14. November 2023 / News aus der Welt

Tierbestattungen bald auch in einer Kirche

Für viele Menschen ist ihr Haustier Teil der Familie. Stirbt es, möchten sie angemessen Abschied nehmen. Auf der Schwäbischen Alb geht das bald auf eine ganz besondere Weise.

Tierbesitzer können die Zeremonie in der Kirche ganz individuell gestalten.
Veröffentlicht am 14. November 2023 um 05:32 Uhr von dpa

In einer kleinen Kirche in Albstadt auf der Schwäbischen Alb soll es künftig Abschiedszeremonien und Trauerfeiern für tote Tiere geben. Nach Auskunft von Ellen Weinmann, die mit ihrem Lebensgefährten beruflich Tiere bestattet, wird es die erste Tierbestattungskirche in Deutschland. Eröffnet werden soll die «Kapelle», wie Weinmann liebevoll sagt, am 2. Dezember. Mehr als 500 Anmeldungen gibt es dafür schon.

Laut dem Bundesverband der Tierbestatter wurde 1997 das erste Tierkrematorium Deutschlands in München eröffnet. Heute seien es rund 25 in allen Teilen des Bundesgebietes. Parallel dazu habe sich die Anzahl der Tierbestatter entwickelt. Dabei gehe es nicht nur um Tierliebe: Die Heimtiere seien für viele Menschen zu vollwertigen Sozialpartnern geworden, die sie nach ihrem Tod nicht einfach entsorgen, sondern angemessen bestatten wollten. Weinmann und ihr Lebensgefährte Florian Düsterwald kauften die Kirche, in der sich früher die evangelisch-methodistische Gemeinde einfand.

Zeremonie individuell gestalten

Die gelernte Bürokauffrau machte sich vor drei Jahren mit ihrem Lebensgefährten als Tierbestatterin selbstständig und arbeitet seither mit einem Tierkrematorium in Schwäbisch Hall zusammen. Weinmann erzählt, sie habe Aberhunderte Tiere bestattet. «Vom Hamster bis zum Pferd war alles dabei.» Auch ein schwäbelnder Papagei.

Die Tierbesitzer könnten sich die Zeremonie in der Kirche ganz individuell gestalten, erzählt Weinmann. «Nach der Trauerfeier kommt das Tier ins Krematorium. Die Asche kehrt zum Beispiel in einer Urne zu den Besitzern zurück.» Nach der Einäscherung könne die Asche des Tieres fast überall bestattet werden.

«Wird die Urne nicht zu Hause verwahrt beziehungsweise aufgestellt, steht eine große Auswahl vergänglicher Urnen zur Verfügung.» Weinmann selbst hat die Asche zweier verstorbener Hunde an einer Kette um den Hals hängen, in einer Glaskugel. Man kann aber auch die Asche seines Tieres in einen Diamanten pressen oder in eine Glaskugel einarbeiten lassen.


Bildnachweis: © Silas Stein/dpa
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