21. Mai 2025 / News aus der Welt

«Beispiellos»: Schwere Überflutungen an Australiens Ostküste

Im australischen Bundesstaat New South Wales warten viele Menschen auf ihren Dächern auf Rettung. Das Hochwasser ist dramatisch - und bricht Rekorde. Von Meteorologen gibt es keine Entwarnung.

Hunderte Menschen mussten mit Hubschraubern gerettet werden.
Veröffentlicht am 21. Mai 2025 um 09:32 Uhr von dpa

An der Ostküste Australiens sind nach heftigen Regenfällen ganze Ortschaften überflutet und teilweise von der Außenwelt abgeschnitten. Besonders betroffen sind die Kleinstädte Taree in der Weinregion Hunter Valley und Wingham in der Region Mid North Coast. Das Hochwasser-Gebiet liegt rund 300 Kilometer nördlich von Sydney. Tausende sind ohne Strom.

Der Manning River, der durch die Region fließt, stieg auf ein Rekordlevel von mehr als sechs Metern - und überschritt damit den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 1929, wie der Sender 9News berichtete. Die Behörden befürchten, dass das Wasser wegen immer neuer Niederschläge noch weiter anschwellen wird.

Von Dächern gerettet

Der Fernsehsender ABC sprach von «Überschwemmungen beispiellosen Ausmaßes» und zeigte Bilder von Menschen, die von Einsatzkräften mit Hubschraubern und Booten von ihren Dächern gerettet werden mussten. Den Behörden zufolge gab es bereits Hunderte solcher Einsätze. Die Notdienste waren mit rund 1.600 Helfern im Einsatz.

Eine ABC-Reporterin vor Ort sprach von dramatischen Szenen. Neben dem Regen wehe auch ein starker Wind, und es sei eiskalt. «Einige der Menschen, die in Sicherheit gebracht wurden, haben geweint und ihre Retter umarmt», sagte sie. Viele Betroffene zitterten vor Kälte und würden in Krankenwagen betreut.

«Wasser, so weit das Auge reicht»

Manche Anwohner warteten jedoch die ganze Nacht vergeblich auf Rettung. Der Sender 9News sprach mit einer Frau, die seit rund zwölf Stunden mit ihrer Familie auf dem Dach ihres Hauses ausharrte, während unter ihr meterhohe braune Wassermassen vorbeiflossen. «Es ist eine wirklich gefährliche Situation, weil uns der Fluss von allen Seiten umgibt», sagte sie. «Wir wollen einfach nur gerettet werden.»

Ein anderer Betroffener, der am Manning River lebt, sagte: «Man sieht nur noch Wasser, so weit das Auge reicht.» Der Fluss habe auch unzählige Bäume und Gegenstände mitgerissen, darunter Heuballen und Kühlschränke.

Mehr als 80 Schulen blieben zunächst geschlossen. Meteorologen sagten derweil bis Freitag weitere heftige Niederschläge voraus. Der staatliche Wetterdienst warnte vor «lebensgefährlichen Sturzfluten» in einigen Regionen.


Bildnachweis: © Sam Halloran via AAP/dpa
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