Heiße Rhythmen, Tausende Kostümierte und lautstarke Samba-Klänge: Nach dem Start der weltberühmten Umzüge im Sambodrom in Rio de Janeiro sollten auch am zweiten Tag die Sambaschulen der Aufstiegsklassen auftreten. Die Schule «Sereno de Campo Grande» machte am Abend den Anfang und huldigte dabei der heiligen Barbara sowie Oya. Die eine gilt im christlichen Glauben als Schutzpatronin gegen Blitz und Donner, die andere in afrobrasilianischen Religionen als Göttin des Blitzes und der Stürme. Weitere sieben Sambaschulen, die sich für die Aufstiegsklasse des Umzugs qualifiziert hatten, sollten bis in die frühen Morgenstunden auftreten und die Zuschauer mit ihren prächtigen Wagen in eine andere Welt mitnehmen. Auch in anderen brasilianischen Metropolen wie Recife, Salvador und São Paulo begeisterte der Karneval die Massen. Rios Bürgermeister Eduardo Paes hatte am Freitag mit der Übergabe der Stadtschlüssel an «König Momo», die Symbolfigur des Karnevals, das bunte Treiben am Zuckerhut offiziell eingeläutet. Dieser Prozess wurde sogar in einem Dekret, das in einer Sonderausgabe des Amtsblattes veröffentlicht wurde, festgehalten. Die zwölf Top-Schulen treten heute und Montag auf. Die Gewinnerschule der Aufstiegsklassen aus den ersten beiden Tagen ergattert für nächstes Jahr einen Startplatz als Top-Schule. Zehntausende auf der Tribüne sowie Millionen vor dem Fernseher in Brasilien und auf der ganzen Welt verfolgen für gewöhnlich die Umzüge auf dem überdimensionalen Laufsteg, den der berühmte brasilianische Architekt Oscar Niemeyer 1984 entworfen hatte. Dieses Jahr feiert die Tribünenstraße 40-jähriges Jubiläum. Der Karneval von Rio ist die größte Party der Welt, die Stadtverwaltung erwartet insgesamt sieben Millionen Menschen in der Stadt. Es wird geschätzt, dass der Karneval einen wirtschaftlichen Umsatz von fünf Milliarden Reais (etwa 934 Millionen Euro) generieren wird - mit Dienstleistungen, die direkt oder indirekt mit den Feierlichkeiten verbunden sind. Hotels würden während der Festtage zu 85 Prozent ausgelastet sein, hieß es. Bereits seit dem vergangenen Wochenende stimmten sich die «Cariocas», wie die Einwohner Rios heißen, und Touristen mit Musikern und Tänzern in den Straßen verschiedener Stadtteile auf den Karneval ein. Auf der Südhalbkugel ist derzeit Hochsommer - über 30 Grad zeigte das Thermometer am Samstag am Zuckerhut an. Beim Straßenkarneval werden in den kommenden Tagen Dutzende Karnevalsgruppen - die sogenannten Blocos - durch die Straßen der Stadtteile ziehen, um für Stimmung zu sorgen. Die «Blocos» bilden seit jeher so etwas wie einen parallelen Karneval zu den streng reglementierten Umzügen im Sambodrom, bei denen eine Jury wie beim Eiskunstlauf Noten vergibt. 453 Umzüge genehmigte die Stadtverwaltung in dieser Saison. «Rio de Janeiro nutzt den Karneval, um der Welt das Beste zu zeigen, was die Stadt zu bieten hat», sagte Ronnie Costa, Präsident der Tourismus-Agentur Riotur, die für die Organisation des Karnevals zuständig ist. Der diesjährige Karneval ist deswegen auch nach Angaben der Stadtverwaltung mit 62,5 Millionen Reais (rund 11,6 Millionen Euro) die größte Karnevals-Investition in der Geschichte des Bundesstaates. Die Karnevalskünstler hätten sich im Laufe des Jahres insgesamt 960 Stunden vorbereitet. Die Planung beginne mehr als vier Monate im Voraus, «um sicherzustellen, dass das Fest brillant wird», sagte Costa.Zehntausende vor Ort und Millionen vor dem Fernseher
«Das Beste zeigen, was die Stadt zu bieten hat»
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Spektakel am Zuckerhut: Karnevalsumzüge im Sambodrom in Rio
Samba-Rhythmen und farbenfrohe Kostüme erobern das Sambodrom von Rio de Janeiro: Der Karneval am Zuckerhut geht in die zweite Runde. Bereits im Vorfeld hat das Spektakel einen Rekord aufgestellt.
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