15. April 2026 / News aus der Welt

Supertaifun «Sinlaku» trifft US-Außengebiet mit voller Wucht

Orkanböen, neun Meter hohe Wellen und zerstörte Häuser auf den Nördlichen Marianen: Der Supertaifun «Sinlaku» war der bisher schwerste Sturm des Jahres. Das US-Außengebiet meldet schwere Verwüstungen.

Der Supertaifun bewegte sich nur langsam vorwärts - das machte ihn besonders gefährlich.
Veröffentlicht am 15. April 2026 um 11:29 Uhr von dpa

Der Supertaifun «Sinlaku» hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik mit voller Wucht getroffen und Augenzeugen zufolge schwere Schäden verursacht. Anwohner berichteten von hüfthohem Hochwasser und schweren Verwüstungen. Ganze Inselteile des Tropenparadieses seien zerstört, berichtete die Online-Zeitung «Pacific Daily News». 

Der Sturm erreichte nach Angaben des lokalen Wetterdienstes Windgeschwindigkeiten von mehr als 210 Kilometer pro Stunde, als er in der Nacht (Ortszeit) auf die besonders betroffenen Inseln Saipan und Tinian traf. Hunderte, möglicherweise Tausende Menschen seien obdachlos, hieß es.

Warum wütete der Taifun so lange?

Besonders dramatisch sei, dass sich der Taifun extrem langsam fortbewege und deshalb ungewöhnlich lange Zeit in dem US-Außengebiet mit rund 45.000 Einwohnern gewütet habe, zitierte der australische Sender ABC den Meteorologen Landon Aydlett vom «National Weather Service» in Guam. «Das macht die Auswirkungen besonders diabolisch», betonte er. Das ganze Ausmaß sei noch gar nicht klar.

«Absolut beängstigend»

Das weiter südlich gelegene US-Territorium Guam war ebenfalls von dem Sturm betroffen, jedoch traf er hier nicht direkt auf Land. Die Insel gehört ebenso wie die Nördlichen Marianen politisch zu den Vereinigten Staaten und geografisch zu Mikronesien. Beide liegen östlich der Philippinen.

Auf Tinian berichteten Augenzeugen der ABC von schweren Zerstörungen. «Es ist absolut beängstigend — man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet», sagte Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband.

Er habe bereits drei Taifune auf den Inseln erlebt, sagte ein Bürger auf Saipan. «Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ein Sturm jemals so lange auf uns eingeprügelt hat.» Ein anderer erklärte, viele Menschen hätten sich in obere Stockwerke retten müssen, als das Wasser in ihren Häusern plötzlich rapide anstieg.

Neun Meter hohe Wellen und Sturmfluten

Neben den Orkanböen sorgten Sturmfluten für zusätzliche Gefahr. Auf Saipan wurden Wellenhöhen von rund neun Metern gemessen, wie die «Pacific Daily News» weiter berichtete. Starke Regenfälle und Gewitter erhöhten zudem das Risiko von Erdrutschen. 

Viele Bewohner hatten sich zuvor in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht. Auch Hunderte Touristen waren wegen gestrichener Flüge auf der Inselkette gestrandet. Die Region ist wegen ihrer Traumstrände und Tauchrevieren bei Urlaubern beliebt. Jedoch seien Teile der üppigen Dschungelvegetation nun mit braunem Schlamm bedeckt, hieß es.

Wohin zieht der Sturm?

«Sinlaku» wurde zwar inzwischen von einem Supertaifun herabgestuft, bleibt aber laut Wetterdienst «ein sehr gefährlicher Sturm der Kategorie 4». Experten zufolge handelte es sich um den bisher stärksten Tropensturm des Jahres. Berichten zufolge könnten die Folgen noch verheerender sein als bei Taifun «Yutu» 2018, der Tausende Häuser zerstört und massive wirtschaftliche Schäden angerichtet hatte. Prognosen zufolge wird «Sinlaku» nun in nordwestlicher Richtung über den Pazifik weiterziehen.


Bildnachweis: © Uncredited/Glen Hunter/AP/dpa
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