Das Wissen über die gesundheitsschädigende Wirkung des radioaktiven Gases Radon halten Wissenschaftler für gefährlich gering. Vor allem das Risiko in Gebäuden ist demnach nicht klar genug. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) durchgeführt wurde. «Radon ist nach dem Rauchen eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs - vor der man sich gut schützen kann», sagte BfS-Präsidentin Inge Paulini. Radon könne in jedem Gebäude vorkommen und das Lungenkrebsrisiko der Menschen erhöhen, die dort wohnen oder arbeiten, teilte das Bundesamt mit Sitz im niedersächsischen Salzgitter mit. Das Gas sei überall in Deutschland in unterschiedlichen Mengen im Boden vorhanden und könne über undichte Stellen in Häuser und damit in die Atemluft gelangen. Nur die wenigsten hätten bisher über eine Radon-Messung in den eigenen vier Wänden nachgedacht, hieß es von den Strahlenschutz-Experten. Dabei sind Radon-Messungen preiswert und unproblematisch, wie das BfS auf seiner Internetseite erläutert. Am einfachsten lässt sich die Radon-Konzentration demnach mit einem sogenannten passiven Detektor messen. Dabei handelt es sich um kleine Plastikbehälter, die keinen Strom benötigen, sondern nur ausgelegt werden. Die Geräte können bei Messlaboren bestellt werden, die diese dann per Post versenden. Aufgrund der neuen Studien-Daten wird die Bekanntheit von Radon als «recht oberflächlich» beschrieben. Von denjenigen, die schon einmal von Radon gehört hatten, gaben lediglich 24 Prozent zutreffend an, dass Radon im Keller von Gebäuden vorkommen kann, wie das Bundesamt mitteilte. Noch weniger Menschen aus dieser Gruppe war demnach bekannt, dass Radon in Erdgeschossen (14 Prozent) und in höheren Stockwerken (5 Prozent) auftritt. Ein Zusammenhang mit der eigenen Wohn- oder Arbeitssituation werde kaum hergestellt, bilanzieren die Wissenschaftler und fordern eine bessere Wissensverbreitung. «Dies ist ein Auftrag insbesondere an Bundes- und Landesbehörden, ihre Aufklärungsarbeit über Radon fortzuführen und weiter auszubauen», sagte BfS-Chefin Paulini.Radon erhöht Risiko für Lungenkrebs stark
Aufklärung der Bevölkerung zu gering
Bildnachweis: © Uli Deck/dpa
Copyright 2022, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Strahlenschützer warnen vor zu geringem Wissen über Radon
Das Gesundheitsrisiko durch Radon ist vielen Menschen nicht klar. Eine neue Erhebung hat ergeben, dass über das radioaktive Gas zu wenig bekannt ist. Der Auftrag aus der Wissenschaft ist klar.
Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App?
Meistgelesene Artikel
- 27. August 2026
Goldener Kamm in Gütersloh
Am 11. Oktober treten die besten Nachwuchsfriseure aus Nordwestdeutschland in der Stadthalle Gütersloh gegeneinander...
- 10. August 2026
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?
- 30. August 2026
Kapitän nach Fährunglück vor Zypern festgenommen - Acht Tote
Wie konnte es zu dem Fährunglück mit mehreren Toten kommen? Auf Zypern wird der Kapitän des Schiffes festgenommen - viele Menschen werden noch vermisst.
Neueste Artikel
- 5. September 2026
Nicht nur «Good Vibes»: Alphaville-Streit geht weiter
Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt prägen politische Diskussionen auch den zweiten Tag des Glücksgefühle-Festivals. Was Künstler und Veranstalter dazu sagen.
- 5. September 2026
Familienwanderung: Frau aus Hessen stirbt bei 60-Meter-Sturz
Bei einer Wanderung in Tirol verliert die Frau den Halt. Ihre Familie leistet Erste Hilfe, ein Notarzt trifft rasch ein. Dennoch kann das Leben der 75-Jährigen nicht gerettet werden.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 5. September 2026
Nicht nur «Good Vibes»: Alphaville-Streit geht weiter
Nach dem Hin und Her um einen Alphaville-Auftritt prägen politische Diskussionen auch den zweiten Tag des Glücksgefühle-Festivals. Was Künstler und Veranstalter dazu sagen.
- 5. September 2026
Familienwanderung: Frau aus Hessen stirbt bei 60-Meter-Sturz
Bei einer Wanderung in Tirol verliert die Frau den Halt. Ihre Familie leistet Erste Hilfe, ein Notarzt trifft rasch ein. Dennoch kann das Leben der 75-Jährigen nicht gerettet werden.

