbei und hinterlässt Chaos. Zahlreiche Häuser sind offiziellen Angaben zufolge zerstört, vielerorts fehlt der Strom. Am Montag steht der US-Bundesstaat weitgehend still.

weiterlesen...
Ebola-Ausbruch ist tödlichster in der Geschichte des Kongo
News aus der Welt

Mehr als 2.300 Menschen sind beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Kongo gestorben – so viele wie nie zuvor in dem zentralafrikanischen Land.

weiterlesen...