20. September 2022 / News aus der Welt

Schweres Erdbeben in Mexiko am Jahrestag des Bebens von 2017

Bereits zum dritten Mal wird Mexiko an einem 19. September von einem starken Erdbeben erschüttert. Es gibt Tote, Schäden und Panik. Ab Dienstag ist Bundespräsident Steinmeier in dem Land zu Besuch.

In Mexiko-Stadt sind Menschen angesichts der Erdstöße ins Freie geflüchtet.
Veröffentlicht am 20. September 2022 um 10:45 Uhr von dpa

Schon wieder an einem 19. September: Bei einem heftigen Erdbeben sind in Mexiko mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Das Seismologische Institut des Landes gab die Stärke am Montag (Ortszeit) mit 7,7, die US-Behörde USGS mit 7,6 an.

Kurz nach einer Notfallübung zum Jahrestag der katastrophalen Beben von 2017 und 1985 rannten die Menschen auf die Straße, um sich in Sicherheit zu bringen. Zeitweise war eine Tsunami-Warnung in Kraft.

1,4 Millionen Haushalte vorübergehend ohne Strom

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben des USGS südöstlich der Stadt Aquila im westlichen Bundesstaat Michoacán. Es gab Panik und Schäden an Gebäuden, vor allem an der Pazifikküste. Der Strom fiel vorübergehend in rund 1,4 Millionen Haushalten aus. In der Hauptstadt Mexiko-Stadt, wo ab Dienstag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Besuch erwartet wurde, waren die Schäden begrenzt.

Eine Frau kam durch herabstürzende Gebäudeteile in der Hafenstadt Manzanillo im Bundesstaat Colima ums Leben, wie Mexikos Regierung mitteilte. Dort starb auch ein Mann, der von Trümmern begraben wurde. Stundenlange Bergungsversuche seien erfolglos gewesen, berichtete der lokale Zivilschutz. Nach Informationen örtlicher Medien war der Mann in einem Fitnessstudio als die Erde um 13.05 Uhr Ortszeit bebte.

In Colima erlitten drei Menschen bei einer Gasexplosion Verletzungen, eine weitere Person wurde in einem Krankenhaus in Michoacán durch Glassplitter verletzt. Mehr als 48 Millionen Menschen spürten in dem Land, das 126 Millionen Einwohner hat, laut Zivilschutz das Beben.

19. September als trauriges Datum

Der 19. September ist in Mexiko ein trauriges Datum: Vor 37 Jahren erschütterte an diesem Tag ein Erdbeben Mexiko-Stadt, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen. Auch am 19. September 2017 bebte die Erde wieder - 369 Menschen starben, davon 228 in Mexiko-Stadt.

In den auf das Beben von Montag folgenden Stunden gab es mehr als 500 Nachbeben, das schwerste mit einer Stärke von 5,3. Ingenieure und technische Teams in den am meisten betroffenen Gegenden, den Bundesstaaten Colima und Michoacán, prüften den Zustand von Gebäuden und Infrastruktur-Einrichtungen, hieß es von Seiten der mexikanischen Regierung. Nach Angaben der Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, wurden dort zunächst keine schweren Schäden gemeldet.

Medien wie der Sender Televisa und die Zeitung «El Universal» berichteten von Schäden anderswo. Ein Krankenhaus in der Gemeinde Maruata in Michoacán wurde schwer beschädigt und Patienten in Sicherheit gebracht. Der Schulunterricht wurde in Colima auch am Dienstag ausgesetzt, um den Zustand der Schulen zu prüfen.

In Mexiko-Stadt wurde Erdbebenalarm ausgelöst - 45 Minuten, nachdem landesweit am Nachmittag eine Katastrophenschutz-Übung am jeweils 5. und 37. Jahrestag der Erdbeben von 2017 und 1985 stattgefunden hatte.

Experten schlossen einen Zusammenhang zwischen den drei Erdbeben und dem Datum allerdings aus. Das sei nur ein «unangenehmer Zufall» gewesen, sagte der Forscher Víctor Hugo Espíndola vom Nationalen Seismologischen Institut.

Die gesamte Westküste Süd-, Mittel- und Nordamerikas liegt am Pazifischen Feuerring. Das ist die geologisch aktivste Region der Welt. Dort ereignen sich 90 Prozent aller Erdbeben weltweit.


Bildnachweis: © Fernando Llano/AP/dpa
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