28. Juli 2023 / News aus der Welt

Schiffsbrandexperte: Löschen von Schiffen sehr schwierig

Schiffbrände sind besonders herausfordernd: Metalle, begrenzter Raum und gefährliche Ladung erschweren das Löschen. Die aktuelle Situation vor der niederländischen Küste verdeutlicht die Komplexität.

Der Frachter «Fremantle Highway» brennt in der Nordsee oberhalb von Ameland.
Veröffentlicht am 28. Juli 2023 um 10:52 Uhr von dpa

Die Bekämpfung von Bränden auf Schiffen ist laut Feuerwehr besonders schwierig. Dabei kämen mehrere Faktoren zusammen, sagte der Leiter der Spezialeinsatzgruppe Schiffssicherung der Hamburger Feuerwehr, Dirk Flocke, der Deutschen Presse-Agentur.

Man habe es immer mit Metallen zu tun, die eine hohe Wärmeleitfähigkeit haben, heiße Luft und Rauchgase könnten kaum abziehen, die Gänge seien eng und in Schiffen gebe es gefährliche Stoffe. Hinzu komme die Ladung. «Es ist immer eng, es ist immer heiß.» Seit der Nacht zum Mittwoch brennt vor der niederländischen Küste ein in Bremerhaven gestarteter Frachter, der rund 3800 Autos geladen hat.

Viel Wasser kann zu Stabilitätsproblemen führen

Flocke sagte, die Besatzung von Schiffen habe zwar eine kleine Brandschutzausbildung. Mit der zur Verfügung stehenden Ausrüstung habe die Besatzung aber nur bei Entstehungsbränden die Chance, erfolgreich zu löschen. «Die kommen dann sehr schnell an ihre Grenzen.» Ein Autotransporter sei bei einem Brand besonders problematisch. Die Decks seien dicht an dicht mit Fahrzeugen vollgestellt. Da könne man mit einem Schlauch nicht zum Brandherd vordringen. Die Frage, ob Elektroautos beteiligt sind, sei in so einem Fall nicht mehr von Bedeutung.

Von außen werde versucht, mit Wasser den Schiffsrumpf zu kühlen, um die Festigkeit des Stahls so weit wie möglich zu erhalten. «Man möchte das Schiff auf jeden Fall in einem Zustand halten, dass es relativ stabil weiter schwimmt.» Das Feuer könne so aber nicht gelöscht werden. Beim Löschen von Schiffen müsse grundsätzlich auch darauf geachtet werden, nicht zu viel Wasser hineinzupumpen, weil das zu Stabilitätsproblemen führen könne.

Speziell für den Einsatz auf See ausgebildet stehen nach Flockes Angaben in Hamburg 125 Feuerwehrleute und 25 Ärztinnen und Ärzte bereit. Neben der Ausbildung in Schiffsbrandbekämpfung gibt es auch regelmäßig ein Helikopter-Ausstiegstraining. Solche spezialisierte Feuerwehrkräfte gibt es an der ganzen deutschen Küste von Emden über Cuxhaven bis Kiel und Rostock. Die Einsatzleitung liegt beim Havariekommando in Cuxhaven.


Bildnachweis: © Jan Spoelstra/ANP/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Ihre Nachrichten fehlen auf der Rheda-Wiedenbrück App? 

Meistgelesene Artikel

Jetzt noch eine Ausbildung im Handwerk beginnen? Es ist nicht zu spät!
Kreishandwerkerschaft Gütersloh-Bielefeld

Obwohl der offizielle Start des Ausbildungsjahres am 1. August liegt, ist es keineswegs zu spät, sich auch jetzt oder...

weiterlesen...
Sonnenfinsternis - Wo könnte es noch Schutzbrillen geben?
News aus der Welt

Am Mittwoch sollen bis zu 90 Prozent der Sonne verschwinden. Wer das Schauspiel beobachten will, braucht speziellen Augenschutz. Doch wo könnte es jetzt noch die passende «SoFi-Brille» geben?

weiterlesen...
Großbrand in Sprendlingen gelöscht - Evakuierung aufgehoben
News aus der Welt

Stundenlang ist die Feuerwehr in Rheinhessen mit einem Großaufgebot im Einsatz und kann Schlimmeres verhindern: Bewohner dürfen zurück, die Bahnstrecke ist wieder frei.

weiterlesen...

Neueste Artikel

Arday: Cambridge-Kanzler prangert «rassistische Hetzjagd» an
News aus der Welt

Der Fall Arday bewegt Großbritannien weiter. Nach dem Tod des früheren Star-Professors erhebt der Kanzler der Uni Cambridge schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit dem 41-Jährigen.

weiterlesen...
Makabrer Fund: Urne aus Deutschland an italienischem Strand
News aus der Welt

Eine Frau macht einen Spaziergang am Meer - und eine unangenehme Entdeckung: Im Sand liegt eine Urne mit der Asche eines Menschen. Noch weiß niemand, wie sie dorthin kommen konnte.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Arday: Cambridge-Kanzler prangert «rassistische Hetzjagd» an
News aus der Welt

Der Fall Arday bewegt Großbritannien weiter. Nach dem Tod des früheren Star-Professors erhebt der Kanzler der Uni Cambridge schwere Vorwürfe gegen den Umgang mit dem 41-Jährigen.

weiterlesen...
Makabrer Fund: Urne aus Deutschland an italienischem Strand
News aus der Welt

Eine Frau macht einen Spaziergang am Meer - und eine unangenehme Entdeckung: Im Sand liegt eine Urne mit der Asche eines Menschen. Noch weiß niemand, wie sie dorthin kommen konnte.

weiterlesen...